Sucht man nach einem Film namens TRAPPED finden sich im Netz unzählige Titel, sucht man nach dem deutschen Untertitel LOST HIGHWAY stößt man als Erstes auf David Lynchs Mindfuck-Meisterwerk gleichen Namens.
Mit dem hat unser TRAPPED, um den es heute gehen soll und der im Original übrigens PRISONNIÈRE heißt, aber so gar nichts gemein, obwohl der Verstand der (einzigen) Hauptfigur durchaus in Mitleidenschaft gezogen wird.
Die Handlung von TRAPPED – LOST HIGHWAY
Eine Frau wacht in einem Auto auf.
Neben ihr sitzt ein Mann, von dem sie nicht weiß, ob er nur bewusstlos oder tot ist. Sie weiß auch nicht, wer er ist, nicht einmal wer sie selbst ist.
Schnell bemerkt sie, dass sie und ihr Beifahrer in einen schweren Unfall in einem Tunnel verwickelt waren und weder Tunnel noch Auto verlassen kann. Was ihr bleibt ist ihr Handy, um einen Notruf abzusetzen.
Die Ausgangslage in TRAPPED erinnert an WRECKED mit Adrian Brody, der sich ebenfalls eingekeilt in einem Autowrack und ohne Erinnerung wiederfand.
Das ist aber nicht weiter tragisch, denn einerseits ist diese Prämisse selten genug, zum anderen variiert TRAPPED das Thema.
TRAPPED – LOST HIGHWAY variiert die Amnesie-im-Wrack-Prämisse
Obwohl die Location damit klar ist und man von einem Kammerspiel sprechen kann, das mit wenigen Schauspielern auskommt, wird die Geschichte zunehmend durch Flashbacks aufgelockert, die die Vorgeschichte der Frau, die im Laufe der Story herausfinden, dass sie Lisa heißt, aufklären.
Da wir als Zuschauer exakt so viel wissen wie unsere Hauptfigur, erfahren wir durch verschiedene Hinweise wie eine Geburtstagskarte für ein Kind oder Insulin, dass sie vermutlich Mutter ist und an Diabetes leidet. Auch scheint der Mann neben ihr, ihr Ehemann zu sein. Aaber können wir und sie all dem trauen oder ist die Situation doch ganz anders.
Auch wenn es verständlich ist, dass man nach einer posttraumatischen Amnesie möglichst schnell, möglichst viel über sich erfahren will, hat die Figur noch andere Sorgen, die akuter sind.
Als TV-Kammerspiel fehlt TRAPPED der Schwung
Während die Rettungskräfte auf sich warten lassen, erzeugt der Film eine körperliche Bedrohungslage, denn im Tunnel breitet sich ein Feuer aus und spätestens als ein brennender Mensch an Lisas Wagen vorbeiwankt ist klar, dass es hier auch um Leben und Tod geht.
TRAPPED ist ein Fernsehfilm, was ihm auch optisch anzumerken ist. Der Tunnel sieht nach Kulisse aus, die Beleuchtung nach Studio und der ganze Film weniger hochwertig als WRECKED. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir uns auf Amateurniveau stattfindet und Hauptdarstellerin Mélanie Bernier, die den Streifen fast im Alleingang tragen muss, ist eine etablierte Schauspielerin.
Aber obwohl TRAPPED bei nur etwa 80 Minuten Laufzeit liegt, kommt nur selten Schwung in die Sache. Das Rätselraten im Auto wirkt von den Ereignissen um das Auto herum losgelöst und da verrauchte Tunnel nun mal tödlich enden können, fühlt man sich als Zuschauer deutlich weniger motiviert Gedächtnislücken zu füllen, als das Auto schnellstmöglich zu verlassen.
Dazu kommt ein relativ dunkles, kontrastarmes Bild, was zu einer gewissen Monotonie führt und wenn sich „Lisa“ mit einem ebenfalls eingeklemmten LKW-Fahrer über 15 m Entfernung und bei geschlossenen Fenstern in nahezu normaler Lautstärke unterhält, als säße der Mann neben ihr, wirkt das wenig glaubwürdig.
Spoiler: dass sich Lisas im Laufe der Geschichte gewonnenen Erkenntnisse am Ende etwas anders darstellen, lässt sich obendrein früh erahnen (und Lisa heißt sie auch nicht), wobei die Aufklärung bzw. der Weg dorthin genug Interesse weckt, um am Ball zu bleiben.
Fazit zu TRAPPED – LOST HIGHWAY
TRAPPED ist dementsprechend kein großes Kinoerlebnis. Action- und Horror-Fans kommen nur in einzelnen Momenten auf ihre Kosten und wer Kammerspiele gar nicht mag, sollte in diesen Tunnel nicht einfahren. Sieht man ihn aber wirklich als TV-Film auf begrenztem Platz, ist er über die schmale Laufzeit unterhaltsam und tut nicht weh.
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FAQ
Wer spielt in TRAPPED – LOST HIGHWAY die Hauptrolle?
Die Frau im Auto verkörpert die französische Schauspielerin Mélanie Bernier, die den Film über weite Strecken im Alleingang trägt. Bekannt wurde sie unter anderem durch die Erfolgskomödie POPULAIRE sowie durch den Thriller L'ASSAUT und die Serie MAIGRET. TRAPPED verlangt ihr eine fast durchgehende Ein-Personen-Vorstellung ab.
Ist TRAPPED – LOST HIGHWAY ein Horrorfilm?
Nein, eher ein Thriller und Kammerspiel mit einer angespannten Überlebenssituation. Der Schrecken entsteht aus der Ausweglosigkeit im brennenden Tunnel und dem Gedächtnisverlust der Hauptfigur, nicht aus Gewalt oder Schockeffekten. Action- und Horror-Fans kommen nur in einzelnen Momenten auf ihre Kosten.
Mit welchen Filmen ist TRAPPED – LOST HIGHWAY vergleichbar?
Die Ausgangslage – eingekeilt im Autowrack, ohne Erinnerung – erinnert stark an WRECKED mit Adrien Brody. Auch die klaustrophobische Ein-Ort-Erzählung reiht sich in die Tradition von Überlebens-Kammerspielen wie BURIED ein. TRAPPED bleibt dabei aber sichtbar ein TV-Film und erreicht die Wucht dieser Kino-Vertreter nicht.










