THE TOXIC AVENGER, bzw. in Deutschland auch als ATOMIC HERO bekannt, ist ein Kultfilm.
Und das nicht, weil er nach herkömmlichen Maßstäben so wahnsinnig gut wäre, sondern weil er in vielen Belangen „drüber“ ist und durch Trash-Charme und Gewalt zu einem der Aushängeschilder der Kultschmiede Troma avancierte und jedes Jahr etwas besser zu werden scheint.
Warum sollte man solche einem Werk ein Remake verpassen?
Wir sind nicht dazu da, das Warum zu erklären, aber Fakt ist, das Remake ist da, die Original-Regisseure und TROMA-Gründer Michael Herz und Lloyd Kaufmann fungieren als Produzenten und zahlreiche Stars geben sich die Klinke in die Hand. Aber ist das das richtige Mittel für einen solchen Film?
Wovon handelt THE TOXIC AVENGER?
Winston Gooze ist Hausmeister bei BTH, einem Pharmakonzern, und hat es nicht leicht. Seine Frau ist an Krebs gestorben und er versucht mit seinem Stiefsohn über die Runden zu kommen. Das Verhältnis der beiden ist nicht immer einfach und dann erhält er auch noch die Nachricht, dass er an einer Gehirnerkrankung leidet, die ihm nur noch wenige Monate Lebenszeit lässt, wenn er kein teures Medikament auftreiben kann.
Als Winston bei seinen schmierigen Boss bei BTH um Unterstützung bittet und ausgetrickst wird, versucht er das Geld bei BTH zu rauben, aber auch das geht schief und Winston wird getötet.
Glück im Unglück, man entsorgt seine Leiche in giftigem Schlamm und er kehrt mutiert zurück.

…und das ist wirklich die Kurzfassung der Ereignisse bis hierhin. Denn da gibt es noch eine mörderische Crossover-Band namens „Killer Nutz“, einen investigativen Journalisten und verschiedene andere Kriegs- und Nebenkriegsschauplätze.
Der Originalfilm war da straighter: es gab den gemobbten Hausmeister, der durch einen Unfall in Giftmüll fiel und alles andere ergab sich daraus.
Das Remake/Reboot THE TOXIC AVENGER spinnt hingegen eine Handlung, die zwar ebenfalls nicht hochkomplex erscheint, aber eben doch größer wirkt.
Das ist allerdings wertfrei festzustellen und ob man lieber den extrem simplen Ansatz aus 1984 oder den aktuellen Weg bevorzugt, ist pure Geschmackssache.
Allerdings ist eine Neuverfilmung auch nur dann sinnvoll, wenn man irgendetwas ändert und so richtig wird wohl niemand die naiven Dialoge oder die „Schauspielkunst“ von 1984 vermissen.
Wie Onkel Herbert auf der AIDA…
Bleibt man aber noch etwas beim Vergleichen, fällt auf, dass das Remake nicht versucht wie die 80er auszusehen, sehr wohl aber das anarchische Feeling zu vermitteln.
Und das wirkt manchmal so, wie wenn ein reicher Mensch auf arm macht oder ein alter Mensch so tut als wäre er unbedarfter Teenager oder wenn Herbert aus dem Ruhrpott mit weißen Socken in den Sandalen auf der AIDA tanzt: unbeholfen.
ATOMIC HERO wurde von ein paar Enthusiasten mit wenig Ahnung und angeblich 500.000 $ gedreht.
THE TOXIC AVENGER entstand durch Profis und das Budget soll Gerüchten zufolge bei Richtung 50.000.000 $, was auch inflationsbereinigt viel ist.

Natürlich kann man dann immer noch eine Gang in albernen Kostümen losschicken, aber was im Original aussah als hätte man ein paar Spacken aus der Nachbarschaft zusammengetrommelt, die sich dumm anziehen und sich dumm benehmen, weil sie nun mal immer so sind, wirken die Mitglieder der „Killer Nutz“ doch eher wie Schauspieler.
Gleichzeitig muss man aber sagen, dass die Neuverfilmung deswegen nicht lieblos wirkt.
Peter Dinklage (GAME OF THRONES), Kevin Bacon (TREMORS) oder Elijah Wood (MANIAC) treten vermutlich nicht umsonst auf, aber machen ihre Sache doch jeweils ausgezeichnet.
Natürlich sind die Figuren überzeichnet, aber alles andere würde für diese Art Film keinen Sinn ergeben.
Von Kennern und Könnern
Regie führte Macon Blair, bei dem man erst mal tief Luft holen muss, bevor man ausspricht, was er alles im Lebenslauf stehen hat. Denn Blair ist Schauspieler (GREEN ROOM, BLUE RUIN), Autor (WOLFSNÄCHTE) und eben auch Regisseur (FREMD IN DER WELT). Da trägt also jemand die Verantwortung, der das ein oder andere sehenswerte Stück vorweisen kann und hier unter Beweis stellt, dass er respektvoll mit der Vorlage umgeht.

Während THE TOXIC AVANGER erwartungsgemäß Sex und Nacktheit merklich reduziert hat, wird Gewalt wird nach wie vor großgeschrieben. Hier wechseln sich handgemachte Effekte und CGI ab.
Das ist unterhaltsam, aber gerade bei den computergenerierten Szenen fragt man sich, ob das nun nicht besser ging oder das Trash-Feeling durch schwache Umsetzung bewusst verstärkt werden soll.
Fazit zu THE TOXIC AVENGER
Allen zuvor getätigten Vergleichen zum Trotz kann und sollte jedes Remake auch als eigenständiger Film funktionieren und das tut diese moderne Fassung von THE TOXIC AVENGER mit einigen Abstrichen gut. Auch wenn er hier und dort mal zu glatt aussieht, das CGI stört und man den plumpen Charme des Originals nicht nachbauen kann, unterhält diese Version gut, gibt uns den Superhelden, dne wir verdienen und die Schauspieler machen ebenfalls den Eindruck, dass sie Spaß am Dreh hatten.
Hier kannst du dir THE TOXIC AVANGER anschauen











