Review: SPUTNIK (2020)

Sputnik review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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7/10 (3)

Darsteller: Oksana Akinshina, Fedor Bondarchuk, Pyotr Fyodorov
Regie: Egor Abramenko
Drehbuch: Oleg Malovichko, Andrei Zolotarev
Länge: 113 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 04. Dezember 2020 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Capelight
Sonstiges: Fantasy Filmfest 2020
FSK: ab 16

In den letzten paar Jahren haben wir vermehrt über russische Filme gesprochen und kamen leider oft zu dem Schluss, dass man öfters versucht mit billigen Jumpscares und Popcorn-CGI amerikanischer als die Amerikaner zu sein.
Auf SPUTNIK trifft dies nicht zu. Der Film greift nicht nur ein Stück russische Geschichte auf (die ersten Sputnik-Satelliten schockten Ende der 50er die westliche Welt), sondern ist auch ein ernsthafter Sci-Fi-Horror.sputnik review 2020

Story:
Als eine bemannte Raumsonde zur Erde zurückkehrt, ist einer der beiden Kosmonauten tot, dem zweiten – Konstantin Veshnyakov – fehlt jede Erinnerung. Er wird auf eine entlegene militärische Anlage gebracht, wo man ihn gründlich untersucht.
Auch die Psychologin Tatyana Klimova wird zur Einrichtung gebracht, um Veshnyakovs Geisteszustand zu durchleuchten. Das was die Wissenschaftler herausfinden, könnte jedoch erschreckender nicht sein, denn in ihm kam ein Lebewesen zur Erde.

SPUTNIK ist mehr als ein blutrünstiges Alien

Man mag ein Werk im Stil von DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT erwarten, vielleicht auch etwas in der ALIEN – Machart, aber dieser Schuh passt SPUTNIK nur bedingt. Obwohl das Wesen von dem Kosmonauten erbrochen wird und einen Menschen in Sekunden töten kann, sprechen wir hier nicht über einen seelenlosen, blutrünstigen Außerirdischen.
Die Kreatur, die sich Veshnyakov als Wirt ausgesucht hat, wirkt dementsprechend nicht permanent bedrohlich, sondern trotz enormer Kräfte manchmal fast neugierig und liebenswert, wie man das etwa auch von dem Wesen aus SPLICE kennt.sputnik 2020

Zwar findet sich immer wieder Körpereinsatz, gerade in der zweiten Filmhälfte, aber die Geschichte untersucht die eigenartige Abhängigkeit von Wirt und Parasit, die sich nicht losgelöst betrachten lassen. Auch das Mit- und Gegeneinander der Menschen in der Einrichtung spielt eine Rolle. So wird die junge Psychologin teilweise als Konkurrenz gesehen und nicht über alle Ergebnisse aufgeklärt und eckt mit eigenständigen Ansätzen an.
Gleichzeitig entwickelt sie ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Patienten und dessen „Mitbringsel“.

Somit haben wir es in SPUTNIK nicht mit einem chaotischen Zustand zu tun, sondern einem schleichenden Prozess, währenddessen verschiedene Experimente gewagt werden….auch solche jenseits jeder ethischen Legitimation.

Cleverer Sci-Fi mit doppeltem Boden

Der Film verfügt aber nicht nur über eine gewisse psychologische Reife, man kann in ihm auch eine in der Sowjetunion des kalten Krieges angelegte Variante von DR. JEKYLL UND MR. HIDE sehen.
Das Schöne: kann man, muss man aber nicht.Sputnik rezension 2020

Technisch mangelt es SPUTNIK an nichts. Die Bilder sind relativ dunkel, aber klar und ein bedrückender monotoner Score unterstreicht das. Die Locations sehen so aus, wie man sich Russland zu dieser Zeit vorstellt. Das mag klischeehaft klingen, aber abgelegene Militärbasen sind und waren wohl nie Luxushotels.
Der außerirdische Parasit ist augenscheinlich am Computer entstanden, wirkt glücklicherweise aber nicht albern.

Fazit:
SPUTNIK macht kaum etwas falsch und einiges richtig. Dass er insgesamt ruhig erzählt wird und auf seine Figuren setzt, liegt vielleicht nicht jedem, hebt ihn aber angenehm von einfältigem Popcornkino ab.

 

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