Review: HOSTILE (2017)

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8.3/10 (3)

Darsteller: Brittany Ashworth, Grégory Fitoussi, Javier Botet
Regie: Mathieu Turi
Drehbuch: Mathieu Turi
Länge: 80 min
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Genre: , ,
Veröffentlichung: 27. April 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Splendid
FSK: ab 18

Bei einigen Filmen, die wir hier besprechen, ist es leicht ein klares Urteil zu fällen, denn niemand mit etwas Verstand hasst TUCKER & DALE VS. EVIL und niemand kann HOSPITAL lieben.
Aber dann gibt es Werke wie HOSTILE, die zwischen „was soll das?“ bis „ganz, ganz stark“ jede Bewertung zulassen.
Das schlimmste: über HOSTILE weiß man am besten wenig und lässt ihn einfach auf sich wirken.
Trotzdem versuchen wir ohne zu viele Spoiler über den Streifen zu sprechen und euch eine Entscheidungshilfe zu geben.

HOSTILE beginnt in einer endzeitlichen Wüstenlandschaft.
Juliette, eine der wenigen überlebenden einer Katastrophe, lebt in dieser Welt und sucht in leeren Häusern nach Vorräten und anderen Habseligkeiten. Als ihr Transporter von der Straße abkommt und sich überschlägt, wird die junge Frau schwer verletzt und während keine Hilfe in Sicht ist, bricht die Nacht herein und mit ihr kommen Wesen an die Oberfläche, die es auf Juliettes Leben abgesehen haben.

Es überrascht, dass uns zunächst das epische Ausmaß dieser Wüste gezeigt wird, nach dem Unfall aber ein regelrechtes Kammerspiel im Umkreis des auf dem Dach liegenden Autos entsteht.
Dafür zeigt uns Regisseur/Autor Mathieu Turi in Rückblenden Juliettes Leben bevor die Gesellschaft zusammenbrach.

Das überrascht ebenso, wollen doch die sauberen Bilder eines gegenwärtigen New Yorks nicht so recht mit der apokalyptischen Staubwüste zusammenpassen.
Zwar ist auch dort nicht alles Gold was glänzt und während wir sehen, dass Juliette einen netten Mann kennenlernt, erfahren wir auch von ihren Problemen.
Trotzdem ist das, was dort gezeigt wird, vor allem eines: eine Love-Story.

Der ein oder andere wird daher hier aussteigen oder die FastForward-Taste suchen und es ist nicht ganz einfach zu verstehen, warum wir so viel über diese Zeit wissen müssen, wo doch die Spannung des Films daraus resultiert, dass menschenartige Monster um das Auto streifen.
Das stimmt zwar, wer sich darauf einlassen kann, wird den Sinn aber am Ende verstehen.

Betrachtet man diesen zweiten Handlungsstrang genauer, ist Juliette längst nicht die Amazone, als die wir sie später kennenlernen. Sie hat ein ernstes Drogenproblem, das ihre frische Beziehung zu dem wohlhabenden Jack auf die Probe stellt.
Das ist allerdings nicht allzu glaubwürdig dargestellt, denn wie ein Heroinjunkie gibt sie sich nicht und sieht auch nicht so aus.

Vom anderen Überlebenskampf -dem nach der Katastrophe- bleibt aber immer noch genug übrig. Juliette weiß sich gegen die lichtscheuen Kreaturen zu wehren, hat aber ein gebrochenes Bein und muss versuchen Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen bevor es zu spät ist.

Dabei sehen Horrorfans einen Bekannten wieder, dessen Name kaum jemand kennt, der aber aufgrund seines ungewöhnlichen Körperbaus in zahlreichen Filmen mitspielte.
Javier Botet war das Ding vom Dachboden in [REC], der Leprakranke in ES, der Crooked Man in CONJURING 2, Mama im gleichnamigen Film und viele weitere Gruselgestalten.
In HOSTILE gibt er sich wieder als entstellte Kreatur und dürfte erneut für Alpträume sorgen.

Ein typischer Horrorfilm ist HOSTILE aus den genannten Gründen dennoch nicht geworden und trotz einiger härterer Augenblicke kann man darüber streiten, ob eine „ab 18“ Freigabe gerechtfertigt ist.
Mich persönlich hat er aber lange im Unklaren gehalten und zuletzt angenehm überrascht.
Wie eingangs erwähnt ist das aber eines jener Werke, die sicher nicht jeden abholen und von denen man sich besser ein ganz eigenes Bild macht.

 

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