Immer auf der Jagd nach neuen Horrorfilmen hat man manchmal das Gefühl, dass man vielleicht etwas übersieht. Kleine Genrefilme, die einfach in der Masse untergehen und kaum Beachtung bekommen. Ob es sich bei LEAVE gelohnt hat, ein wenig am unbeachteten Rand zu fischen, sagen wir euch nachfolgend.
Story von LEAVE:
Hunter, eine junge Frau aus Amerika hatte keinen guten Start in das Leben. Sie wurde kurz nach ihrer Geburt auf einem Friedhof ausgesetzt, eingewickelt in eine Decke mit satanischen Zeichen und einer Kette mit ebenfalls unchristlichem Kreuz. Zu ihrem Glück wurde sie von einer liebevollen Familie adoptiert und hatte ein schönes Leben… hatte… denn das ändert sich mit dem Tag, an dem Hunter die Umstände erzählt bekommt, wie sie in die Familie kam. Kurz darauf stirbt Hunters Adoptivmutter, die ihr das Geheimnis preisgab und die junge Frau bereitet sich auf ihr bald beginnendes Studium auswärts vor.
Mit der Verabschiedung vom Adoptivvater beginnt die Reise für Hunter, allerdings nicht direkt zur Uni, denn vorher will sie ihrer Familiengeschichte auf den Grund gehen, ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen wird.
Auf nach Norwegen:
Hunter hat sich in den Kopf gesetzt, ihre Familiengeschichte zu entschlüsseln, auf eigene Faust, ohne dass es irgendjemand weiß. Ihr Weg führt sie nach Bergen, wo sie auf eine Metalband trifft, die die gleichen satansichen Symbole nutzt, die auch auf Hunters Babydecke gezeichnet waren. Cecilia, der Kopf der Band, kann Hunter ein paar Informationen über ihre Mutter geben, denn sie war damals mit einem Badmitglied zusammen, mit dem leiblichen Vater von Hunter, doch neben den Infos, die Hunter weiterbringen, kommen grausige Details ans Licht.
Hunter, gespielt von Alicia von Rittberg (BALLON), bestreitet einen Weg, der untypisch scheint, weil sie aus einer perfekten Adoptivfamilie kommt und ihr Drang danach, etwas zu ergründen, was sie nicht kennt, zwar für jugendliche einladend wirkt, letztlich aber die Not eine intakte Familie zu haben, nicht besteht. Man kann es auch als das wecken schlafender Hunde benennen… wie dem auch sei, warum auch immer ihr Drang danach so stark ausgefeilt wurde, er ist da und damit beginnt der Horror.
Grusel, Nebel , Logiklöcher:
Wenn man einen Horrorfilm aus Skandinavien schaut weiß man schon, dass dieser atmosphärisch dicht und düster wird, das ist einfach was Norwegen bietet ohne sich anstrengen zu müssen. Nun gilt es also, eine dichte Geschichte zu platzieren, die stimmig und ebenso bedrückend wirkt. Zum Teil schafft LEAVE das auch, selbst in den Häusern herrscht bedrückende Stimmung und immer scheint etwas geheimnisvolles in der Luft zu liegen. Was hingegen nicht so gut funktioniert ist die Logik, denn manche Szenen wirken als solle sich der Zuschauer eine herrangehensweise von Hunters Tun selbt erdenken. So fehlt teilweise Kontext oder ganze Situationen, die auf Beweggründe schließen lassen.
LEAVE ist in der ersten Hälfte auch sparsam damit, uns Horrorelemente zu zeigen, wir bekommen erst mal die (halbe) Geschichte der Familie aufgetischt und werden später mit leichten Erscheinungen belohnt. Das soll auch nicht negativ klingen, schließlich ist es immer besser bei dem zu bleiben, was man kann, als dann Monster, Geister etc. zu zeigen, die einem nur ein müdes Lächeln abgewinnen. Letzlich rutscht LEAVE dann aber doch in eine Erzählung, die erneut wenig Logik aber viel Übertreibung bietet.
Fazit zu LEAVE:
Wer skandinavische Horrorfilme mag, wird LEAVE sowieso schauen und das sollte man auch wenn man keinen Wert auf das Herkunftsland der Filme legt. Man muss sich nur darauf einstellen, dass nicht jede Handlung nachvollziehbar oder/und logisch ist. Wer damit zurecht kommt, kann sich an einem verregneten Tag in die nebelige Welt von LEAVE zurückziehen und einem Familiendrama mit Horrorelemeten beiwohnen. Alle anderen werden mehr zu meckern und keine gute Zeit mit LEAVE haben.













