Review: AFTER MIDNIGHT (2019)

after midnight
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.0

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4.5/10 (2)

Darsteller: Jeremy Gardner, Brea Grant, Henry Zebrowski
Regie: Jeremy Gardner, Christian Stella
Drehbuch: Jeremy Gardner
Länge: 80 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 14.05.2020 (Virtual Cinema); 16.07.2020 (Kino); 30.05.2020 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Drop-Out Cinema
FSK: ab 16

 

Mit BEN & MICKEY VS. THE DEAD schuf Jeremy Gardner 2012 einen kleinen Film, der mit Mikrobudget produziert wurde und in dem er vor und hinter der Kamera vieles selbst übernahm.
Während man darin keine pompöse Zombie-Action findet, fand der ruhige Streifen verdientermaßen seine Fans.
Daher darf man auch AFTER MIDNIGHT mit einer gewissen Erwartungshaltung begrüßen.

Story:
Hank und Abby leben in einem alten Haus auf dem Land und führen ein glückliches Leben. Doch eines Tages verschwindet Abby einfach und hinterlässt nur einen kryptischen Zettel.
Während ihr Freund darauf hofft, dass sie bald zu ihm zurückkehrt, scheint etwas anderes den Weg zu ihm zu finden. In der Nacht schleicht etwas um das Haus und versucht hereinzukommen…..after midnight rezension

Stilistisch ist AFTER MIDNIGHT mit BEN & MICKEY VS. THE DEAD zu vergleichen.
Wieder wurde mit kleinem Budget gedreht, wieder kann man von einem Horrordrama sprechen, bei dem Dialoge und Schauspiel wichtiger sind als Blut und Schocks, wieder übernahm Gardner verschiedene Aufgaben (Regie, Buch, Hauptrolle, Schnitt).

Mehr als Blut und Schocks

So weit, so gut und dass das „Monster“, das nach Mitternacht dafür sorgt, das Hank mit einem Gewehr bewaffnet vor der Eingangstür sitzt (und auch schon mal Löcher hineinschießt), meist nur eine latente Bedrohung darstellt, passt dabei ebenfalls ins Bild und vermittelt leichte Lovecraft-Schwingungen.
after midnight kritik
Nur leider führt all das nirgendwo hin.
Wir sehen, wie sich Hank mit Freunden aus seinem Umfeld unterhält (die ihn zunehmend für verrückt halten), in Erinnerungen an Abby schwelgt oder sich eben nach Einbruch der Dunkelheit verbarrikadiert und eine Zeit lang ist das getragene Tempo durchaus angenehm. Doch irgendwann wird klar, dass es an Substanz mangelt.

Auf den Spuren des Babadook

Wie viele romantische Rückblenden braucht es, damit auch der größte Dummkopf versteht, dass Hank Abby vermisst?
Sicher, der Film will mehr sein als ein simples Creature Feature und uns mehr sagen. So ist das Wesen, das ihn bedroht, ebenso wenig ein normales Monster wie es der Babadook war, sondern steht stellvertretend für ein Gefühl, nämlich hier Verlust/Liebeskummer. Netter Ansatz, aber leider schwach umgesetzt.

Dabei ist es gar nicht so, dass Gardner und seine Mitstreiter komplett versagen. Die Schauspieler sind ordentlich und die langen Dialogszenen kommen teilweise ohne Schnitte aus, gleichzeitig findet sich aber viel Leerlauf und viel Musik, die nicht im Film ist, weil sie da gut hin passt, sondern wohl nur, weil sie billig zu haben war. Die Krone der schlechten musikalischen Untermalung ist eine Gesangseinlage von Hank, bei der er plötzlich beim Abendessen das Mikro zur Hand nimmt und zum Fremdschämen einlädt.after midnight review

AFTER MIDNIGHT läuft im Rahmen der Drop-Out Cinema – Reihe seit dem 14.5. (coronabedingt) im Virtual Cinema, voraussichtlich ab dem 16.07. wird der Film auch regulär in ausgewählte Kinos kommen.

Wer die Filme von Drop-Out Cinema kennt, weiß, dass man dort immer mit schrägen, außergewöhnlichen Streifen rechnen darf. Das ist unbedingt unterstützenswert, was den konkreten Fall AFTER MIDNIGHT betrifft, können wir uns aber nicht zu einer Empfehlung durchringen.

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