ELEVATOR (2011) | Filmkritik

elevator - Offizielles Filmplakat
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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5.4/10 (38)

Darsteller: Christopher Backus, Anita Briem, John Getz
Regie: Stig Svendsen
Drehbuch: Marc Rosenberg
Länge: 84 min.
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 26.03.2013 (DVD+BD)
Verleih/ Vertrieb: Ascot Elite Home
FSK: ab 16

Im Aufzug steckenzubleiben ist eine an sich schon unangenehme Situation, die es in der Filmgeschichte schon das eine oder andere Mal gab, beispielsweise zuletzt in John Erick Dowdles DEVIL oder in ABWÄRTS mit Götz George.
Der gebürtige Norweger Stig Svendsen variiert das beklemmende Thema in seinem US-Debüt ELEVATOR und baut einige zeitgenössische Eigenheiten ein.

Die Handlung von ELEVATOR

In einem Wolkenkratzer soll eine Businessparty steigen, klar dass alle kommen, die Rang und Namen haben. Nicht nur ein Yuppie mit Reporter-Freundin, der dickliche Kollege und die schwangere Angestellte, sondern sogar Ober-Boss Barton (mit Enkelin). Außerdem finden sich eine ältere Dame, ein gar nicht komischer Komiker und ein iranischer Sicherheitsbeamter ein und fahren alle mehr oder minder zufällig mit dem Fahrstuhl nach oben. Zumindest so lange, bis die neugierige Enkelin ein paar Knöpfe drückt und die Kabine plötzlich stecken bleibt.
Damit nicht genug, sind sich die Gefangenen nicht alle wohlgesonnen und einer von ihnen trägt sogar eine Bombe bei sich.

ELEVATOR bedient die Urangst vorm Steckenbleiben im Fahrstuhl

Elevator - Gewalt auf engstem Raum im Lift

Wer einen Film wie ELEVATOR schaut, sollte nicht mit allzu viel Action rechnen. Der Bewegungsradius in einem vollgestellten Lift ist nun mal begrenzt und nur wenige Szenen zeigen, was außerhalb vor sich geht. Wenn doch, macht man sich moderne Medien zunutze und hält per Handy oder sogar Videostream aufs Smartphone Kontakt nach draußen.
Immerhin, mal ein Film in dem nicht aus fragwürdigen Gründen die Funkverbindung abbricht.

Trotzdem ist ELEVATOR dialoglastig und da es langweilig wäre 9 Menschen dabei zu beobachten wie sie stur nach vorne starren und sich dabei anschweigen, kommt man früh ins Gespräch, lernt sich kennen und macht sich Feinde.
Zeitgemäß wird der moslemische Sicherheitsmann schnell Opfer von Terror-Vorurteilen und auch die heutzutage gerne angesprochene Gier der Banker, die über die Leichen ihrer Anleger gehen, wird thematisiert.
Dazu kommen weitere zwischenmenschliche Probleme, die man normalerweise vielleicht eher daheim diskutieren würde, aber hier dazu dienen die Geschichte am Laufen zu halten.

Elevator - Die Gruppe versucht die Tür des Aufzugs zu öffnen

ELEVATOR ist Thrill auf engstem Raum

Gleichzeitig können so manche Fragen in den Hintergrund gedrängt werden, die dem skeptischen Zuschauer ins Auge springen könnten. Kann man eine Aufzugtür einfach aufschieben? Wäre es nicht möglich die Menschen aus dem Aufzug früher zu befreien? Ließe sich nicht ein einfacher Weg finden, sich der Bombe zu entledigen?

Realisten sollten also Vorsicht walten lassen.
Fragen bleiben auch anderenorts: Obwohl das Acting insgesamt in Ordnung geht, ist das Timing der Schauspieler nicht immer auf den Punkt und stellenweise vergehen lange Sekunden in denen sich der Betrachter fragt, ob der Dialog hier zu Ende ist, bevor dann doch noch eine Antwort kommt.

Elevator - Blut und Tränen im Farhstuhl

Gegen Ende des Films wird dann aber weniger gesprochen und mehr geschrien. Dass das Innere des Fahrstuhls aus verschiedenen Gründen aussieht wie ein Schlachthaus, ist eine willkommene Abwechslung.

Fazit zu ELEVATOR

Wer mit Thrillern auf engem Raum ohnehin nicht kann, wird auch mit ELEVATOR nicht wirklich warm werden. Fans von Kammerspielen sollten hier aber gut unterhalten werden.

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FAQ

Ist ELEVATOR ein Horrorfilm?

Nein, ELEVATOR ist ein klaustrophobischer Kammerspiel-Thriller. Der Schrecken kommt nicht von Monstern oder Splatter, sondern von der ausweglosen Situation und der Bombe, die einer der Eingeschlossenen bei sich trägt. Wer Action erwartet, ist falsch – die Spannung entsteht aus Enge, Panik und den Konflikten der Gruppe.

Wer sitzt in ELEVATOR im Fahrstuhl fest?

Neun sehr unterschiedliche Menschen: ein Yuppie mit Reporter-Freundin, ein dicklicher Kollege, eine schwangere Angestellte, Ober-Boss Barton mit seiner neugierigen Enkelin, eine ältere Dame, ein Komiker und ein iranischer Sicherheitsbeamter. Genau aus dieser Mischung ziehen sich die zwischenmenschlichen Konflikte des Films.

Welche Themen greift ELEVATOR auf?

Neben der reinen Spannung thematisiert der Film gesellschaftliche Konflikte: Der muslimische Sicherheitsmann wird schnell Opfer von Terror-Vorurteilen, und die Gier der Banker, die über Leichen ihrer Anleger gehen, wird kritisch aufgegriffen. So nutzt ELEVATOR den engen Raum als Spiegel für größere gesellschaftliche Fragen.

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