Review: FORTITUDE (Serie) (2015)

 

 
Overview
 

Darsteller: Richard Dormer, Sofie Gråbøl, Verónica Echegui
 
Länge: 576 min (12 Episoden)
 
Land: UK
 
Veröffentlichung: 28.01.2016 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Warner
 
Genre: , ,
 
Bewertung
8.5
8.5/ 10


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Posted 30. Januar 2016 by

Kalt, kälter, Fortitude…die 800-Seelen-Gemeinde auf Spitzbergen ist ein Ort wo sich viele gescheiterte Existenzen treffen. Es ist ein rauer Ort, das Leben ist dunkel, trist und eisig. Die Menschen müssen zum Schutz gegen Eisbären außerhalb der Stadt ein Gewehr tragen, aber Verbrechen sind hier die Ausnahme.
Das ändert sich, als ein Wissenschaftler brutal ermordet wird. Sowohl der lokale Sheriff Anderson, als auch ein Ermittler aus London nehmen sich der Sache an und stoßen auf zahlreiche Rätsel. Was hat die seltsame Krankheit eines Jungen, ein Mammutfund, die Affäre des örtlichen Rettungspiloten, ein Eishotel und ein Geologe, der vor Monaten von einem Eisbären gefressen wurde, damit zu tun?
fortitude
Versucht besser nicht FORTITUDE in eine Schublade zu stecken, es könnte sein, dass euch das ganze Möbelstück um die Ohren fliegt. Die Klassifizierung als Horror (wie im Vorfeld einige Male zu lesen war), ist für die erste Hälfte der 12 Episoden jedenfalls unpassend. Während dieser Zeit haben wir es primär mit einem Wer-war’s?-Krimi zu tun, dazu eine Portion Drama und einen Hauch Mystery.

In dieser Zeit erinnert FORTITUDE an die französische Serie THE RETURNED, die ebenfalls mit einer isolierten Kleinstadt in imposanter Naturkulisse und einem ruhigen Aufbau glänzte. Der relativ große Kreis von Personen wird sorgfältig eingeführt, um dann in den späteren Episoden das Tempo anzuziehen.
Damit aber keine Missverständnisse aufkommen: In FORTITUDE gefriert so ziemlich alles, auch Uhrzeiger. Man hat es hier nie eilig und wer Action sucht, sollte als Zuschauer die Reise in den Norden nicht antreten.
fortitude eisbär
Und doch, in den letzten Folgen der fast 600 Minuten langen Handlung, verfärbt sich der Schnee öfters rot. Bis dahin hat man die Opfer aber so gut kennengelernt, dass uns ihr Leid bewegt und obwohl die Effekte 1a sind, steht die Geschichte nach wie vor im Vordergrund.
Hier gibt es keine erzwungenen Kills, weil irgendwer alle 15 Minuten einen Kill erwartet, aber auch die Dialoge wirken nicht erzwungen, weil irgendwer noch ein paar Minuten Sendezeit braucht.
Dass man ohne Schaden sicher so manche Szene hätte kürzer fassen können, steht auf einem anderen Blatt, es entsteht aber nicht der Eindruck, als wäre etwas unsinnig lang oder zu kurz.
Vielleicht noch wichtiger ist, dass keiner der Protagonisten ein Idiot ist. Ich habe förmlich darauf gewartet, dass irgendwann jemand etwas völlig Absurdes tut, wie man das aus vielen Filmen und Serien nun mal kennt, aber auch wenn z.B. ein kleiner Junge halbnackt durch die eisige Nacht läuft (was auch in diesen Breitengraden nicht üblich ist), geschieht das im richtigen Kontext.
Fortitude 2
Makellose Helden finden sich in FORTITUDE nicht, sondern Menschen mit menschlichen Eigenschaften und vielen Facetten. Manchmal täuschen wir uns in jemand, manchmal auch mehrfach, aber vermutlich werdet ihr keinen Grund finden, die Fernbedienung gen Bildschirm zu werfen, weil ein saudummer Twist gerade alles ruiniert hat.

Ja, die Serie ist bodenständig und vielseitig. Hektiker und Genrepuristen werden das nicht mögen. Alle anderen: Willkommen in Fortitude.

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