Review: KIDNAP (2017)

 

 
Overview
 

Darsteller: Halle Berry, Sage Correa, Chris McGinn
 
Regie: Luis Prieto
 
Drehbuch: Knate Lee
 
Länge: 91 min
 
Veröffentlichung: 21. September 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: EuroVideo
 
Genre: ,
 
Land:
 
Bewertung
6.0
6.0/ 10


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Posted 24. September 2017 by

Stell dir vor, dein Kind wird vor deinen Augen entführt. Was tust du?
Diese Frage muss sich Kellnerin Karla stellen, deren Sohn zunächst beim Spielen im Vernügungspark verschwindet und kurz darauf in ein Auto gezerrt wird. In letzter Sekunde kann die Mutter ins eigene Auto springen und heftet sich an die Stoßstange der Entführer. Aber sie hat kein Handy und waghalsige Verfolgungsjagden gehören nicht zu ihrem Repertoire….

Halle Berry spielt die panische Mutter, die alles tut ihr Kind zurückzubekommen und falls sich einer denkt: Halle Berry, Entführung, Kind, Auto? Was da nicht mal was? Richtig!
In THE CALL versuchte sie noch als Telefonistin der Notrufzentrale einem entführten Kind zu helfen aus dem Wagen des Entführers zu entkommen, diesmal ist sie live dabei und ganz ohne Telefon.

Entfernter erinnert KIDNAP auch an FINAL CALL, der wiederum einen Hauch von SPEED atmet. Allesamt Filme, die die Reifen quietschen lassen und im Kern aus einer einzigen großen Szene bestehen.
Adrenalinjunkies wird KIDNAP aber nur bedingt befriedigen.  Hier wird die meiste Zeit die Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten. Seine Spannung zieht der Film mehr aus Frage wie man selbst reagieren würde wenn man in Karlas Situation wäre.

Die ist zunächst (verständlicherweise) völlig überfordert, stammelt immer wieder „Oh Gott“, was irgendwann nervt, aber vermutlich von einer realen panischen Mutter zu hören wäre.
Während sie versucht an den Entführern dran zu bleiben, gibt sie sich Mühe auf sich aufmerksam zu machen, verursacht Unfälle, signalisiert einem Verkehrspolizisten und schließt sogar einen Pakt mit den Entführern.

Die sind allerdings keine Vollprofis, sondern fahren in einer verbeulten Karre vor, tragen schmutzige Shirts und neigen zu Übergewicht. Wie die Handlung zeigt, sind sie dadurch aber auch schwerer auszurechnen, scheinen mit der Situation ebenfalls überfordert, was sie aber auch noch gefährlicher macht.

In gewisser Weise wirkt aber auch Drehbuchautor Knate Lee überfordert. Lee fiel zuvor als Produzent verschiedener JACKASS-Filme auf und hat wenig Schreiberfahrung.
Vermutlich ist ihm im Laufe seines Skripts aufgefallen, dass die Highway-Story nicht ausreicht, weswegen einige Wendungen eingebaut wurden, die teilweise Sinn ergeben, teilweise an den Haaren herbei gezogen wirken.
So hält Karla immer wieder an (was nicht immer logisch erscheint), hat aber nie Probleme die Kidnapper wiederzufinden (was ebenfalls nicht logisch erscheint) und ohne zu viel zu verraten: das Finale hätte mit einem seltsamen Twist weniger auch besser funktioniert.

KIDNAP ist ein professioneller Hollywood-Streifen, was einerseits für handwerkliche Qualität spricht, andererseits wird hier eindeutig ein möglichst breites Publikum angesprochen und man versucht es jedem recht zu machen, lässt aber Oha-Momente vermissen.

Halle Berry spielt anständig, dass die Dame einmal einen Oscar gewonnen hat, lässt ihre Leistung aber nicht vermuten. Es ist nicht überliefert, ob man ihr die Rolle auf den Leib geschrieben hat, falls ja muss man wohl damit rechnen, dass sie in Zukunft weitere Kinder aus fahrenden Autos rettet…per whatsapp, per Helikopter, per Speedboat…..

Fazit: Routinierter, unauffälliger Thriller mit etwas Action.

 

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