Review: ELFEN (2021) (Serie)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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6.3/10 (4)

Darsteller: Ann Eleonora Jørgensen, Vivelill Søgaard Holm, Milo Campanale, Sonja Steen, Peder Thomas Pedersen
Regie: Roni Ezra
Drehbuch: Stefan Jaworski
Länge: ca. 144 min.
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 28. November 2021(Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 12

Es geht straff auf Weihnachten zu, dementsprechend werden auch die Filme und Serien weihnachtlicher… auch für das Horrorgenre gibt es Besinnliches, zumindest mehr davon, als im Rest des Jahres. Mit ELFEN brachte Netflix eine dänische Miniserie an den Start, die Folklore und altbewährten Grusel an den Tag legt.

Story

Eine Familie, geplagt vom Alltag und der vielen Arbeit, will in der Hoffnung, über Weihnachten wieder zueinander zu finden und sich entspannen zu können, auf eine abgelegene Insel im dänischen Archipel reisen. Dort wird sie von Mitgliedern einer streng religiösen Gemeinschaft begrüßt und sogleich schleicht sich das Gefühl ein, dass sie die Familie auch kontrollieren will. Tief in den Wäldern versteckt die Gemeinde etwas, was niemals frei kommen darf und dafür gehen die Bewohner über Leichen.

Genervt von der guten Laune ihrer Eltern pöbeln sich die Geschwister Kasper und Josefine auf der Rücksitzbank ihres Autos gegenseitig an. Außer den Eltern, Charlotte und Mads hat nämlich keiner Lust auf die öde Landschaft Dänemarks. Der Streit der Kids wird durch eine Notbremsung des Vaters gestoppt, nachdem sich alle vergewissert haben, dass keiner zu Schaden kam, stellt die Familie fest, das eine schwarz-blaue Flüssigkeit an dem Auto klebt, ansonsten aber kein Tier oder Mensch angefahren wurde…

… dass dies ein Trugschluss war, merkt Josefine recht schnell. Auch wenn das Mädchen noch jung und ungestüm ist, verfügt Jose, wie sie meist genannt wird, über ein hohes Maß Empathie. Sie ist fest davon überzeugt, dass das Auto ein Tier angefahren haben muss, ihr Denken wird bestärkt, da um die Wälder der Insel ein hoher, unter Strom stehender Zaun gezogen wurde, hier muss also etwas ausgebüxt sein.

Tatsächlich liegt sie damit goldrichtig und als Jose sich auf die Suche nach dem scheinbar verletzten Tier macht, wird sie fündig, was sie allerdings findet ist weder Mensch noch Tier, es ist ein Waldelf.

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Elfen oder Nisser?

Die Antwort darauf ist nötig, denn laut dem Titel und dem kleinen Kerlchen auf dem Cover bekommen wir niedliche kleine Kreaturen, die zwar nicht aussehen wie Tinkerbell, aber doch eher an liebe Gremlins als an böse Wesen erinnern. Hier gibt der original Titel mehr Einblick, denn der lautet nicht ELFEN, sondern NISSER. Nisser sind kleine Kobolde, die in der dänischen sowie norwegischen Folklore stark vertreten sind. Ähnlich wie die Tomte in Schweden. Im Grunde sind Nisser nicht böse, sie bewachen den Hof der Dorfbewohner und helfen bei der Versorgung der Tiere, ist man allerdings nicht freundlich zu ihnen, spielen sie Streiche oder schlimmer noch, quälen die Menschen zu Tode. Bei ELFEN haben wir noch einmal eine andere Art Nisser, sie wohnen im Wald, unter der Erde, jeder Zentimeter dieser Wälder gehört ihnen, denn sie waren lange vor den Menschen dort.

Vorher(sehbar)

Karen und ihre Enkelin belagern die Familie seit sie angekommen sind. Selbstredend merkt der Zuschauer sofort, dass hier ein großes Geheimnis in der Luft liegt und das zu verstecken, versucht ELFEN auch nicht. Die wenigen Bewohner im Dorf lassen darauf schließen, dass ihre Zahl mutwillig dezimiert wurde. Es gibt generell kaum einen Abschnitt, der nicht vorhersehbar wäre, was aber keinen Ärger macht. Im Gegenteil, die Miniserie ist nicht darauf aus, hochgradig spannend oder überraschend zu sein, dennoch bleibt der Sehspaß erhalten.

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Nasskalt in Dänemark

Kein Schnee, etwas nasse Kälte, die Umgebung sorgt nicht gerade für weihnachtliche Stimmung. Die Familie schmückt das Ferienhaus und auch ein Weihnachtsbaum wird aus dem Wald geraubt, was für reichlich Konsequenzen sorgt. Es ist also unmissverständlich Weihnachten, auch wenn ELFEN wunderbar ohne das Thema funktioniert hätte, wollte man wohl an die Nisser der Folklore anknüpfen, die nun mal in der Weihnachtszeit die größte Rolle spielen. Die Kälte, der seichte Nebel und auch die wunderschöne Natur in Dänemarks Wäldern sorgen ganz allein für einen wohligen Schauer.

Horror oder Märchen?

Beides, denn die Kreaturen in ELFEN sind keine guten Geister, nicht aus reiner Boshaftigkeit, sondern weil ihnen Lebensraum genommen wurde. Die alten Märchen, welche noch vor Blut und Gewalt strotzen, rechtfertigen eher den Vergleich zu einem dieser, denn blutig ist ELFEN allemal. Ähnlich wie DON‘T BE AFRAID OF THE DARK gibt es kleine Monster, die in ihrer ausgewachsenen Gestalt ganz und gar nicht freundlich sind. Das Drehbuch, welches hier von Stefan Jaworski geschrieben wurde, hätte eben so gut aus der Feder von Guillermo del Torro stammen können.

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ELFEN ist eine Miniserie, die gut an einem Wochenende gesehen werden kann, es gibt keine unnötigen Längen und das Setting übernimmt die Atmosphäre, wenn der Cast ein wenig zu konstruiert spielt. Unbedingt ansehen sollten sich ELFEN jene Zuschauer, die an skandinavischen Horrorfilmen gefallen finden, mit den Bräuchen vertraut sind oder sich gern einmal abseits des harten Horrors bewegen.

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