Review: THE VISIT (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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7.2/10 (73)

Darsteller: Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Deanna Dunagan
Regie: M. Night Shyamalan
Drehbuch: M. Night Shyamalan
Land:
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Für viele ist M. Night Shyamalan ein One Hit Wonder. Wenn man seine Karriere mit einem Hammer wie THE SIXTH SENSE beginnt, ist es eben schwer noch einen draufzulegen.

Ganz fair ist das nicht, immerhin waren auch UNBREAKABLE und SIGNS hochwertige Filme. Es ist aber nicht zu verleugnen, dass Fans und Kritiker von Film zu Film weniger gut auf den gebürtigen Inder zu sprechen waren und die durchschnittliche Bewertung seiner Werke auf imdb.com sieht so aus: 8.2 – 7.2 – 6.7 – 6.5 – 5.7 – 5.1 – 4.3 – 4.9.
Die 8,2 steht natürlich für THE SIXTH SENSE, die schlechteste Note 4,3 für DIE LEGENDE VON AANG. Erst mit AFTER EARTH ging es danach leicht nach oben. Die Frage ist also, ob sich dieser Trend mit THE VISIT halten kann.

the visit oma

Story:
Weil ihre Mutter ihr Elternhaus früh verließ, haben Becca und Tyler ihre Großeltern noch nie gesehen. Erst nach Jahren haben sie wieder miteinander Kontakt aufgenommen und als Mama eine Kreuzfahrt bucht, dürfen die Kinder zu Oma und Opa aufs Land.
Dort werden sie freundlich empfangen, aber die beiden Kids müssen schnell feststellen, dass alte Leute wirklich seltsame Dinge tun.
the visit shyamalan
Um es kurz zu machen, THE VISIT ist einer der besseren Filme in Shyamalans Biografie und sicher sein bester der letzten 10 Jahre, aber kein Meisterwerk.
Als Negativpunkt sei noch nicht mal aufgeführt, dass Tyler, der sich für einen Rapper hält, und dies 3mal (!) im Film zur Schau stellt, mindestens so sehr nervt wie der Kleine in BABADOOK, denn das ist nun mal die Rolle und wer glaubt, dass echte 11jährige nicht nerven, hat offenbar nie einen erlebt. Das sind zwar Momente zum fremdschämen, aber schauspielerisch erleben wir hier eine insgesamt gute Leistung. Das gilt vor allem auch für die Großeltern, die für den Zuschauer (und ihre Enkel) schwer einzuschätzen sind und mal wie rührselige alte Menschen daherkommen, mal durch unangenehme körperliche Gebrechen auffallen und manchmal auch schlichtweg als Bedrohung wahrgenommen werden.

Dabei gelingt es dem Regisseur so manches Gefühl zu vermitteln, dass man vom eigenen Besuch bei Oma und Opa kennt. Man hat sie gerne, aber es mufft etwas in der Wohnung, die angebotenen Plätzchen sind seit 2 Jahren abgelaufen und Nein, man möchte wirklich nichts vom letzten Arztbesuch hören.
Natürlich geht der Film noch einen Schritt weiter, schafft es dabei aber wirklich grusligen Szenen Humor folgen zu lassen, ohne dass das albern wirkt.
the visit 2015
Was hingegen mühsam in den Film gequetscht wurde und wie ein Fremdkörper erscheint, sind zahlreiche kleine Subplots, die THE VISIT völlig unnötig nach unten ziehen. Becca hat also Probleme mit ihrem Äußeren? Willkommen in der Welt der Teenies. Dass sie sich dieser Angelegenheit just in dem Moment stellen muss, als es um Leben und Tod geht, will wohl keiner glauben. Ob man damit gezielt das Publikum anspricht, das in Tyler und Beccas Alter ist? Bei der FSK hat es jedenfalls gewirkt, denn THE VISIT kam mit einer ungewöhnlich milden „ab 12“ – Einstufung davon. Ich hätte als Zwölfjähriger wohl wochenlang nicht mehr geschlafen.

Hier und da gibt es auch wieder einige hohle Jumpscares ohne tatsächliche Bedrohung zu vermelden, das bleibt hier aber im Rahmen und der Horroranteil des Films ist durchaus creepy und dazu originell.
Dass THE VISIT ein Found Footage Film ist, fällt hingegen weder besonders positiv noch unangenehm auf. Natürlich steht die Kamera immer richtig und gefilmt wird grundsätzlich selbst der unwichtigste Mist, mit übertrieben wackligen Aufnahmen hält man sich aber zurück.

Was zu einem Shyamalan-Film dazugehört ist natürlich ein Twist und der hat sich gewaschen.
Sicher wird es immer jemanden geben, der nach 2 Minuten alles durchschaut (herzlichen Glückwunsch, warte solange draußen), aber ich hatte das Vergnügen THE VISIT in horroraffiner Runde zu sehen, von denen trotzdem jeder überrascht war.

Horror? Check!
Story? Check!
Gut aufgelegte Schauspieler? Check!
Humor? Check!
Doofe Nebenhandlung? Leider auch Check…aber davon muss man sich den Spaß nicht nehmen lassen.

 

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