Review: KNOCK KNOCK (2015)

 

 
Overview
 

Darsteller: Keanu Reeves, Lorenza Izzo, Ana de Armas
 
Regie: Eli Roth
 
Drehbuch: Eli Roth, Nicolás López, Guillermo Amoedo, Anthony Overman, Michael Ronald Ross
 
Länge: 99 min
 
Land: Chile, USA
 
Veröffentlichung: 10. Dezember 2015 (Kino)
 
Verleih/Vertrieb: Universum
 
Genre:
 
Bewertung
4.0
4.0/ 10


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1
Posted 10. Dezember 2015 by

Während GREEN INFERNO immer noch darauf wartet, flächendeckend bei uns veröffentlicht zu werden, saß dessen Regisseur Eli Roth nicht faul rum, sondern hat mit KNOCK KNOCK bereits den nächsten Streifen fertiggestellt.
Während viele Filme, die unter Beteiligung Roth‘ entstanden, die Botschaft verbreiteten, besser nicht ins Ausland zu reisen, geht KNOCK KNOCk noch einen Schritt weiter und rät indirekt dazu daheim zu bleiben und für nichts und niemanden die Tür zu öffnen.

knock knock de armas
Familienvater Evan, der am Vatertag alleine zuhause arbeitet, wundert sich nicht schlecht, als an einem verregneten Abend zwei klitschnasse attraktive Damen vor seiner Tür stehen und sein Telefon benutzen wollen. Ein warmer Tee wäre auch nicht schlecht und vielleicht die feuchte Kleidung loswerden, während die beiden das Haus, die Oberarme und das Leben des deutlich älteren Mannes bewundern und immer wieder sexuelle Anspielungen einbauen.
Bevor Bel und Genesis, so die Namen der beiden hübschen Gäste, in das herbeigerufene Taxi steigen, eskaliert die Situation auf denkbar schönste Weise. Als Evan allerdings am nächsten Morgen erwacht, eskaliert die Situation auf die denkbar unschönste Weise.

Man kann über Eli Roth sagen was man möchte, handwerklich professionell wirken seine Filme aber immer. Das gilt auch für KNOCK KNOCK, der uns zunächst in langen Kamerafahrten durch das Haus führt und uns die Familie vorstellt. Evan, seine Frau und die beiden Kinder wirken glücklich, das attestieren nicht zuletzt etliche Bilder der strahlenden Familie an den Wänden. Dabei erfahren wir aber auch, das Evan schon länger keinen Sex hatte und erneut vertröstet wird. Trotzdem hält er sich später gegenüber seinen beiden Gästen vornehm zurück, weicht ihren Avancen immer wieder aus, kann der Versuchung dann aber doch nicht widerstehen.
knock knock roth
Evan wird gespielt von Keanu Reeves und die Sexszene mit Bel und Genesis erinnert wohl nicht ganz zufällig an Reeves Szene in BRAM STOKERS DRACULA, wo er es ebenfalls mit mehreren Schönheiten aufnehmen musste. Ob das der einzige Grund war, weswegen Reeves diese Rolle erhielt? Man weiß es nicht, an seinen schauspielerischen Fähigkeiten kann es aber nicht liegen, denn auch wenn der Veteran in starken Filmen wie SPEED, MATRIX, JOHN WICK oder eben DRACULA mitwirkte, überzeugt er in KNOCK KNOCK nur bedingt.
Das lässt sich auch über Lorenza Izzo und Ana de Armas sagen. Izzo hat ihre Rolle wohl, weil Eli Roth ihr Ehemann ist und de Armas hat ebenfalls schöne Brüste, was das Dreiergespann in der zweiten Filmhälfte liefert, ist aber Overacting pur und dazu noch reichlich sinnbefreit.

Dass die beiden Evan nicht nur für seinen Ehebruch bestrafen wollen (an dem sie ja nicht unschuldig waren), sondern sich auch als Minderjährige zu erkennen geben, was für Evan juristische Konsequenzen hätte, könnte man als Statement gegen untreue Ehemänner verstehen. Schön, Männer sind Schweine, ihr habt uns erwischt, falls jemand aber bislang der Meinung war, dass der durchschnittliche Mann keine Lust auf einem Dreier mit diesen Frauen hätte, ist der Glaube an den Weihnachtsmann sicher auch noch da.
Entfernt lässt sich eine Ähnlichkeit zum HARD CANDY erkennen, doch an das bärenstarkes Psychoduell , dass sich dort Ellen Page mit einem Pädophilen lieferte, kommt KNOCK KNOCK nicht heran.

knock knock

Was man Roth auch lassen muss: An Härte mangelt es seinen Filmen in der Regel nicht. Daher wundert es, dass KNOCK KNOCK vergleichsweise zahm ist.
KNOCK KNOCK erinnert an die Party, die ihr mit 14 gefeiert habt, als eure Eltern nicht da waren und die jahrelangen Vorwürfe, die ihr euch für zerstörte Möbel und vollgekotzte Teppiche angehört habt. Mit dem Unterschied, dass dies einem Familienvater passiert.
Trotzdem verhalten sich Bel und Genesis wie zwei zwölfjährige in der Shopping-Mall. Sie kichern, hüpfen herum, schminken sich albern, tragen alle 2 Minuten ein neues Outfit und sind kein bisschen bedrohlich.
Die Folter, die sie Evan angedeihen lassen, beschränkt sich dann auch auf laute Kopfhörermusik. Wie lächerlich das ist, kann jeder selbst nachvollziehen, wenn er sich einen Kopfhörer aufsetzt und versucht den durch schnelle Kopfbewegungen einfach abzuschütteln. Kein Problem, oder? Für Evan scheinbar schon.

Fazit: Die erste Filmhälfte ist ordentlich inszeniert und durchaus erotisch, die zweite Hälfte aber mehr Palim Palim als KNOCK KNOCK.

 

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