Mit FIST liefert Regisseur Tibor Astor einen Underground-Film, der sich an gleich zwei True-Crime-Fällen orientiert. Zum einen an Dirk P., dem sogenannten „Darkroom-Mörder“, der 2012 in Berlin drei Männer tötete, die sich auf ihn einließen. Zum anderen am „Eunuch Maker“ Marius Gustavson, der dutzende Männer vor laufender Kamera kastrierte und mit seinen Videos online Geld verdiente.
Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es hart zur Sache: Hardcore-Erotik trifft auf Splatter und Gore. Das Drehbuch stammt von Jean Rises, der in erster Linie für True Crime Literatur und brutale Horror-Romane bekannt ist (z.B. OGRISH). Vor der Kamera stehen Mike Gross in der Hauptrolle, außerdem Leo Bulgari und Appa Purohueso.
Die Macher ließen sich von deutschem Splatter- und Gore-Horror aus den 90ern inspirieren. Die Handlung folgt einem Mann, der mit dem Leichnam seines verstorbenen Partners zusammenlebt. Getrieben vom Schmerz und dem eigenen Wahnsinn streift er durch Schwulenbars, verführt Männer und tötet sie, um ihnen das Herz zu entreißen. Aus welcher Körperöffnung? Nun… das dürft ihr euch selbst denken.
Während die Sex- und Mordszenen überwiegend überzeugend inszeniert sind, geraten die ruhigeren Momente, in denen die innere Zerrissenheit der Hauptfigur gezeigt wird, manchmal etwas drüber. Aber: FIST ist ein Undergroundfilm, der mit seinen geringen Mitteln ein gutes Ergebnis erreicht. Die praktischen Gore-Effekte stammen von Cristopharo Domiziano (FLAMMENTOD) und sind gut gelungen.
In 75 Minuten Spielfilmlänge erwarten euch Leder-Outfits, viel nackte Haut, expliziter Gay Fetish Porn mit BDSM, echte Körperflüssigkeiten und Demütigung in verschiedenen Variationen zu elektronischer Musik.
FIST erscheint zunächst nur als streng limitierte Edition von 100 Stück mit zwei unterschiedlichen Covern. Der Vorverkauf startet demnächst.
Fazit zu FIST:
Dieser Film ist definitiv nichts für zarte Gemüter – und schon gar nicht für jedermanns Geschmack. Aber er hat seine Berechtigung als radikaler, kompromissloser Schritt in Richtung „Gay-Gore“ und reiht sich damit konsequent in eine Underground-Tradition ein, die Grenzen nicht nur testet, sondern bewusst überschreitet.







