HUNTING SEASON – Hauptdarsteller Mel Gibson hat jeden Winkel einer Filmkarriere erlebt, die man erleben kann: Australischer Shootingstar (MAD MAX), Hollywood-Superstar als Schauspieler (LETHAL WEAPON, SIGNS) und Regisseur (APOCALYPTO, DIE PASSION CHRISTI), Oscars (BRAVEHEART) und Abstürze (Antisemitismus, Alkohol, Rassismus, Festnahmen).
Heute backt Gibson kleinere Brötchen, führte zuletzt beim Vernachlässigbaren FLIGHT RISK Regie und war im mittelprächtigen MONSTER SUMMER zu sehen. Auch HUNTING SEASON ist eher als kleiner Film zu bezeichnen, was nicht immer schlecht sein muss.
Die Handlung von HUNTING SEASON – BLUTIGE FÄHRTE
Bow lebt mit seiner Tochter Tag in den Wäldern. Die beiden jagen und fischen und pflegen wenig Kontakt zur Außenwelt. Eines Tages findet Bow eine schwer verletzte Frau namens January mit Schusswunde in den Wäldern, die die beiden bei sich aufnehmen. January möchte keinesfalls zur Polizei, was Bow misstrauisch macht, doch seine Tochter freundet sich rasch mit der Fremden an, die gesteht, dass sie vor einer kriminellen Gang flieht, die schon ihre Freundin tötete und engen Kontakt zur Polizei hat. Doch kann Bow sie und seine Tochter auf Dauer vor den Verbrechern schützen?

Es ist ein einfaches Leben, das Bow führt und es ist ein einfaches Drehbuch, das Adam Hampton, von dem „Großtaten“ wie THE JURASSIC GAMES stammen, da zusammenschrieb.
Wenn Leichen verschwinden müssen, macht Bow ein Feuerchen und fährt sie danach in den Steinbruch. Wenn jemand nach der fremden jungen Frau fragt (während zur gleichen Zeit eine fremde junge Frau gesucht wird), gibt sie Bow als „Nichte von außerhalb“ aus.
Niemand stellt hier Fragen.
Bow fährt Pickup und hat immer das Gewehr im Auto, daheim herrscht Disziplin, aber er ist ein Guter, der Sätze wie „sie hat viel Blut verloren“ aufsagt. Tag ist das Teenager-Töchterchen, das nach dem Tod der Mutter einsam ist und alles abnickt, was Bow will. Als einmal die Rede auf Tätowierungen kommt, wird schnell klargemacht, dass sie daran nicht mal zu denken braucht.
Hier ist die Welt auf den ersten Blick noch in Ordnung.

Thriller mit Drug-Lord-Villain: Die Genreformel
Dass dann mehrere Leichen gefunden werden, was für die Kleinstadt-Polizei aber Alltag zu sein scheint, und die geheime Brotherhood-Gang ziemlich bekannt ist, trübt das Idyll natürlich.
Ja, hier passt vieles nicht zusammen oder wird nach Standardformel runtergespielt.
Auch die Story um Gibson, Filmtochter Tag (Sofia Hublitz) und der Fremden (Shelley Hennig, die man aus UNKNOWN USER kennt) ist oberflächlich und wirkliche Chemie zwischen den dreien oder irgendwelchen Figuren zueinander ist kaum spürbar.
Am realistischsten fühlt sich da noch die Freundschaft zwischen Bow und dem Dorfsheriff an.
Echte Kerle eben!
Trotz seiner FSK 18 – Freigabe verwendet HUNTING SEASON viel Zeit auf das Familiäre und da tut sich dann auch noch ein Twist auf, den keiner kommen sah, den aber auch keiner gebraucht hätte (Stichwort: Mutter).
Den roten Aufkleber verdient sich den Film aber durch einige ruppige Szenen und vor allem dann, wenn der Brotherhood-Bösewicht-Boss auftritt.
Schon mit der Eröffnungsszene, in der dieser in eine Bar kommt, mit „Überrasch mich“ bestellt, dann die Kellnerin in eines der blödesten Gespräche der Filmgeschichte verwickelt und sie mit einem Springmesser zwischen ihren Beinen bedroht, senkt HUNTING SEASON alle Erwartungen auf einen hochwertigen Film, erhöht aber die Erwartungen auf eine gewisse Brutalität.
Später wird dann auch mal mit der Bohrmaschine gefoltert und der Bodycount wächst rasch an.
Alles was zählt sind Folter und Familie

Nun lässt sich darüber streiten, ob es gut oder schlecht ist, dass ein Mel Gibson nicht mehr Martin Riggs aus LETHAL WEAPON gibt. Einerseits ist seine Figur Bow schon ernster angelegt, andererseits macht der Film zu viel falsch, um ihn dann auch ernst zu nehmen. Aber wäre eine comichafte 80er-Überzeichnung die Lösung gewesen? Wir lassen das – wie auch den folgenden Absatz – mal unbewertet.
Man wird den Eindruck nicht los, dass verschiedene am Film Beteiligte dem Trump-Lager nahestehen. Neben Gibson selbst ist beispielsweise auch Silvester Stallones Tochter Scarlet Rose Stallone zu sehen und beide Hollywood-Größen setzten sich in der Vergangenheit für den aktuellen Präsidenten ein. Obwohl es Unsinn wäre von einer tiefen Message in HUNTING SEASON zu sprechen, so ist doch auch in der Geschichte eine gewisse konservative Ideologie (z.B. Schutz der Familie; Schusswaffen; Leben wie früher) spürbar und der Film fühlt sich an als würde er eine MAGA-Mütze tragen.
Fazit zu HUNTING SEASON – BLUTIGE FÄHRTE
Den Versuch Familien- und Folterfilm gleichzeitig zu sein, nimmt man HUNTING SEASON nicht ab.
Er ist aber bei aller Kritik, insbesondere am schlichten Skript, kurzweilig geraten und enthält ein paar Gewaltspitzen.
Mel Gibson als bekanntester Name und Hauptdarsteller macht nichts grundlegend falsch, allerdings sieht man den einstigen Star und denkt sich, dass HUNTING SEASON die Art Film ist, die Bruce Willis am Ende seiner Karriere drehte.
Übrigens sollte man HUNTING SEASON – BLUTIGE FÄHRTE nicht mit diesem HUNTING SEASON von 2013 verwechseln.
Hier gibt es HUNTING SEASON im Stream
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Inhaltsverzeichnis
- Die Handlung von HUNTING SEASON – BLUTIGE FÄHRTE
- Thriller mit Drug-Lord-Villain: Die Genreformel
- Alles was zählt sind Folter und Familie
- Fazit zu HUNTING SEASON – BLUTIGE FÄHRTE
- FAQ
- Wer steckt hinter HUNTING SEASON (2025)?
- Welche Filme sind mit HUNTING SEASON vergleichbar?
- Lohnt sich HUNTING SEASON für Mel-Gibson-Fans?
FAQ
Wer steckt hinter HUNTING SEASON (2025)?
Regie führte RJ Collins nach einem Drehbuch von Adam Hampton. Produziert wurde der Film von Samuel Goldwyn Films.
Welche Filme sind mit HUNTING SEASON vergleichbar?
HUNTING SEASON bewegt sich im bekannten Terrain des Vater-schützt-Familie-Thrillers – stilistisch zwischen DEATH WISH (2018) und kleineren Survival-Produktionen wie MAN ON FIRE. Wer Mel Gibsons Spätwerk in BLOOD FATHER (2016) mochte, könnte sich hier wohlfühlen.
Lohnt sich HUNTING SEASON für Mel-Gibson-Fans?
Vermutlich ja – Gibson trägt den Film nahezu im Alleingang und liefert eine verwitterte, aber passable Vorstellung ab. Das Drehbuch hält da nicht immer mit.







