SAYARA – REVENGE IS DARKNESS ist ein Film von Can Evrenol, der vor rund 10 Jahren mit BASKIN einen der bekanntesten türkischen Horrorfilme drehte.
Während BASKIN ein höllischer Trip mit übernatürlichen Elementen war, ist SAYARA klassischer Rape & Revenge… und reichlich brutal.
Die Handlung von SAYARA – REVENGE IS DARKNESS
Sayara ist eine turkmenische Auswanderin, die in der Türkei als Putzfrau in einem Fitnessstudio arbeitet. Ihre Schwester Yonca hat eine Affäre mit Gym-Betreiber Baris. Als es zwischen den beiden zum Streit kommt, wollen Baris und seine Freunde der jungen Frau eine Lektion erteilen. Doch die Lage eskaliert, Yonca wird vergewaltigt und getötet.
Während die einflussreichen Männer darauf vertrauen mit den Verbrechen durchzukommen, schwört die kampfsporterfahrene Sayara brutale Rache.
Ein türkischer Beitrag zum Rape-&-Revenge-Genre
Bei Rape & Revenge steckt der Spoiler natürlich schon in der Genre-Bezeichnung und mit erheblichen Überraschungen ist dementsprechend nicht zu rechnen. Dass hier eine Martial Arts-Spezialistin die Rache ausführt klingt sogar nach altmodischem US-Kino der 80er. Da gibt es die Rückblenden auf den Vater, der die Tochter in Kampf und Disziplin unterrichtete gleich dazu, aber glücklicherweise verzichtet Evrenol auf markige Sprüche und Pathos, sondern widmet sich einer gradlinigen Abrechnung.
Ein Detail, das im Blutrausch leicht untergehen kann, ist die anfängliche Zuneigung der Putzfrau zu ihrem Boss, mit dem sie in Tagträumen innige Küsse austauscht, was den kommenden Ereignissen einen Beigeschmack verleiht.
Eine weitere Besonderheit ist, dass Yonca nicht als die Unschuld vom Lande dargestellt wird. Sie hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann, bedroht und beschimpft ihn und wirkt wie ein Mensch, die öfter in Schwierigkeiten gerät. Dass die Art von Mann, wie sie uns der Film vorstellt, kein hohes Bild von ihr hat, ist daher nachvollziehbar dargestellt. Dass das aber kein Freifahrtschein für irgendetwas ist, muss Sayara den Typen beibringen.
Wenig Sex, viel Härte, kein Schnickschnack
Wie immer ist bei dieser Art Film über das Verhältnis des sexuellen Missbrauchs und der anschließenden Vergeltung zu sprechen. SAYARA zeigt zwar ungeniert wie Yonca zu Tode kommt, erspart und aber die meisten sexuellen Details. Anders als beispielsweise in I SPIT ON YOUR GRAVE, der die mehrfachen Vergewaltigungen relativ detailliert bzw. lange zeigte, überlässt SAYARA den Großteil der Fantasie des Zuschauers.
In Sachen Gewalt kennt der Film hingegen kein Erbarmen und hält voll drauf. Leidglich wenn sich der erbarmungslose Racheengel einem Kleinkind mit einem Messer nähert, ist erneut Fantasie gefragt.
Dass die Brutalität roh und realistisch rüberkommt und auf allzu konstruiert wirkende Szenen verzichtet (auch hier sei I SPIT ON YOUR GRAVE als Vergleich genannt), hilft dem Film.
Nur an einer Stelle neigt man als Zuschauer dann doch zum Kopfschütteln (SPOILER), denn dass Sayara fünf Männer gefesselt und damit wehrlos vor sich hat, aber beschließt gegen jeden von ihnen nacheinander zu kämpfen, wirkt an den Haaren herbeigezogen.
Obwohl auch die Griffe und Hebel, die sie ansetzt, glaubwürdig und zur Selbstverteidigung geeignet wirken, wäre der Gefahr, dass mindestens einer der größeren, stärkeren und schwereren Männer einen Lucky Punch landet zu groß.
Aus Sicht des Gore-Bauern, der den Typen Schmerzen gönnt, ist die Szene und das unerbittliche Finale aber dennoch ein Vergnügen.
Hinsichtlich der schauspielerischen Leistung ist SAYARA sicher kein Meisterwerk, Hauptdarstellerin Duygu Kocabiyik ist ein gewisser Fitnessgrad aber anzumerken. Die männlichen Kollegen unterscheiden sich indes nur in der Kategorisierung von Arschloch bis großes Arschloch voneinander und auch wenn Evrenol, der auch das Drehbuch schrieb, versucht Schattierungen einer Charakterisierung einzubauen, ist dies vielleicht einfach nicht der Film für Feinheiten.
Fazit zu SAYARA – REVENGE IS DARKNESS
Stattdessen gibt’s mit der groben Kelle, was auch in Ordnung ist, und wer einfach mal wieder Lust auf einen harten Vendetta-Streifen hat, liegt hier goldrichtig.
Übrigens: Dass das dem Mediabook beiliegende Booklet Auszüge eines Comics enthält, das an das THE CROW-Comic erinnert, ist womöglich kein Zufall, denn auch wenn Sayara keine übernatürlichen Kräfte hat, erinnert die nahezu Wendungslose, straighte Rache an den Eric Draven aus der Graphic Novel.
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FAQ
Wer ist Regisseur Can Evrenol?
Can Evrenol ist ein türkischer Regisseur, der vor allem durch den Horrorfilm BASKIN internationale Bekanntheit erlangte. Mit SAYARA – REVENGE IS DARKNESS bleibt er den harten Gewaltdarstellungen treu, erzählt diesmal aber einen klassischen Rape-&-Revenge-Film mit deutlichem Martial-Arts-Einschlag.
Welche Rolle spielt Martial Arts in SAYARA – REVENGE IS DARKNESS?
Die Kampfkünste der Hauptfigur sind ein zentrales Element des Films. Statt sich ausschließlich auf Waffen oder Zufälle zu verlassen, setzt SAYARA auf intensive Nahkämpfe, die den Rachefeldzug maßgeblich prägen.
Für Fans welcher Filme könnte SAYARA – REVENGE IS DARKNESS interessant sein?
SAYARA richtet sich vor allem an Zuschauer, die kompromisslose Rape-&-Revenge-Filme schätzen. Durch die Verbindung mit Martial-Arts-Action hebt sich der Film innerhalb des Genres jedoch von vielen vergleichbaren Vertretern ab.











