Review: STEPHEN KINGS STARK (1993)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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7.1/10 (8)

Darsteller: Timothy Hutton, Amy Madigan, Michael Rooker
Regie: George A. Romero
Drehbuch: George A. Romero
Genre:
Land: USA,
FSK: ab 16

Wenn ein Film nach 23 Jahren vom Index kommt, der Regisseur George A. Romero heißt und die Romanvorlage von Stephen King kommt, könnte man denken, dass das eine gewisse Welle schlägt. Zumal STEPHEN KING’S STARK durchaus seine Qualitäten und einige Alleinstellungsmerkmale hat. Trotzdem kehrt der Film auf die breite Bühne zurück, ohne viel Beachtung zu finden.
Hat der Zahn der Zeit so stark genagt? Wir haben noch mal nachgeschaut.

Story:
Thad Beaumont ist ein anerkannter Schriftsteller, aber den großen kommerziellen Erfolg feiert er mit seinem Pseudonym George Stark, der brutale Kost verfasst. Als Fred Clawson in sein Leben tritt, der damit droht bekannt zu machen, dass Beaumont und Stark die gleiche Person ist, entscheidet sich der Autor dafür sich nicht erpressen zu lassen, kommt Clawson zuvor und beerdigt sein Alter Ego pressewirksam.
Aber Stark hat nicht nur eigene Bücher geschrieben, er hat sich auch zu einem eigenen Menschen manifestiert und er hat keine Lust leise abzutreten.

Natürlich wird es immer den Wichtigtuer geben, der so gar nicht verstehen kann, warum der Film mal indiziert war, aber man kann die Gründe leicht erahnen und zumindest eine „ab 18“-Freigabe wäre auch heute noch nachvollziehbar. Bereits die Gehirn-OP, die am jungen Thad durchgeführt wird und bei der man Teile eines absorbierten Zwillings entdeckt, ist nichts für schwache Mägen und wenn sich George Stark später durch den Bekanntenkreis Beaumonts mordet, tut er das mit einem gesunden Maß Brutalität.

STARK ist ein Werk, das für King- Fans mehr ist als nur eine Geschichte von vielen. Dass Stephen King autobiographische Züge in seine Werke einbaut, ist nicht neu, erreicht in STARK aber neue Höhen.
Immerhin hatte King selbst ein Pseudonym namens Richard Bachman, den er einige Jahre vor der Entstehung von STARK zu Grabe trug, nachdem bekannt wurde, um wen es sich handelt. Das Buch an dem er damals arbeitete? Sollte unter einem weiteren Pseudonym namens George Stark veröffentlicht werden…
Dazu kommt, dass sich Kings Schreibstil änderte als er aufhörte (erhebliche Mengen) Alkohol zu trinken. STARK ist einer der ersten Romane nach diesem Umbruch und obwohl er im immer beliebten Castle Rock spielt, fühlt sich schon die Buchvorlage anders an, als die zuvor verfassten Bücher.

Aber zurück zum Film, der natürlich von der ungewöhnlichen Herangehensweise profitiert und an vielen Stellen das Thema Doppelgänger aufgreift. Auch Thad Beaumonts Töchter sind Zwillinge, was für das restliche Geschehen nicht relevant ist, aber den roten Faden weiterspinnt.
Umgekehrt spricht Thads Frau an, wie unterschiedlich er sich beim Schreiben verhält, je nachdem ob er sich als Stark oder sich selbst ausgibt.

In der Geschichte des Horrorfilms gibt es wenig vergleichbare Storys, alleine deswegen spricht einiges fürs Einschalten, aber STARK hat auch seine Schwächen.
Zwar rätselt man eine Zeit lang mit, wie die Morde mit Thad in Verbindung stehen und was genau da passiert, auch die Kills gefallen, aber in der zweiten Hälfte zeigt sich dass die Grundidee den Film nicht mehr trägt. Schon das Buch hatte hier Probleme und Romero (der auch das Drehbuch verfasste), ist eben doch am besten wenn es um Zombies geht. Jedenfalls schafft er es nicht die Spannung noch mal anzuziehen und so wirken die rund 2 Stunden Laufzeit länger als nötig.

Fazit:
Nicht das beste King-Buch, nicht die beste King-Verfilmung…aber immerhin ein interessanter Aufhänger.

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