Review: DER NACHBAR – DIE GEFAHR LEBT NEBENAN (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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4/10 (1)

Darsteller: William Fichtner, Colin Woodell, Jean Louisa Kelly
Regie: Richard Byard, Aaron Harvey
Drehbuch: Aaron Harvey
Länge: 93 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 07. März 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 12

 

Was tun, wenn das eigene Leben langweilig und öde ist? Vielleicht einfach mal schauen, was der Nachbar so treibt. James Stewart hat es getan (DAS FENSTER ZUM HOF), Tom Hanks hat es getan (MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN), auch Shia LaBeouf (DISTURBIA).

In DER NACHBAR – DIE GEFAHR LEBT NEBENAN ist es William Fichtner (L.A. CRASH, CONTACT), der öfters mal einen Blick aufs Grundstück der neuen Nachbarn wirft und das aus verschiedenen Gründen.

Mike arbeitet meist von zuhause und sein Leben ist so abwechslungsreich wie seine eingerostete Ehe. Als nebenan Scott und Jenna einziehen, freut er sich zunächst über etwas frischen Wind in der Nachbarschaft, doch während ihm Scott rasch weniger sympathisch erscheint, fühlt er sich zu Jenna hingezogen. Als er herausfindet, dass Scott nicht nur aufbrausend, sondern seiner Frau gegenüber offenbar gewalttätig ist, will er Jenna helfen und droht selbst alles zu verlieren.

HALT, bevor jemand mit falschen Erwartungen weiterliest oder gar einkaufen geht, während die oben genannten Filme Thriller(-Komödien) waren, ist DER NACHBAR trotz des „gefährlichen“ Untertitels und des vielsagenden Covers im Drama-Revier unterwegs. Selbst die „ab 16“ – Freigabe ist geschummelt und lediglich auf das Bonusmaterial der Disc zurückzuführen. Tatsächlich ist DER NACHBAR ab 12 freigegeben.

Nichtsdestotrotz ist das Ergebnis teilweise recht glaubhaft, denn Fichtner spielt Mike wie einen Typen mittleren Alters, der sogar seine eigenen Midlifecrisis verpasst hat und auch dass er der Nachbarin in Not helfen will, ist seriös dargeboten. Die wiederum legt Verhaltensweisen an den Tag, die für destruktive Beziehungen teilweise gängig sind. Verleugnen, auf bessere Zeiten hoffen, Trennungspläne schmieden, zum Partner zurückkommen.
Vielleicht hätte man sich die romantischen Gefühle Mikes sparen sollen, weil dadurch seine Beweggründe verwässert werden, aber auch das ist nachvollziehbar.

Doch leider zieht sich die Handlung recht lang und während wir Mikes Privatleben näher durchleuchtet bekommen (das wie schon beschrieben höhepunktarm ist), erfahren wir wenig über Jenna, die dadurch eine weitere irrational handelnde Frau bleibt, die nicht vom falschen Typen loskommt.

Scott bleibt ebenfalls ein unterentwickelter Charakter, Mikes Frau trägt wenig bei, sein Sohn wirkt komplett überflüssig. Genau diese Figuren hätte es aber gebraucht, um die Hauptdarsteller zu unterstützen und die Löcher in der Story zu stopfen.

Ein echter Thriller wäre DER NACHBAR ohnehin nicht geworden, das war aber offensichtlich nie Absicht der Macher und soll daher kein Kritikpunkt sein. Doch auch wenn man den Film ohne Erwartungshaltung betrachtet, ist nicht zu übersehen, dass es an verschiedenen Ecken klemmt.

 

 

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