Regisseur Eric England ist noch keine 30 Jahre alt, veröffentlicht mit GET THE GIRL aber bereits seinen fünften Langfilm und zeigt zudem eine positive Entwicklung.
War MADISON COUNTY noch Durchschnittskost aus den Backwoods, zeigte CONTRACTED einen interessanten Ansatz des Themas Geschlechtskrankheiten und mit GET THE GIRL wird ein abwechslungsreiches Drehbuch mit Home Invasion-Elementen und Comedy gepaart.
Clarence ist zwar reich, aber bei seiner Angebeteten, Barkeeperin Alex, kann er nicht landen. Dafür kann er Patrick buchen, einen coolen Typen, der sich mit Frauen auskennt und für genügend Geld bereit ist Clarence zu helfen.
Der drastische Plan: Clarence soll zu Alex‘ Held werden, indem er sie aus der Hand von Entführern befreit. Doch die ist tougher als erwartet und als es die ersten Toten gibt, wird klar, dass das keine gute Idee war.
GET THE GIRL beginnt wie eine echte romantische Komödie und nimmt sich Zeit, bevor er Gas gibt, weiß aber trotzdem zu unterhalten. Auch wenn Clarence Vorgehensweise fragwürdig ist, ist er ein liebenswerter „Held“, und selbst der schmierige, aber clevere Patrick macht Spaß. Alex schließt man spätestens ins Herz, wenn sie ihren Entführern in die Eier tritt.
Das ist dann auch der Punkt an dem aus der reinen Rom-Com eine dunkelschwarze Komödie wird.
Die angeheuerten Gangster übertreiben es mit der Härte, das Opfer unternimmt einen Fluchtversuch nach dem anderen, man streitet sich um Geld, es verteilt sich Gehirn auf der Wand.
Kurz: es wird chaotisch.
Für den Zuschauer bleibt die Geschichte trotzdem leicht nachvollziehbar und spielt nach dem ersten Drittel ausschließlich auf Clarence luxuriösen Anwesen. Hier gibt es zwar einige Längen, aber keine Langeweile, weil neben den genretypischen Wendungen (unerwarteter Besuch) auch einige echte Überraschungen einschlagen.
Auch wenn man hier nicht eindeutig von Home Invasion sprechen kann – immerhin werden die Bösewichte quasi eingeladen – finden sich einige der üblichen Bestandteile dieses Subgenres wieder und gerade weil viele dieser Filme oft durch realistische Härte glänzen, tut der Over-the-top-Slapstick von GET THE GIRL gut, ohne dadurch gleich zu einem Familienfilm a la KEVIN ALLEIN ZU HAUS zu werden.
Die Darsteller sind passenderweise auch keine „reinen“ Horrormimen, Justin Dobies (Clarence) und Elizabeth Whitson (Alex) nicht einmal besonders erfahren, Noah Segan kennt man hingegen aus CABIN FEVER 2 oder DEADGIRL, Taylor Scout-Compton dürften viele mit HALLOWEEN (2007) verbinden.
Die Mischung aus Härte und Humor funktioniert, wobei eine hohe Situationskomik hervorzuheben ist, dafür aber die Figur des affektierten klischeeschwulen Fahrers zwar funny sein soll, aber doch schnell nervt.
Völlig makellos ist GET THE GIRL daher nicht, es macht aber Spaß dabei zuzusehen wie einer, der vom Horrorfilm kommt, ein anderes Genre anpackt. Auch wenn hier mit der Freigabe getrickst wurde und die Disc dank Bonusmaterial „ab 18“ eingestuft ist, während der Film selbst „ab 16“ ist, ist klar, dass dies kein Disneyfilm ist.