Review: PET (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: Dominic Monaghan, Ksenia Solo, Jennette McCurdy
 
Regie: Carles Torrens
 
Drehbuch: Jeremy Slater
 
Länge: 94 min
 
Veröffentlichung: 23. Juni 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Pandastorm
 
Genre: ,
 
Land: ,
 
Bewertung
7.0
7.0/ 10


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Posted 11. Juni 2017 by

 

Was wurde nur aus den Hobbits aus HERR DER RINGE?
Frodo fiel zuletzt unangenehm auf, als er in Los Angeles in MANIAC Frauen skalpierte und nun begeht auch noch Merry Straftaten.

Damit enden die Parallelen nicht, denn in PET ist auch Seth (Dominic Monaghan) ein trauriger Außenseiter, der in L.A. lebt und sich in eine junge Dame verliebt hat. Die will nur leider nichts von dem schüchternen Tierheimmitarbeiter wissen und obwohl es Seth nur gut meint, glaubt die Hübsche einen fiesen Stalker vor sich zu haben.
Ganz falsch liegt sie damit nicht, denn eines Tages beschließt Seth im Keller des Tierheims einen Käfig zu bauen…

Den Gorehounds, die sich die blutigen Finger reiben, sei zunächst gesagt, dass PET zwar nicht die Brutalität zeigt, die MANIAC von Anfang an aufbaut, seinen roten „ab 18“-Aufkleber aber trotzdem locker verdient und dazu noch eine gute schauspielerische Leistung der beiden Hauptfiguren zeigt.

Obwohl Seth nicht davor zurückschreckt seine Angebetete in einem feuchten Keller in einen kühlschrankgroßen Käfig zu sperren, lernen wir genug über ihn, um Sympathie zu empfinden und zwar nicht gutzuheißen, aber nachzuvollziehen, wozu blinde Liebe führt.
Auf der anderen Seite der Gitterstäbe sitzt Holly, die wir zunächst als kühl und damit nur bedingt sympathisch kennenlernen.

Alles klar? Falsch!
PET enthält nicht nur einen gewaltigen Twist, sondern offenbart diesen schon relativ früh, weswegen ich vor dem Weiterlesen vor SPOILERN warne.

Was genau Seth nämlich im Schilde führt, klärt sich für den Beobachter erst auf, als der Film einen Blick in Hollys Tagebuch wirft. Damit entsteht zwangsläufig ein neuer Eindruck der Protagonisten, wodurch die Spannung hochgehalten wird, die Logik aber ein ganzes Stück weit flöten geht.
Vor allem Hollys Figur wirkt nun aus dem Zusammenhang gerissen.
Das ist dann auch der Zeitpunkt, an dem PET von einem Thrillerdrama zu reinem Horror mutiert und gutes Storytelling durch Härte ersetzt wird.

Interessanterweise scheint Dominic Monaghan davon nichts mitzubekommen, denn er setzt seine Darstellung des sympathischen Kauzes fort und als Zuschauer mag man ihn auch dann noch, als er wirklich unschöne Dinge tut. Das liegt daran, dass die Grenzen zwischen Täter und Opfer zunehmend verschwimmen.

Vielleicht hatte Autor Jeremy Slater (THE LAZARUS EFFECT) als er das Drehbuch schrieb gerade eine enttäuschende Beziehung hinter sich, in der er sich zum Narren machte, denn PET wirkt wie eine überzogene Abrechnung mit diesem Thema. In jedem Fall zeigt der Film mal mehr, mal weniger deutlich die hässlichen Seiten zwischenmenschlicher Beziehungen und erzählt trotz aller Horror-Anteile auch von der Liebe.

Dies ist ein Film, zu dem man sich selbst ein Urteil bilden sollte. Je nachdem wie sehr man die Faktoren Glaubwürdigkeit, Spannung, Schauspiel und Härte gewichtet, wird jeder zu einem unterschiedlichen Ergebnis kommen.

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