Review: GAIA – GRÜNE HÖLLE (2021)

gaia kritik
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

Please rate this

Noch keine User-Ratings

Darsteller: Monique Rockman, Carel Nel, Alex van Dyk
Regie: Jaco Bouwer
Drehbuch: Tertius Kapp
Länge: 96 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: ‎24. September 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: ‎ SquareOne Entertainment
FSK: ab 16

Pilze sind in unserem Leben allgegenwärtig.
Wir essen sie auf der Pizza oder in Soße, wir züchten Schimmelpilze für Käse, nutzen Pilze, um high zu werden, aber bekämpfen sie in feuchten Raumecken. Nach der Tschernobyl-Katastrophe sollte man im Wald keine mehr pflücken, dafür hat sich dort im Reaktor nun ein eigener Pilz gebildet, der sich von Radioaktivität ernährt.
Der „Fluch“ des Tutanchamun soll auf den gefährliche Aspergillus-Pilz zurückzuführen sein und das größte Lebewesen der Welt ist ebenfalls ein 1200 Fußballfelder großer Pilz in Oregon.

Trotz alledem fristen Pilze im Horror ein Schattendasein. Zwar greifen das Spiel THE LAST OF US und der Film THE GIRL WITH ALL THE GIFTS das Thema auf und in SHROOMS schickte ein Pilz die Protagonisten auf einen wüsten Trip, allzu viele ähnlich gelagerte Werke finden sich aber nicht.

Ob nach GAIA die Pizza Funghi noch schmeckt?gaia grüne hölle review

In GAIA gibt es Pilze satt. Hier begleiten wir zunächst zwei Forstbeamte in die Wildnis. Sie untersuchen die Natur mit Drohnen und Wildkameras, aber als sie tiefer in das ewige Grün eindringen, lernen sie nicht nur einen Eremiten und seinen Sohn kennen, sondern auch eine Flora, die tödlich sein kann…oder Leben rettet.

Fans des oben erwähnten THE LAST OF US, werden sich an die unangenehmen Clicker erinnern. Durch Pilzsporen mutierte Menschen, die blind, aber geräuschempfindlich und hochaggressiv sind. Eine ganz ähnliche Lebensform begegnet uns in GAIA wieder.

Hätte es der Film bei genau diesen „Pilzmenschen“ belassen und nur ein paar andere Elemente angehängt, wäre er vermutlich leichter zugänglich. Stattdessen scheint dieses Wesen eher das zusätzliche Element, während das Autoren/Regie-Team eine ganz eigene, aus Pilzen und Sporen bestehende Welt entstehen lässt.

GAIA startet zwar direkt in der wilden Natur, womit uns der Film direkt zum Schauplatz mitnimmt, lässt sich dann aber Zeit die Eigenheiten zu erklären. Da nur vier Personen mitspielen darf man nicht mit hohen Bodycounts rechnen, aber das ist auch nicht das Anliegen des Films.
Statt eine gutgelaunte Touristentruppe zu dezimieren, bewegt sich GAIA im Spannungsfeld aus Bodyhorror, Sektenstreifen und Ökohorror, wobei in diesem Fall die Natur nicht zurückschlägt, sondern einfach ihr Ding macht.

gaia grüne hölle kritik

Man kann überhaupt darüber streiten, ob „Horror“ der richtige Begriff ist, denn trotz unschönem Pilzbefall am menschlichen Körper, setzt das Werk nicht auf Schauwerte, sondern Story und Figuren.

Gute Idee, mäßige Umsetzung

Letztere sind Aussiedler Barend, sein Sohn Stefan, der die „zivilisierte“ Welt gar nicht kennt, und Rangerin Gabi, die nach einer Verletzung bei den Männern unterkommt.
Eigentlich böten sich schon hieraus kulturelle Unterschiede und Lebensansichten, zumal man sich fragt, ob Stefan Gabi eher als Mutterersatz oder potentielle Gefährtin sieht. Addiert man die fremdartigen Bedingungen hinzu, entsteht eine Konstellation, die so gar nicht alltäglich ist.gaia review

GAIA sieht professionell aus, was für die normale Kameraarbeit, das Setting und die Masken/Tricks gilt. Man merkt, dass, die Macher sich Gedanken machten, aber leider merkt man ihnen auch an, dass sie bislang vor allem im TV-Bereich zu tun hatten. So ambitioniert die Idee ist, der Film schafft weder über die Figuren, noch die Bedrohung dauerhaft Spannung aufzubauen und wirkt daher länger als er ist.
Mit einer besseren Erzählstruktur oder tatsächlich 5 Minuten weniger, wäre das nicht passiert.

Fazit: die Clicker-Problematik mag man positiv oder als Ideenklau auslegen, aber GAIA hat auch ohne diese gute Einfälle. Das vorhandene Potential schöpft der Film aber leider nicht aus.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Facebook Comments