Review: THE GOOD NEIGHBOR (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: James Caan, Logan Miller, Keir Gilchrist
 
Regie: Kasra Farahani
 
Drehbuch: Mark Bianculli, Jeff Richard
 
Veröffentlichung: 23. November 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Koch Media
 
Genre: , ,
 
Land:
 
Freigabe:
 
Bewertung
5.5
5.5/ 10


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Posted 3. Dezember 2017 by

Wir alle kennen ihn: diesen einen Nachbarn, den wir nicht leiden können und dem wir zutrauen würden fiese Dinge in seinen eigenen vier Wänden zu tun. James Stewart hatte ihn, Tom Hanks hatte ihn, Shia LaBeouf hatte ihn…ihr habt ihn auch.

In THE GOOD NEIGHBOR planen zwei Freunde einen fiesen Streich.
Sean und Ethan dringen in das Haus des unbeliebten Rentners Harold Grainey ein, installieren überall versteckte Kameras und eine ganze Reihe von Gadgets, die den alten in den Wahnsinn treiben sollen, während . Das funktioniert zwar, doch was die beiden Bengel daheim auf ihren Monitoren sehen, ist nicht die Reaktion mit der sie gerechnet hatten.
Hat der Alte ein dunkles Geheimnis?THE GOOD NEIGHBOR transportiert die wesentlichen Elemente aus DAS FENSTER ZUM HOF, MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN und DISTURBIA ins Zeitalter von Found Footage und technischer Dominanz.
Besonders die Nähe zu DISTURBIA ist da, nicht nur wegen der jugendlichen Protagonisten, auch das Cover erinnert daran (obwohl hier niemand ein Fernglas besitzt).

Aus der Reihe: Cover die uns anlügen

 

Um THE GOOD NEIGHBOR zu mögen, muss man zunächst einiges akzeptieren.
Man muss glauben, dass zwei normale Teenies, die von Partys und Mädchen nicht abgeneigt sind, die kriminelle Energie aufbringen bei einem Nachbarn einzubrechen. Man muss glauben, dass sie bei diesem Einbruch nichts stehlen, sondern High Tech Equipment im Wert von tausenden Dollars so installieren, dass es nicht zu entdeckt werden kann.
Vor allem muss man glauben, dass die beiden die Geduld aufbringen, sich tagelang vor den Bildschirm zu setzen, um das ereignislose Leben eines alleinlebenden Senioren zu studieren. Wer weiß wie sterbenslangweilig ein Dauerstream von Big Brother ist, weiß auch, wie öde das Leben von Sean und Ethan sein muss.

Nachbar Grainey wird von James Caan gespielt, der den meisten aus den Klassikern MISERY oder DER PATE bekannt sein sollte. Caan agiert aber nicht nur nahezu unabhängig von den beiden Voyeuren auf der anderen Straßenseite (in kaum einer Szene treten sie gemeinsam auf), er verleiht dem Film auch ein komplett anderes Feeling und daraus resultiert das größte Manko.

Einerseits den ernsten, einsamen Caan, der ausgezeichnet spielt, aber kaum ein junges Publikum verzaubern wird, andererseits die unreifen Sean und Ethan, die zwar auch ihre familiären Probleme haben, aber doch jede Ernsthaftigkeit rauben.
Dazu kommt, dass der Film auf drei Zeitebenen spielt. So werden immer wieder Erinnerungen an Graineys Vergangenheit gezeigt und gelegentlich zeigt THE GOOD NEIGHBOR Szenen einer Gerichtsverhandlung, was schon früh vermuten lässt, dass der Streich in die Hose ging.

Auch in punkto Kameraführung ist man nicht konsequent. Während sich die Teenager auch selbst bei allen Aktivitäten filmen, also primär im Found Footage – Stil aus der Ego Perspektive zu sehen sind, wird Grainey abwechselnd in klassischer Ansicht und durch die Überwachungskameras gezeigt.

Positiv ausgedrückt wird also eine Menge Abwechslung geboten, aber dadurch wirkt das Werk nie wie aus einem Guss sondern springt zwischen Drama, Teenie-Story und (Gerichts-)Thriller hin und her. Da ist es nicht unerwartet, wenn man erfährt, dass sowohl Regisseur als auch Autoren wenig Erfahrung in ihren Berufen mitbringen.

Inhaltlich existieren durchaus spannende Momente, in denen die beiden Jugendlichen im Haus des Alten herumschleichen (und natürlich reißt exakt im falschen Moment der Funkkontakt ab) und auch das wachsende Mysterium welches Geheimnis Grainey hütet, hat seinen Reiz.
Ein guter Mystery-Film funktioniert aber immer dann, wenn er zwischendurch kleine Antworten gibt, bevor er neue Fragen stellt. THE GOOD NEIGHBOR bewahrt alle Antworten bis zum Ende für sich und versucht dann mit etwas Erstsemester-Psychologie zu punkten.

Fazit: Wieder ein Film, der (an unterschiedlichen Fronten) gute Ansätze erkennen lässt, um die herum aber eine bemüht konstruierte Geschichte gebastelt wurde.

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