Review: FREAK OUT (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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5/10 (8)

Darsteller: Itay Zvolon, Kye Korabelnikov, Assaf Ben-Shimon
Regie: Boaz Armoni
Drehbuch: Lior Lederman
Land:
Genre: ,

Horrorfilme aus Israel bleiben eine Sache für sich.
Während der Teen-gerechte JERUZALEM wie amerikanischer 08/15-Found Footage vor biblischer Kulisse wirkte und ATTACK OF THE UNDEAD – LOST TOWN auch keinen großen Wert auf eigene Identität legte, versprühte die krude Mischung aus Humor und Rache, die BIG BAD WOLVES enthielt einen eigenwilligen Charme.

Das Backcover der DVD verspricht uns, dass FREAK OUT auf den Spuren eben dieses BIG BAD WOLVES wandelt und das ist nicht komplett gelogen. Auch hier treffen lustige Momente auf ernste Augenblicke. Hier und dort lässt sich sogar ein sozialer Kommentar unterstellen, bevor es doch wieder zum reinen Entertainment übergeht. Allerdings sind die Extreme in FREAK OUT noch mehr separiert und zudem empfiehlt es sich zumindest ganz grob um die politischen Spannungen in Israel zu wissen, bevor man den Play-Button drückt.

Story:
Matan ist Wehrdienstleistender der israelischen Armee. Normalerweise ist der introvertierte junge Mann ruhige Büroarbeit gewöhnt, doch nun soll er zusammen mit drei Kollegen für eine Woche einen abgelegenen Stützpunkt bewachen. Eigentlich kein aufregender Job, doch schon auf der Fahrt zum Stützpunkt legen sich die Soldaten mit der arabischen Bevölkerung an, Matan wird permanent von seinen Kameraden geärgert und etwas scheint mit der kleinen Basis nicht zu stimmen.

Ihr wollt sofort einen Horrorfilm sehen, habt aber keine Lust auf sofortigen Horror? Dann ist FREAK OUT eure Wahl. Das erste Drittel des Films hat mit Grusel und Schrecken rein gar nichts zu tun, das zweite nicht viel und erst im letzten Drittel rechtfertigt der Streifen seine Freigabe ab 18.
Diese Geduld wird nicht jeder aufbringen, auch wenn nicht alles schlecht ist.

So erleben wir wie sich die drei Soldaten, die Matan kennenlernt, wie die Axt im Walde benehmen, in einem arabischen Restaurant die Zeche prellen und herablassend gegenüber der Bevölkerung verhalten. Dieser nahöstliche Machtmissbrauch erinnert zunächst übrigens an den Beginn von BASKIN.
Uns werden die Figuren vorgestellt, der heruntergekommene Stützpunkt, die langweiligen Tätigkeiten, Matans Unwillen mit den Kollegen Zeit zu verbringen und der seltsame Vorgesetzte Stas.

Wenn auch gerade die Darstellung der unsympathischen Soldaten überzogen ist, ergibt sich bis zu einem gewissen Grad ein stimmiges Bild. Dann scheint Autor Lior Lederman  aber einzufallen, dass er dem Zuschauer noch mehr Horror schuldet als nur ein wenig Mobbing und Paranoia und plötzlich wird der sorgfältige Aufbau ein paar Slasher-Momenten geopfert, die gehetzt wirken und am Ende die Frage zurücklassen, ob das denn nun alles war, ob dafür all das Vorgeplänkel nötig war.

Fazit: FREAK OUT ist ein eigenartiger Film…letztlich kann man das aber als Lob oder Tadel sehen.

 

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