Als Familie Creed in ein abgelegenes Haus nahe der dichten Wälder Maines zieht, suchen sie Ruhe von der Großstadt. Doch dunkle Erinnerungen und ein Tierfriedhof werfen ihre Schatten und bald sieht sich die Familie mit allen Formen von Tod und Verfall konfrontiert.
Nach ES ist FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE die zweite bedeutsame Neuauflage eines Stephen King – Klassikers, dessen Erstverfilmung für manches Kindheitstrauma sorgte.
Gemeinsam haben beide Stoffe auch, dass die jeweiligen Filmemacher Wert darauf legen, dass sie sich nicht auf den älteren Film, sondern die Literaturvorlage bezogen.
Offenbar war man der Ansicht, dass Victor Pascow, der Student der Louis Creed unter den Händen wegstirbt, nun ein Schwarzer sein sollte. Das bringt etwas politically correctness, mehr nicht.
Trotzdem baut der Film eine bedrohliche Atmosphäre auf, die nicht nur auf dem düsteren Stoff, optisch finsteren Bildern, sondern auch einer guten schauspielerischen Leistung ruht.
Zwar bleiben die Eltern relativ oberflächlich, aber Tochter Ellie, eine neunjährige, die beginnt sich für das Thema Tod zu interessieren, erhält nicht nur als Rolle mehr Aufmerksamkeit, sondern wird von der jungen Jeté Laurence auch einwandfrei gespielt.
Gleiches gilt für den von John Lithgow (DEXTER) gemimten Nachbar Jud Crandall.
Die meisten anderen Schauspieler sind vernachlässigbar. So wie sich die Geschichte größtenteils auf das Haus der Creeds und die umliegenden Wälder konzentriert, fokussiert sie sich auch auf wenige Hauptfiguren.
Umgekehrt muss die Frage erlaubt sein, welche Veränderung reiner Aktionismus ist und welche den Film voranbringt.
Beispielsweise sind die maskentragenden Kinder, die auf dem Poster zu sehen sind, kein Gewinn, sondern wirken für eine Minute unheimlich, verschwinden dann aber schnell wieder aus der Story.
Zelda, die todkranke, bösartige Schwester von Rachel Creed, taucht in diesem Film natürlich ebenfalls wieder auf und während nicht nur der Autor dieses Reviews, sondern auch viele andere Zuschauer die Figur im alten Film als prägend grausig beschrieben, wirkt sie 2019 etwas weniger bedrohlich und der Grund dafür ist symptomatisch für weitere Szenen: man wollte zu viel.
Im Roman und der ersten Verfilmung war Zelda, die in ihren eigenen Fäkalien liegend, mit verdrehtem Rückgrat im Hinterzimmer versteckt wurde, eine groteske, aber nachvollziehbare Figur.
In der aktuellen Verfilmung wirkt vor allem ihr Tod unnötig überzogen.
Legt man hingegen Roman und beide Verfilmungen nebeneinander, wird man den Eindruck nicht los, dass sich diesmal die Produzenten dazu hinreißen ließen, auf Teufel komm raus noch einen draufzulegen, aber damit letztlich das ehemals stimmige Gesamtkonzept schädigten.










