Review: THE FINAL CUT (2014)

 

 
Overview
 

Darsteller: Robert Englund, Finn Jones, Emily Berrington
 
Regie: Phil Hawkins
 
Drehbuch: Phil Hawkins
 
Länge: 85 min
 
Land: UK
 
Veröffentlichung: 12. Mai 2016 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Tiberius
 
Genre:
 
Bewertung
6.5
6.5/ 10


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Posted 10. Mai 2016 by

Wer einmal die Chance hatte sich mit Robert Englund zu unterhalten, weiß, dass der Mann, der mit Freddy Krueger zur Ikone wurde, Horrorfilme wirklich liebt und obwohl er inzwischen ein Alter erreicht hat, in dem sich andere normalerweise zur Ruhe setzen, noch immer ein lebhaftes Feuer in ihm brennt.
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Daher passt die Rolle, die er in THE FINAL CUT übernimmt, auch wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, denn Englund spielt den alternden Kinovorführer Stuart, der mit der modernen Technik und den modernen Kollegen nicht glücklich wird und daher einfach beschließt, seinen eigenen Horrorfilm zu drehen.
Das tut er nicht wie andere Leute daheim im Garten, sondern eben im Kino und auch seine „Darsteller“, einen ungeliebten Kollegen und ein Pärchen, das sich in die Mitternachtsvorführung verirrte, wissen nicht, was sie erwartet.

Auf den ersten Blick hat Robert Englund nun wirklich nichts mehr gemein mit seiner Paraderolle. Äußerlich wirkt seine Figur wie der liebe Rentner, der sich was dazuverdient. Beim genaueren Hinsehen wird aber deutlich, welch sinistre Absichten er verfolgt.

© Tiberius Film

Dass Kinos innerhalb von Filmen zum Haupthandlungsort werden, passiert seltener als man meinen könnte, wer aber DÄMONEN oder IM AUGENBLICK DER ANGST gesehen hat, weiß wie dünn gerade hier die Grenze zwischen Illusion und blankem Terror angelegt ist.

So schaut unser Paar nicht nur THE HILLS HAVE EYES 2 von Englunds altem Weggefährten Wes Craven auf der Leinwand, sondern wird kurz darauf getrennt und muss das teuflische Katz- und Mausspiel eines Psychopathen mitspielen, der über die Kameras und Monitore des Gebäudes jeden Schritt überwacht und steuert.the final cut the last showing

Wie das nun mal so ist, in Filmen, in denen der Bösewicht scheinbar jeden Schritt seiner Opfer vorausahnt….sie sind nicht allzu realitätsnah. Selbst John Doe wusste in SIEBEN vielleicht etwas zu genau, wie seine Verfolger agieren würden und THE FINAL CUT hat nicht dessen Qualität.
Zu umständlich werden manche Schritte vorgetragen, worunter die Spannung auch schon mal leidet.

In seiner Machart wirkt THE FINAL CUT ebenfalls künstlich und durch die Beleuchtung entsteht der Eindruck, dass permanent im Studio gedreht wurde.
Andererseits würzt Regisseur / Autor Phil Hawkins seinen Film wiederholt mit hübschen Szenen, in denen Täter und Opfer einander ganz nah kommen (beispielsweise durch eine Tür getrennt), ohne dass sie einander Leid zufügen könnten.

Kernstück des Films ist aber ohnehin kein sinnloses Schlachten (der Gesamt-Bodycount bleibt an einer Hand abzählbar), sondern die Frage, ob Stuart es schafft, sein weibliches Opfer davon zu überzeugen, dass nicht er, sondern ihr Date Martin Böses im Schilde führt.
Nun, auch hier kann gesagt werden, dass nicht jeder Moment 100% realistisch ist, interessant anzusehen ist das Spiel dennoch und das liegt eben auch an Englund, der eigenwillig aber überzeugend auftritt. Die große Kunst dabei ist, dass seiner Rolle klar der Part des Bösewichts zukommt, man als Zuschauer aber trotzdem mit ihm fiebert.

In Summe ist THE FINAL CUT kein Volltreffer, aber dieser Kinobesuch ist allemal besser, als neben handyspielenden Plappermäulern im realen Kino zu sitzen.

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