NIGHT OF THE LIVING DEAD (2026) | Filmkritik

Night Of The Living Dead (2026) - Offizielles Filmplakat
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Redaktion: 1,5

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Darsteller: Robert Carradine, Eva Ceja, Jared Cohn, Raphael Gabai, Richard Gabai
Regie: Christopher Ray
Drehbuch: Jared Cohn
Länge: 87 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 16. Juli 2026 (VOD); 26 August 2026 (DVD+BD)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 16

Remakes werden gerne mit großen Worten angekündigt, stoßen aber im Vorfeld einer Veröffentlichung meist auf wenig Gegenliebe.
Die zweite Neuverfilmung von George A. Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD bzw. DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN entstand hingegen ohne viel Getöse, war uns zwar einen kleinen Beitrag wert, schlich sich aber eher im Stillen an.

Hier lest ihr, warum es dabei auch hätte bleiben sollen.

Die Handlung von NIGHT OF THE LIVING DEAD

Gerade sitzt Ellie noch in einem gemütlichen Diner, als plötzlich die Hölle losbricht. Die Nachrichtenmeldung, dass ein neuer Virus grassiert, bekommen Personal und Gäste des Restaurants hautnah zu spüren, als die Toten auferstehen und die Lebenden selbst zur Nahrung werden.
Ellie ist eine der wenigen, die entkommen kann und sie rettet sich in ein Farmhaus, wo sie zunächst auf die ebenfalls überlebende Barbara trifft.
Gemeinsam versuchen die beiden ungleichen Frauen den Zombiehorden zu trotzen.

Night Of The Living Dead (2026) -Vicica A. Fox kämpft gegen die untoten Leichen
George A. Romeros Film ist von 1968, also fast 60 Jahre alt. Zwischen damals und heute folgten verschiedene Neuverfilmungen, von denen Tom Savinis DIE RÜCKKEHR DER UNTOTEN – NIGHT OF THE LIVING DEAD aus dem Jahr 1990 vermutlich die bekannteste und beste ist.
Weitere 36 Jahre später ist also theoretisch Platz für eine weitere Neuverfilmung und auf dem Papier hat diese Version von NIGHT OF THE LIVING DEAD einiges zu bieten.

Dass Schauspieler aus KILL BILL, FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE oder E.T. mitspielen suggeriert ein Mindestmaß an Qualität. Allerdings sind Vivica A. Fox, Miko Hughes, Dee Wallace heute keine gefragten Mimen mehr und dass Regisseur Christopher Ray „Meilensteine“ wie 2-HEADED SHARK ATTACK oder MEGA SHARK VS. KOLLOSSUS verbrach, spricht auch für sich.

Zicken und Zombies

Der Umsetzung fehlt es dann entsprechend an allem Denkbaren.
Die Schauspieler wirken, als könnten sie die Gage gut gebrauchen, Masken und Effekte waren schon vor fast 60 Jahren besser, Kameraarbeit und Beleuchtung schreit dir „C-Film“ entgegen.
Dazu kommt, dass das Zombie-Genre durch und nach dem Erfolg von THE WALKING DEAD ausgiebig beackert wurde und gerade nicht im Trend liegt. Neue Einfälle, die Filme wie THE RETURNED, THE CURED  oder zuletzt WE BURY THE DEAD mit sich brachten, wird man hier ebenfalls nicht vorfinden.

Night Of The Living Dead (2026) -Ein Zombie in der Nacht

Da sich der neue NIGHT OF THE LIVING DEAD inhaltlich in der Nähe des Originals aufhält, hatte Drehbuchautor Jared Cohn im Grunde die einfachste Arbeit und musste allenfalls moderne Elemente wie Handys einbauen, zum bekannten Skript von Romero und John A. Russo aber nicht viel hinzufügen.
Umso bemerkenswerter ist es, wie müde die Dialoge wirken, die entweder aus einem Satzbausteinkasten zusammen gewürfelt wurden oder einfach bescheuert sind.

Dass sich die beiden Hauptfiguren, die sich schon in höchster Not kennenlernen, nach wenigen Sätzen anzicken, als hätten sie gerade einander die Vorfahrt genommen, statt sich der Zombie-Apokalypse zu stellen, passt zwar ins unglaubwürdige Gesamtkonzept, ist aber erbärmlich.

Da die Macher Romeros Film offenbar immerhin mal gesehen haben, darf auch 2026 Barbara-Darstellerin Brittany Underwood mit blonden Haaren, Haarreif und Trenchcoat so aussehen wie die 1968er-Version. Ein Highlight ist das aber nicht.

Weitere Elemente, wie die Familie, die sich mit dem bereits gebissenen Kind im Keller versteckt oder der Versuch ein Auto zu betanken, finden sich ebenfalls wieder. Da aber nichts davon besser als im Original inszeniert wird, stellt sich die Frage nach dem Sinn.
Spätestens wenn das zu betankende Auto in einem Feuerball schlechter CGI explodiert, muss aber auch dem größten Remake-Fan klar sein, dass es diesen NIGHT OF THE LIVING DEAD nicht gebraucht hätte.

Night Of The Living Dead (2026) - Die Zombies wollen Barbara holen

Gender-Swap als einzige Idee: Vivica A. Fox in der Ben-Rolle

Was NIGHT OF THE LIVING DEAD 2026 aber ändert, ist, dass er die Bürgerwehr, die durchs Land zieht und Jagd auf Zombies macht, weiter in den Vordergrund stellt. Das erweitert die Geschichte nicht, führt nirgendwo hin, aber die Screentime ist da. Als unangenehmen Nebeneffekt wird die bedrohliche Enge des isolierten Farmhauses durch diesen und andere Blicke auf die Außenwelt immer wieder zerrissen, sodass selbst das bisschen Spannung, das alleine aus der Location hätte entstehen können, gesprengt wird.

Achtung Spoiler: Einen wesentlichen Unterschied stellt auch das Filmende dar, denn während Romero niemanden überleben ließ und gerade die beiden Hauptfiguren tragische Tode ereilte (zur Erinnerung: Barbara wird von ihrem untoten Bruder gebissen, Ben wird von der Bürgerwehr versehentlich erschossen), dürfen Ellie und Barbara hier ihr Happy End feiern.
Spoilerende

Das unterstreicht letztlich aber nur die Mutlosigkeit. Man versucht mit minimalem Einsatz und unter Verzicht eines kontrovers-tragischen Endes ein paar Dollar im Schatten des Vorbilds zu verdienen.
Dabei wären selbst innerhalb des abgesteckten Remake-Rahmens Varianten möglich gewesen, indem man sich etwa wirklich mehr auf die Bürgerwehr konzentriert, mit schnellen Zombies agiert und und und….
Letztlich ist es aber nicht unsere Aufgabe, talentfreien Filmemachern Ideen zu liefern und eins ist klar: mit diesem Personal wäre auch die beste Idee in den Sand gesetzt worden.

Fazit zu NIGHT OF THE LIVING DEAD (2026)

Wer sich gerne eine Neuverfilmung von DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN ansehen will, macht mit der 1990er-Version nicht viel falsch.
Dieses uninspirierte, unsaubere 2026er-Filmchen ist aber nicht mal trashig genug, um auf Quatsch-Level gut zu unterhalten.
Romero dreht sich wohl gerade im Grabe um.

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FAQ

Warum gibt es so viele Remakes von NIGHT OF THE LIVING DEAD?

Das Original von 1968 verlor durch einen Vertriebsfehler sein Copyright und ist seither Public Domain. Jeder kann den Stoff kostenlos neu verfilmen – das hat über die Jahrzehnte unzählige billige Versionen hervorgebracht.

Was unterscheidet das 2026er-Remake vom Original?

Die zentrale Ben-Figur wurde gender-getauscht: Statt eines schwarzen Mannes (Duane Jones im Original) spielt Vivica A. Fox die Hauptrolle als Ellie. Inhaltlich folgt der Film aber weitgehend dem Original – mit zahmerem Ende.

Wer ist Regisseur Christopher Ray?

Christopher Ray ist ein Direct-to-VOD-Regisseur, bekannt für Low-Budget-Trash wie 2-HEADED SHARK ATTACK, MEGACONDA und ATTACK OF THE METH GATOR. Sein NIGHT OF THE LIVING DEAD wird über ITN Distribution vertrieben – der klassischen VOD-Schiene für B-Movies.

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