MEAT KILLS ist der erste niederländische Horrorfilm, der in seiner Heimat eine Freigabe ab 18 Jahren erhielt. Man kann also erahnen, dass der eskalierende Konflikt zwischen Tierschützern und Schweinebauern von Regisseur Martijn Smits eine harte Nummer ist.
Die Handlung von MEAT KILLS
Mirthe arbeitet Undercover auf einer Schweinefarm. Als die Tierrechtsaktivistin beim heimlichen Filmen auffliegt, schließt sie sich einer Gruppe an, die mit Wut im Bauch nachts auf das Gelände eindringt und dort zwar keine Tiere mehr vorfindet, aber zumindest ein paar Graffiti dalassen will.
Auch das geht schief, sie werden überrascht und es beginnt ein gefährliches Katz- und Mausspiel mit den Betreibern des Hofes.

MEAT KILLS versucht ein Thema anzuschneiden, über das man nicht gerne spricht. In den Niederlanden leben rund 10 Millionen Schweine bei etwa 18 Millionen Menschen. Der Unterschied: die Lebenserwartung der Menschen liegt bei 82 Jahren, die Schweine leben unter erbärmlichen Bedingungen nur ein halbes Jahr, bevor man sie schlachtet.
MEAT KILLS: Home Invasion auf der Schweinefarm
Der Horror ist an dieser Stelle im Ansatz also real und dass Filme wie THE TEXAS CHAIN SAW MASSACRE, THE FARM oder ANONYMOUS ANIMALS mal mehr, mal weniger subtil damit spielen, bietet sich an.
Wenn MEAT KILLS aber eine Botschaft mitbrachte, verpufft die schnell, denn erzählerisch besitzt der Streifen die Finesse eine Metzger-Lehrlings.
MEAT KILLS ist am ehesten dem Home Invasion – Genre zuzuordnen, dafür bürgen auch die mittlerweile genretypischen Tiermasken.
Mit ein paar wechselnden Machtverhältnissen ist in solchen Filmen zu rechnen, hier hat aber alle paar Minuten jemand anderes die Oberhand, was unglaubwürdig wirkt und sämtliche Figuren wie Tölpel dastehen lässt. Durch vermeintlich clevere Twists ist zudem irgendwann kaum noch zu durchschauen, wer jetzt gerade auf wessen Seite steht.
Dass auch Folterfilm-Anteile enthalten sind, führt dazu, dass die Bauern erfahren, wie es sich anfühlt eine Ohrmarke verpasst zu bekommen oder mit einem angeblich schmerzfreien Elektroschock betäubt zu werden, während die Hofbesitzer ebenfalls auf brutale Methoden setzen.
Die versprochene Härte ist also da und ein paar der gezeigten Tötungs- und Folterwerkzeuge sind tatsächlich Teil einer Tierhaltung/-tötung. Ob allerdings wirklich auf einer Schweinefarm bzw. Schlachthof gedreht wurde, ist zu bezweifeln. Die Locations sehen eher nach x-beliebiger Fabrikhalle aus, in der nur das allernötigste umgebaut wurde.
MEAT KILLS bleibt ohne klare Botschaft
Dass hier nicht nur durch den Einbruch, sondern auch die unterschiedlichen Vorstellungen von Tierwohl zwei Fronten aufgemacht werden, erlaubt beiden Seiten nebenbei ihre Argumente vorzutragen, aber MEAT KILLS ist schon deswegen kein Film, der Partei ergreift, weil nahezu alle Figuren unsympathisch oder nervig wirken.
Bezeichnend ist vielleicht eine Szene, in der ein Schwein – übrigens das einzige im gesamten Film – einen verletzten Menschen frisst, was unterstreicht, dass Martijn Smits keine Ideologie, sondern Horror vermitteln will.
Trotzdem verwundert es, dass gerade MEAT KILLS von Kijkwijzer (was der niederländischen FSK entspricht) die hohe 18er-Freigabe erhielt.
Zwar gilt zu beachten, dass er nicht der erste Film, sondern nur der erste rein niederländische Film dieser Einstufung ist und internationale Werke wie TERRIFIER 1-3, SAW 2 und 3 oder I SPIT ON YOUR GRAVE 2 durchaus in der Vergangenheit mit 18+ eingestuft wurden, trotzdem kamen beispielsweise THE HUMAN CENTIPEDE 2 oder MARTYRS ab 16 durch und auch andere Beispiele belegen, dass die Jugendschützer unseres Nachbarlandes liberal zu Werke gehen.
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Bei aller vorhandener Gewalt ist MEAT KILLS aber kein Film, der in einer Liste der härtesten oder verstörendsten Horrorfilme aller Zeiten auftauchen wird und macht sich schon durch seine hemdsärmelige Inszenierung und mäßiges Schauspiel leicht vergessbar. Nicht mal als Propagandafilm für den Schweinebauern- ODER Veganerverband taugt er und das nicht, weil er so differenziert an das Thema Tierhaltung heranginge, sondern weil er jegliche Message nur vorschiebt.
Fazit zu MEAT KILLS
MEAT KILLS unterhält leidlich, macht in seinen Kills auch Spaß, lässt aber keine tiefen Eindrücke zurück. Wer wirklich sehen will, wie „Fleisch tötet“ sollte sich DOMINION oder Horror a la EARTHLINGS ansehen (beide in voller Länge auf YouTube).
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FAQ
Wie brutal ist MEAT KILLS?
Der Film ist hart und setzt stark auf praktische Gore-Effekte. Er gilt als einer der härtesten niederländischen Horrorfilme der letzten Jahre und hat in den Niederlanden als erster Horrorfilm eine 18+-Freigabe erhalten.
Welchen Stil verfolgt der Film?
MEAT KILLS orientiert sich an europäischen Horrorfilmen der 2000er-Jahre. Er verbindet Gesellschaftskritik mit Gewalt und moralischer Ambivalenz.
Für wen lohnt sich MEAT KILLS?
Für Fans von hartem europäischem Horror wie FRONTIER(S), HIGH TENSION oder CALVAIRE, die moralisch ambivalente und blutige Filme schätzen.










