Review: CONTAMINATION – TÖDLICHE PARASITEN (2012)

contamination - tödliche parasiten
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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Darsteller: Myung-Min Kim, Jung-hee Moon, Dong-wan Kim
Regie: Jeong-woo Park
Drehbuch: Jeong-woo Park
Länge: 104 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 09. April 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Busch Media Group
FSK: ab 16

Wenn ein Film neun Jahre herumliegt, bis er bei uns eine Veröffentlichung erfährt, kann das nichts Gutes bedeuten! Oder?
Der südkoreanische CONTAMINATION wurde tatsächlich bereits 2012 gedreht und damals in seiner Heimat überaus erfolgreich veröffentlicht. Hierzulande dürfte kaum einer auch nur den Namen kennen.
Gut, dass sich das nun ändert.

Story:
Eine schreckliche Hitzewelle sucht Korea heim.
In diesem Sommer strömen die Menschen an die Flüsse und Seen, doch dort finden die Behörden auch immer wieder Leichen im ganzen Land. Wie Überwachungsvideos zeigen, ertränkten sich diese Menschen freiwillig.
Es stellt sich heraus, dass ein gefährlicher wurmartiger Parasit damit zu tun hat. Während die Regierung den Notstand verhängt und nach einem Gegenmittel sucht, versucht Jae-hyuk, ein in Ungnade gefallener Arzt, seine Familie zu retten, die selbst von dem Wurm befallen ist.contamination - tödliche parasiten rezension

Die Erklärung für die Selbstmorde ist erschreckend schlüssig (Achtung Spoiler), denn der Pferdehaarwurm, der hier als Quelle des Übels ausgemacht wird, existiert wirklich und er zwingt seine Wirte (in der Realität sind das Insekten) ins Wasser.
Das gelingt, indem der Wirt einen unstillbaren Durst verspürt.

Die Bösewichter sind real

So geht es auch Jae-hyuks Frau und Kindern, die zunächst auffällig hungrig und durstig sind und gerade noch rechtzeitig in Behandlung gebracht werden können. Doch Hilfe ist nur von einem Medikament zu erwarten, das bereits vom Markt genommen wurde und dementsprechend schwer zu beschaffen ist.
Für Jae-hyuk beginnt damit eine nervenaufreibende Odyssee.
contamination - tödliche parasiten review
CONTAMINATION lässt sich gut mit PANDEMIE vergleichen. Beide stammen aus Südkorea, blieben bei uns lange unveröffentlicht und erscheinen nun über Busch Media. Inhaltlich befassen sich beide Werke mit tödlichen Krankheiten, die das ganze Land betreffen.

Somit muss man sich natürlich fragen, ob 2020/21 noch jemand Lust auf Seuchenfilme hat, wenn einem doch verschiedene Szenen unangenehm bekannt vorkommen.
An der Qualität der jeweiligen Filme ändert das aber natürlich nichts und CONTAMINATION ist sogar der stärkere der beiden.

Das liegt nicht nur daran, dass man einen „Bösewicht“ in der Geschichte hat, der effizient, neuartig und eklig ist, sondern auch an der gesamten Erzählweise. Natürlich steht Jae-hyuks Familie in einer solchen Story nur exemplarisch für tausende Schicksale, Regiesseur Jeong-woo Park gelingt aber der Spagat, die Geschichte auf sein Umfeld zu fokussieren und dennoch genügend Chaos aus dem ganzen Land zu zeigen, ohne dabei unübersichtlich zu werden.

Dazu kommen einige Wendungen, die die Schuldfrage weiter durchleuchten. Teilweise scheinen diese Entwicklungen zwar recht konstruiert (auch wie schnell sie von den Protagonisten zu durchschauen sind), tragen aber zu Abwechslung und Spannung bei.


CONTAMINATION kommt ohne großen Kitsch aus

Wer PANDEMIE oder auch PENINSULA gesehen hat, weiß, dass man in Südkorea keine Scheu davor hat, eine Kitschbombe oder eine Pathosgranate zu zünden. Da ist es angenehm, dass sich CONTAMINATION weitestgehend zurücknimmt und nur selten auf große Gefühle macht.

Alles in allem, ist CONTAMINATION nicht nur der Beleg, dass es offenbar diverse ältere Filme gibt, die einen deutschen Release verdient hätten, sondern verbindet auch gute Unterhaltung mit ernstem Hintergrund.

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