Review: VICTOR FRANKENSTEIN (2015)

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Redaktion: 6.5

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6.1/10 (28)

Darsteller: Daniel Radcliffe, James McAvoy, Jessica Brown Findlay
Regie: Paul McGuigan
Drehbuch: Max Landis
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FRANKENSTEIN ist nun wirklich einer der Klassiker der Horrorliteratur und des Horrorfilms. Seit der ersten Verfilmung von Mary Shelley’s Roman, die bereits 1910 stattfand, wurde der Stoff unzählige Mal neu aufgelegt.victor-frankenstein-review

Dass die Geschichte allerdings aus der Sicht von Igor, dem buckligen Helfer Victor Frankensteins erzählt wird, dürfte neu sein (zumal es im Roman gar keinen Igor gab).
Den lernen wir hier kennen, während er noch für einen Zirkus arbeitet. Während eines Zwischenfalls erkennt Frankenstein sein Talent und heuert den jungen Mann an. Er soll ihm helfen Leben zu erschaffen…und zwar aus Leichenteilen.

Das Ergebnis dürfte auch Gelegenheitsfans bekannt sein. Durch einen Blitz wiederbelebt wird ein riesiges Wesen erschaffen, das schnell zur Gefahr für alle wird.
Wer Frankensteins Monster sehen will, muss sich aber gedulden, denn der von Nähten und Bolzen zusammengehaltene Hüne feiert seinen Einstand diesmal erst im Finale.victor-frankenstein-trailer

VICTOR FRANKENSTEIN tut bis dahin genau das, was der Filmtitel vorgibt: er beschäftigt sich mit Victor Frankenstein und eben Igor.
Die beiden werden gespielt von James McAvoy (X-MEN) bzw. Daniel Radcliffe (HORNS) und an ihrer Leistung ist wenig auszusetzen. Sie pflegen eine glaubhafte Freundschaft, die mal mehr, mal weniger Frankensteins fragwürdigen Zwecken dient, was auch zum ein oder anderen Konflikt führt.

Es ist eher das Drumherum, das allzu künstlich aufgebaut wurde.
Zunächst mal wird aus dem Buckligen schon in den ersten Filmminuten ein „normaler“ Mensch, was Radcliffe sicher vor einem Haltungsschaden bewahrte, aber auch faul wirkt.
Die Aufmachung des Films ist edel, fürs viktorianische England und einen Film, der sich mit wiederbelebten Toten beschäftigen will, aber manchmal zu steril.victor-frankenstein

Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, wen der Film mit seinen 40 Mio $ Budget überhaupt ansprechen will. Wer so viel Geld ausgibt, will den Mainstream erreichen, schon klar, aber wen genau? Nun, offenbar alle, denn es gibt Action, eine Romanze, ein wenig Humor und eben auch ein Monster. Und trotzdem wird von den Häppchen kaum wer satt.
Der Film enthält zu wenig Schwere, um Freunde von Dramen anzusprechen, schwebt zwischen modernen CGI-Effekten und altmodischer Story und Horror-Härtner werden mit der Ausrichtung auch nicht viel anfangen können.

In Daniel Radcliffes Vita passt VICTOR FRANKENSTEIN dennoch, schließlich kann man über HORNS ähnliches sagen und ein guter Film bleibt ein guter Film….unabhängig vom Zielpublikum. Allerdings gilt das auch für schlechte Filme.
VICTOR FRANKENSTEIN ist immerhin ein passabler Film, aber nicht mal in der langen Reihe der FRANKENSTEIN-Adaptionen weit vorne.

 

 

 

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