Review: VICTIM (2011)

Victim
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 2.5

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3.8/10 (16)

Darsteller: Michael Biehn, Jennifer Blanc, Ryan Honey
Regie: Michael Biehn
Drehbuch: Reed Lackey, Michael Biehn
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Als Schauspieler ist Michael Biehn seit 30 Jahren ein Name, für VICTIM übernahm er aber nicht nur die Hauptrolle, sondern schreib auch das Drehbuch und führte Regie. Damit nicht genug durfte Biehns Frau Jennifer Blanc produzieren, die weibliche Hauptrolle übernehmen und ihre Mutter in einer Mini-Rolle unterbringen.
Ein echter Familienfilm also, auch wenn das inhaltlich anders aussieht:

Kyle lebt alleine in der Wildnis. Naturgemäß ist dort wenig los, doch als eines Abends die verzweifelte Annie an die Tür klopft, die den Mord an ihrer Freundin beobachtet hat und nun selbst gejagt wird, ändert sich alles. Es dauert nicht lange, bis auch die Mörder auftauchen…

Sex sells bekanntermaßen und das dachte sich offenbar auch das Ehepaar Biehn/Blanc, die direkt mit einer Sexszene ins Geschehen einsteigen, die als weiblichen Part Danielle Harris (HALLOWEEN, HATCHET 2+3) zeigt. Einen Ausraster des männlichen Partners später ist ihre Figur tot und taucht nur noch in den zahlreichen Rückblenden auf. Es wird nicht die einzige hautbetonte Szene bleiben, die VICTIM parat hat.

Eine davon zeigt Jennifer Blanc zusammen mit Michael Biehn. Während den beiden eine gewisse Vertrautheit in diesem Moment ebenso anzumerken ist, wie in einer Szene, in der sich sie sich streiten, darf man nicht vergessen, dass sie sich im Film erst seit wenigen Stunden kennen. Zudem dürfte eine Nummer mit einem Einsiedler wohl das Letzte sein, wonach jemandem der Sinn steht, der nicht nur um die tote Freundin trauert, sondern auch in akuter Lebensgefahr ist.

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Ansonsten gibt Biehn den knarzigen Eigenbrötler, der stellenweise an seine Rolle in THE DIVIDE erinnert. Blanc ist das blonde Opfer, das sich jeder männlichen Figur an die Hose wirft.
Zusammen bringen es die beiden auf rund 150 Schauspieleinsätze, spielen aber hier gnadenlos aneinander vorbei und vor allem Blanc wirkt überfordert.

Ein Drehbuch, das kaum Highlights bietet, sich in lahmen Rückblenden verliert und sonst nur zwischen Kyles Hütte und Tatort hin- und her wechselt, unterstützt die Angelegenheit ebenfalls nicht.
Selbst der Mord findet nur Offscreen statt und auch wenn es im letzten Filmdrittel nochmal brutaler wird, vermittelt der Film wenig von seinem Anspruch ein Exploitation-Streifen zu sein.

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Über alledem schwebt die Idee, dass in der Gegend bereits weitere Frauen verschwanden. Mit einer besseren Story hätte man die entsprechenden Andeutungen elegant im Film unterbringen können, stattdessen fallen sie zu sehr auf, um die Bombe effektvoll platzen zu lassen. Immerhin, der Monolog, der mit der Aufdeckung einhergeht, zählt zum Höhepunkt von VICTIM.

Fazit: Schön, dass Michael Biehn seit einigen Jahren vermehrt versucht im Thriller – und Horror – Bereich Fuß zu fassen, die Mehrfachbelastung ist an dieser Stelle aber zu viel für ihn und das echte „Opfer“ ist der Zuschauer.

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