Review: TOGETHER (2025)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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7/10 (2)

Darsteller: Dave Franco, Alison Brie, Damon Herriman
Regie: Michael Shanks
Drehbuch: Michael Shanks
Länge: 102 min
Land: ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 07. August 2025 (Kino)
FSK: ab 16

TOGETHER. Der Filmtitel beschreibt die Handlung des Film trefflich und lässt doch Spielraum für die Interpretation des Wortes „Zusammen“.

Wer in einer Beziehung ist, wird früher oder später mit der Frage konfrontiert, wie viel Nähe man sich individuell, aber auch als Paar wünscht.
Das gilt für körperliche, räumliche und emotionale Zweisamkeit und während für die einen eine Fernbeziehung mit intensiver körperlicher Zuneigung der richtige Weg ist, möchten andere gerne 24 Stunden aufeinanderkleben, sich dabei aber nicht zu nahe kommen.

So geht es auch dem jungen Paar in TOGETHER, das gemeinsam aufs Land zieht, aber wie viel Nähe können die beiden ertragen?

Wovon handelt TOGETHER – UNZERTRENNLICH?

together 2025

Millie und Tim sind seit Jahren ein Paar. Gemeinsam wollen sie der Großstadt und ihren Freunden den Rücken kehren und aufs Land ziehen, wo Millie als Lehrerin arbeiten will, während Tim als Musiker bislang weitestgehend erfolglos blieb.
Doch während der gemeinsame Schritt wie ein Aufeinander-zu-gehen erscheint, ist die Beziehung abgekühlt und Tim zeigt auch körperlich kein großes Interesse mehr an seiner Partnerin.
Als die beiden in den Wäldern der Umgebung des neuen Zuhauses in einer Höhle ein Unwetter aussitzen und dabei Wasser aus einem Tümpel trinken, scheinen am nächsten Morgen ihre Beine aneinanderzukleben. Das Problem lässt sich schnell lösen, aber in der nächsten Zeit wird die Beziehung immer mehr auf die Probe gestellt. Gleichzeitig stellt sich eine wortwörtliche Anziehungskraft ein, die unschöne Folgen hat.

Egal, wie man TOGETHER am Ende findet, das gute Dödel-Argument von wegen „denen fällt nichts mehr ein“ greift hier nicht. Zwar lässt sich der Film klar als Body Horror klassifizieren, bringt aber nicht nur diesbezüglich Szenen mit sich, die es in der Filmgeschichte noch nicht gab, sondern mixt das clever in ein Beziehungsdrama.
Entfernt erinnert diese Mischung an KILL YOUR LOVER, der hatte allerdings merklich weniger Budget und auch sonst weniger zu bieten.

Hier und da wird TOGETHER als Komödie bezeichnet, abgesehen von wenigen Augenblicken wie der Schlussszene setzt der Film aber gar nicht unbedingt auf Humor, sondern überzeugt mit einer Reihe Absurditäten, die dem Zuschauer womöglich ein überraschtes Lachen entreißen, für die Figuren aber glaubwürdigen Horror darstellen.

Together filmkritik

TOGETHER enthält vielschichtigen Schrecken

Dagegen mögen die zusätzlichen klassischen Gruselszenen aus Tims Erinnerung bzw. Alpträumen relativ gewöhnlich erscheinen, kommen aber ohne Ankündigung aus dem Nichts und sind auch ohne Jumpscare-Musik grauenhaft effektiv.

Dass kurz auf die griechische Mythologie eingegangen wird, wirkt wiederum so gar nicht originell….andererseits, wer hat denn schon von Platons Kugelmenschen gehört?

TOGETHER ist gut gespielt und zwar vom echten Ehepaar Dave Franco und Allison Brie, was hier ein wichtiger Faktor ist.
Er sieht gut aus, hat sehenswerte Effekte und gute Ideen. Man kann allerdings kritisch entgegenhalten, dass der Film (fast) genau das gibt, was schon mit Sichtung des Trailers deutlich wurde. Die Story ist trotz einiger Nebenfiguren und -geschichten auf das Paar konzentriert und auch wenn die ein oder andere Storykurve vorhanden ist, fühlt sich jeglichen Drumherum nur wie ein Ablenkungsmanöver an.
Beispielsweise würde man denken, dass ein tiefes Loch in der Erde, in dem sich seltsame Artefakte finden, auch im Nachhinein noch die ein oder andere Frage aufwirft, über die man mit Nachbarn und Kollegen spricht. Der Zuschauer scheint aber der einzige zu sein, der sich darüber wundert.

together-unzertrennlich franco

Ein Berufsanfänger mit viel Talent und kleinen Unsicherheiten

Regisseur und Autor Michael Shanks gibt sein Langfilmdebüt und für ihn gilt, was für viele junge Filmemacher gilt: Talent ist da, Unerfahrenheit aber auch. Gerade bezüglich des Drehbuchs hätte es Tims psychische Erkrankung oder die Auflösung des eigenartigen Phänomens, dem sich die beiden Protagonisten ausgesetzt sehen, gar nicht unbedingt gebraucht, wäre dann allerdings recht kurz ausgefallen.

Anders formuliert, die Kerngeschichte hätte leicht in einen längeren Kurzfilm gepasst, hier ist aber ganz klar der Weg das Ziel und nach jeder kreativen Szene freut man sich auf die nächste.

Allerdings ist TOGETHER eben nicht nur Effektspektakel oder Aneinanderreihung platter Momente, sondern lebt auch von der gezeigten Paarbeziehung.
Während heute das Wort „toxisch“ gerne inflationär gebraucht wird, ist das gemeinsame Dasein von Millie und Tim anfangs nur leicht geknickt, wird aber tatsächlich ungesund, als sie sich im Herzen weiter voneinander lösen, körperlich aber wie Suchtkranke immer wieder zusammenkommen. Daraus entsteht ein scheinbar widersprüchliches Verhalten, zu der auch das Bild von Magnetpolen passt, die sich – je nach Lage – anziehen oder abstoßen.

Fazit zu TOGETHER – UNZERTRENNLICH

In einem bisher schon starken Horrorjahr, lässt sich auf hohem Niveau über ein paar Unzulänglichkeiten und Unerfahrenheiten jammern, das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies ein starker Film geworden ist.

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