Review: BEAST – JÄGER OHNE GNADE (2022)

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Redaktion: 5.0

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Darsteller: Idris Elba, Liyabuya Gongo, Martin Munro, Daniel Hadebe
Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: Ryan Engle
Länge: 89 min
Land: ,
Genre: , ,
Veröffentlichung: 10. November 2022 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Universal
FSK: ab 16

CUJO ist (als Film) fast 40 Jahre alt und in den letzten Jahren mehrten sich die Gerüchte, dass es ein Remake geben soll. Dieses mag kommen oder auch nicht, aber als Übergangslösung ist BEAST mit ähnlicher Prämisse ein brauchbarer Appetithappen.

Worum geht es in BEAST?
Vater Nate und seine beiden Teenager-Töchter machen Urlaub in Afrika. Dort wohnt Onkel Martin, der nicht nur Gastgeber ist und gegen Wilderer kämpft, sondern sich auch in der Wildnis und vor allem mit Löwen auskennt. Doch auch der kann nicht absehen, dass ein gefährlicher Einzelgänger alles tötet, was er kriegen kann. Plötzlich sitzen die vier teils schwer verletzt in einem defekten Auto im Nirgendwo fest, während die einzige Hilfe ausgerechnet von Wilderern zu erwarten ist…

Neben der CUJO-Situation darf man sich ein Stück weit auch an DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT erinnert fühlen und Verwandtschaft zu DANGER PARK ist ebenfalls gegeben.
Allen Assoziationen zum Trotz kann man BEAST nicht vorwerfen ein purer Abklatsch zu sein, er erfindet aber auch nichts Neues.beast jäger ohne gnade idris elba

Insofern muss er mit anderen Attributen überzeugen, was unterschiedlich gut funktioniert.
Beginnen wir bei den Löwen, die besser aussehen als manch anderes CGI-Tier, deswegen aber noch nicht 100% echt wirken.
Auch das Verhalten der Tiere darf hinterfragt werden, denn so scheint das aggressive Männchen nicht nur hungrig auf Menschenfleisch, sondern wirkt schlicht mordlustig und ist sich dann nicht zu schade mit dem Kopf mehrfach gegen das Auto zu rennen.
Der Effizienz schadet das nicht, denn Leichen pflastern seinen Weg und ein ganzes Dorf Wildnis-erfahrener Einheimischer oder eine Reihe schwerbewaffnete Männer zu töten, ist für einen einzelnen Leo ein gutes Ergebnis.

Andererseits verhält sich die Menschenfamilie auch nicht gerade clever. Wiederholt verlässt man planlos den Wagen, lässt schon mal die Scheibe unten (was soll passieren?) und wenn man es in ein Gebäude schafft, bleibt eben die Tür offen (WAS SOLL PASSIEREN?).beast jäger ohne gnade review

Logik ist nicht die Stärke von BEAST – JÄGER ohne Gnade, Action schon

Achtung SPOILER:
Umso unrealistischer wirkt eine Szene, in der Nate den Kampf mit dem Mähnenmonster aufnimmt. Entweder hat Nate Haut aus Kevlar oder die Drehbuchautoren gehören entlassen.
SPOILERENDE.

Idris Elba spielt Nate. Elba ist natürlich ein Name, bei der Rollenauswahl schaut er aber nicht immer so genau hin (falls sich jemand an DER DUNKLE TURM erinnert). In diesem Fall sieht die Sache so aus, dass er besser spielt, als es seine Rolle verlangt. Der Subplot um den Vater, der Arzt ist, aber nicht verhindern konnte, dass die Mutter seiner Kinder an Krebs starb, ist nämlich ein typischer Zeitfüller.

Besonders eine der Töchter nimmt ihm das übel, zumal sich die Eltern auch noch trennten.
Während das alles gut sein kann, glaubt niemand, dass dieses Thema gerade dann auf vorwurfsvolle Weise aufkommt, während man blutverschmiert mit zu wenig Wasser und kaputtem Seitenfenster in Lebensgefahr schwebt.

Wie schon gesagt, das Drehbuch ist nicht die Stärke von BEAST und während CUJO komplett auf das zermürbende Ausharren im Auto setzte, deutet BEAST Wasserknappheit, Hitze und andere Probleme nur an. Schwere Verletzungen werden mit einem heißen Taschenmesser gelötet.beast jäger ohne gnade rezension

Wie man sich in Hollywood Afrika vorstellt

Allerdings sind die Actionszenen doch gelungen und selbst wenn man weiß, dass sich ein echter Löwe vermutlich anders verhält, wachsen die Sorgenfalten des Zuschauers, wenn dieser versucht ins Auto zu gelangen.

Da wir das Jahr 2022 schreiben, ist sich auch Hollywood bewusst, dass es nicht mal mehr im Tierhorror zeitgemäß ist, alleine das Tier als böse zu verkaufen und dass sich nur die allergrößten Arschlöcher an Großwildjagd und deren Trophäen erfreuen. Daher erhält das Thema Wilderer einen höheren Stellenwert und als Ausgleich für den aggressiven Löwen, werden einige andere der Großkatzen als liebevoll-verschmust dargestellt.

Fazit:
Wenn man den Verstand schon am Flughafen abgibt, ist diese Afrika-Reise mitunter unterhaltsam und technisch anständig inszeniert, wer aber nur mal ganz kurz ins Grübeln kommt, wird feststellen, dass Logiklöcher in der Größe einer Löwenklaue BEAST doch gewaltig zerreißen.

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