Review: THE LADY IN THE CAR WITH GLASSES AND A GUN (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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5.8/10 (20)

Darsteller: Freya Mavor, Benjamin Biolay, Elio Germano
Regie: Joann Sfar
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Es ist das Zeitalter der seltsamen Filmtitel. BUNNY UND SEIN KILLERDING, ANGRIFF DER LEDERHOSENZOMBIES und nun THE LADY IN THE CAR WITH GLASSES AND A GUN.
In diesem Fall muss man aber wissen, dass der Titel schon seit 1970 existiert und wir es hier mit einem Remake des gleichnamigen Streifens zu tun haben, der hierzulande aber auch als DIE DAME IM AUTO MIT BRILLE UND GEWEHR bekannt war.

Dany ist Sekretärin und hat noch nie das Meer gesehen. Als sie ihr Boss bittet sein Pracht-Auto, einen Thunderbird, zurück zum Büro zu fahren, während er selbst verreist, nutzt die junge Frau die Chance und fährt unerlaubterweise zum Mittelmeer. Auf dem Weg ereignen sich jedoch seltsame Dinge: sie wird überfallen, bestohlen, und findet gar eine Leiche im Kofferraum des Wagens. Und wo immer sie hinkommt, behaupten fremde Menschen sie zu kennen…

Auch wenn der Name THE LADY IN THE CAR WITH GLASSES AND A GUN an einen Exploitation-Klumpen denken lässt, ist der Inhalt so wohlgeformt wie der Körper der Hauptdarstellerin.
Dany wird gespielt von Freya Mavor, die neben der Schauspielkarriere auch als Modell aktiv ist. Für das anfängliche Mauerblümchen, das sie hier darstellt, sieht sie eigentlich zu gut aus, spielt aber trotzdem glaubwürdig.

In ansehnlichen Bildern fängt Regisseur Joann Sfar (GAINSBOURG) Danys Reise ein und wirft dem Zuschauer dabei immer wieder häppchenweise Fragezeichen hin, die er lange unbeantwortet lässt.
An der Retro-Optik ist nichts auszusetzen, wobei man sich fragen mag, warum der Film nach 60ern/70ern aussehen soll, wenn das Original doch aus genau dieser Ära stammt (und trotzdem anders aussieht).

Wer auf französischen Rotwein, Strandpromenaden mit Sonnenuntergangfeeling, laszive Erotik und Mystery steht, wird mit dem Film bedient. Wer bei französischem Kino an IRREVERSIBEL oder MARTYRS denkt, braucht die Disc hingegen nicht.
Die Lady, die Brille und das Auto tauchen recht schnell auf, bis das Gewehr ins Spiel kommt, dauert es aber und nicht jeder wird die Geduld haben, darauf zu warten.

Mysteriös ist THE LADY IN THE CAR WITH GLASSES AND A GUN definitiv, auch viele Charaktere sind es, aber der Film baut mehr auf Stimmung als Spannung und verfehlt es  zwischendurch wenigstens hier und da eine Lösung anzudeuten. Die Lösung gibt es, das sei schon mal verraten, aber eben erst komplett am Ende und erweist sich als nicht wasserfest.

Fazit: Ein Film für 70er-Ästheten, kein Film für Thriller-Puristen.

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