Review: FRESH (2022)

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Redaktion: 7.0

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7/10 (3)

Darsteller: Daisy Edgar-Jones, Sebastian Stan, Jojo T. Gibbs
Regie: Mimi Cave
Drehbuch: Lauryn Kahn
Länge: 114 min.
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 15. April 2022
Verleih/ Vertrieb: Disney+

Ein Horrorfilm bei Disney+ ist selten. Die Neugier, zu sehen was da auf den Bildschirm kommt, ist dementsprechend groß. Obendrauf gibt es die Besetzung einer Hauptrolle aus dem Marvel-Universum. Fraglich ist bei dieser Kombination, ob mit FRESH wirklich ein Horrorfilm entstanden ist, oder die Werbetrommel einmal mehr zu stark gerührt wurde.

Story

Dass modernes Dating nicht ungefährlich ist, erkennt Noa, eine junge Frau, die bald feststellen muss, dass ihr neuer Freund seltsam blutige Gelüste hat.

Noa, die junge Single-Frau, hat eigentlich kein schlechtes Leben. Einzig ein Mann wäre wünschenswert. Um dieses Ziel zu erreichen ist Noa auf mehreren Plattformen für Onlinedating angemeldet, und überprüft täglich die neuen Vorschläge. Hat sie denn wirklich einmal ein Match, folgt nach kurzem Gespräch sogleich ein Dick-Pic. Tatsächliche Treffen enden alle gleich, denn es will einfach kein Deckel passen.

Der Retter

Die Wende kommt mit Steve. Während Noa einkaufen geht, trifft sie auf den gutaussehenden Mann. Er hat Witz, spricht frisch von der Leber weg, und ist von Beruf Schönheitschirurg. Ein Volltreffer also, sollte man meinen. Hals über Kopf verlieben sich die beiden und möchten ein spontanes Wochenende zusammen verbringen.

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Bedenken

Dass diese Idee vielleicht nicht die beste ist, eher noch naiv, bemerkt nur Mollie. Sie ist die beste Freundin von Noa und hält von dem Zwang einer Partnerschaft recht wenig. Mit Sorgen möchte sie Noa klar machen, dass das zu früh ist, erst recht, weil Mollie sich noch kein Bild von Steve machen konnte, und dieser auch keiner sozialen Plattform zugehörig ist. Dieser Umstand scheint 2022 tatsächlich unwirklich.

Einleitung extrem

Wir haben schon eine gute halbe Stunde FRESH hinter uns, als wir überraschend den Titel im Bild sehen. Ja, das Intro dauert lange 33 Minuten, und man ist gespannt, was nun noch kommen mag.

Anders als gedacht

Es ist kaum möglich einen Horrorfilm bei Disney+ anzusehen, ohne eine Handvoll Bedenken zu haben. FRESH zeigt aber schnell, dass selbst der Streaminganbieter über seinen lieblichen Schatten springen kann. Noa ist kein Liebchen, sie ist stark, lässt gern ein paar Fäuste im Boxring fliegen und hat eine gehörige Portion schwarzen Humor in sich.

Der Humor ist nebenbei auch ein Bestandteil von FRESH, der dem Film auf IMDb die Kategorie Komödie einbringt. Hier sollte man sich im Klaren sein, dass damit kein witziger Bullshit gemeint ist. Der Humor, wenn man ihn so nennen will, ist pechschwarz, meist giftig und von üblichen Horror-Komödien weit entfernt.

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Anders aber gut

Die Story um Noa und Steve ist nicht verschachtelt oder bietet einen überraschenden Twist. Ab Minute eins, in der Steve auftaucht, schwant einem, dass der Schönling nicht mit einer weißen Weste gesegnet ist. Noa hingegen, erblindet durch die rosa Brille, erfährt erst lange nach dem Zuschauer, dass da etwas nicht gut für sie läuft.

Trotz dieser Vorhersehbarkeit macht es Spaß FRESH zu verfolgen, im späteren Verlauf, wenn Noa hinter das Geheimnis gekommen ist, schauen wir gespannt auf ihr Tun. Was uns zum Schauspiel der beiden Hauptdarsteller bringt.

Steves mime, Sebastian Stan, gibt einen liebenswerten Psychopathen ab, während Daisy Edgar-Jones die Noa sogar mit einer kleinen Entwicklung versehen konnte. Auch technisch ist FRESH genau das: frisch, denn Bild und Score sind gut aufeinander abgestimmt und die Licht-Farbkombination gibt einzelnen Szenen einen besonderen Touch. Da wir aber immer noch bei Disney sind, muss mit etwas mehr Gewalt aus dem Off gerechnet werden? Nicht unbedingt. Ja, es finden viele Gewaltspitzen statt, ohne das wir sie sehen können. Allerdings gibt FRESH dafür an anderer Stelle wieder Gas und geizt nicht mit Blut oder Gewalt.

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Was gibt es auszusetzen?

Klar muss sein, dass FRESH das Rad nicht neu erfindet. Das typische Horror-Schema bleibt bestehen. Jede Szene wurde mehrfach gesehen und das Thema an sich ist ebenfalls kein neues. Das letzte Drittel hätte etwas ausgereifter daherkommen können, da wäre noch Luft nach oben gewesen.

FRESH ist eine kleine Überraschung geworden, in der Thrill und schwarzer Humor den Ton angeben. Auch wenn die Story zu großen Teilen vorhersehbar ist, macht FRESH einfach Spaß und ist ein frischer leichter Genrebeitrag, an dem vor allem Horror-Neulinge ihre Freude haben werden. Hartgesottene schätzen hingegen die Leichtigkeit, die auch ein Horrorfilm haben kann.

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