NEVER AFTER DARK ist ein japanischer Horrorfilm um eine Frau, die mit Geistern kommunizieren kann.
Das erinnert womöglich an bekannte Werke des J-Horrors wie RINGU, JU-ON: THE GRUDGE, PULSE / KAIRO, oder die bei vielen immer noch Gänsehaut erzeugen, aber teils mehr als 25 Jahre alt.
Zwischenzeitlich wurde es relativ ruhig um diese Art Film.
Schauen wir mal, ob NEVER AFTER DARK frischen Schwung in japanischen Grusel bringt.
Die Handlung von NEVER AFTER DARK
Airi ist ein Medium, das durchs Land reist, um Toten, die in der Zwischenwelt gefangen sind und als Geister erscheinen, Frieden zu geben.
Ihr neuester Auftrag führt sie zu einem ehemaligen Hotel, wo Teiko und ihr erwachsener Sohn Gunji leben. Während der Sohn nicht an das Übernatürliche glaubt, berichtet Teiko von einer gespenstischen Erscheinung.
Es dauert nicht lange, bis Airi selbst eine unheimliche Präsenz wahrnimmt, doch dieser Fall ist alles als alles, was sie kennt.
Dass Airi, gespielt von Moeka Hoshi, keine Schwindlerin ist, sondern wirklich tote Menschen sehen kann, erzählt uns NEVER AFTER DARK schon zu Beginn, denn sie reist mit ihrer älteren Schwester Oita, die allerdings nur in reflektierenden Oberflächen wie Spiegeln erscheint und da sie schon lange tot ist, in einem Kinderkörper gefangen ist.
Oita ist oft eine warnende und mahnende Stimme, sorgt manchmal auch für etwas Erheiterung und da Airi die Bewohner erst mal aus dem Haus wirft und selbst einzieht, ist sie auch Gesprächspartnerin.
NEVER AFTER DARK setzt auf Atmosphäre statt Jumpscares
Airi hat daher auch keine Angst vor Geistern und geht abgeklärt zur Sache, denn wie sie einmal selbst sagt, fürchtet sie die Lebenden mehr als die Toten. Sie hat es sich allerdings selbst zur Auflage gemacht nur am Tag zu arbeiten, was den Filmtitel erklärt. Denn in der Nacht ist der Schleier, der das Reich der Menschen von den Geistern trennt, besonders dünn.
Mit Hilfe eines Spiegels und einer Kerze versetzt sie sich in einen Trance-artigen Zustand, um dem Geist, der sich als Mann mit entstelltem Gesicht erweist, den Weg zu zeigen.
Da es sich bei dem Gebäude wie erwähnt um ein altes Hotel handelt, schwingen gewisse SHINING-Vibes mit, wenn auch eine Nummer kleiner. Das Haus ist zudem auch ziemlich abgelegen, lange alleine ist Airi aber dennoch selten, denn immer wieder tauchen die beiden Besitzer oder auch Fremde dort auf, die manchmal Fragen mitbringen, aber auch die Geschichte Stück für Stück voranbringen.
NEVER AFTER DARK lässt es sachte angehen und obwohl man als Zuschauer an verschiedenen Stellen mit aufgepumpten, lauten Jumpscares rechnet (die Chancen wären da), verzichtet der Film auf diese fast vollständig, sondern baut Atmosphäre aus. Dadurch wächst mit der Zeit allerdings der Verdacht, dass uns Regisseur und Autor Dave Boyle womöglich eine perfide Geschichte der Marke THE SIXTH SENSE oder THE OTHERS erzählen will. Auch das stimmt nur zur Hälfte, denn auch wenn NEVER AFTER DARK ein ähnliches Publikum ansprechen wird, wird der bekannte Twist nicht noch einmal recycelt.
Dave Boyle verbindet in NEVER AFTER DARK J-Horror mit westlichem Blick
Stattdessen hat sich Boyle etwas anderes einfallen lassen, das gar nicht mit Paukenschlag offenbart wird, aber dem Film trotzdem eine unerwartete Wendung gibt.
Dabei lohnt es sich auf Nebentätigkeiten zu verzichten und auf Leinwand oder Bildschirm zu konzentrieren, denn der Film verzichtet bis auf wenige Ausnahmen auf mundgerechte Erklärungen.
Dass Dave Boyle Amerikaner ist, der aber meist in Japan arbeitet (MAN FROM RENO, HOUSE OF NINJAS) erweist sich als ungewöhnlicher Glücksfall, der das beste aus beiden Welten vereint.
NEVER AFTER DARK wirkt dadurch einerseits dezent und zurückhaltend, andererseits aber westlich angehaucht, weswegen beispielsweise das oft gescholtene fernöstliche Overacting ausbleibt.
Fazit zu NEVER AFTER DARK
Wie bei vielen Horror- und Gruselfilmen der neueren Generation ist es nicht so, dass NEVER AFTER DARK versucht das Genre neu zu erfinden. Er ist nur sorgfältig und (im Rahmen seines Themas) glaubwürdig erzählt, hat eine Hauptfigur über die man mehr wissen möchte, nimmt seine Figuren und Publikum ernst und macht wenig falsch.
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FAQ
Wer spielt die Hauptrolle in NEVER AFTER DARK?
Das Medium Airi wird von Moeka Hoshi gespielt, international bekannt aus der Serie SHŌGUN. An ihrer Seite stehen Kurumi Inagaki und Kento Kaku, beide zuvor in der Netflix-Serie HOUSE OF NINJAS zu sehen.
Warum arbeitet Airi in NEVER AFTER DARK nur bei Tag?
Was hebt NEVER AFTER DARK vom üblichen J-Horror ab?
Regisseur Dave Boyle ist US-Amerikaner, dreht aber in Japan – er verbindet die dichte Atmosphäre des J-Horrors mit westlichem Erzählblick und verzichtet fast völlig auf laute Jumpscares. Vorab gelobt haben ihn Genre-Größen wie Stephen King und Scott Derrickson.










