Review: DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN (2022)

Deep Fear - Reich der Untoten: Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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5/10 (3)

Darsteller: Sofia Lesaffre, Kassim Meesters, Victor Meutelet, Joseph Olivennes
Regie: Grégory Beghin
Drehbuch: Nicolas Tackian
Länge: 80 Minuten
Land: ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 16.12.22 (DVD, Blu-Ray)
Verleih/ Vertrieb: Lighthouse
FSK: ab 18

Wer gern Zombie-Filme schaut wird früher oder später über der Subgenre der Nazi-Zombies stoßen. Gestartet hat das Ganze mit dem SHOCK WAVES aus dem Jahr 1977 und seitdem tauchen immer mal wieder untote Wehrmachtssoldaten oder Mitglieder der SS auf – mal mehr mal weniger trashig. Die wohl bekanntesten Beispiele sind DEAD SNOW 1 & 2 , OUTPOST – ZUM KÄMPFEN GEBOREN oder OPERATION: OVERLORD.
DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN möchte sich in diese Riege einreihen. Der Film wird ab dem 16. Dezember von Lighthouse für das Heimkino vertrieben und ist der zweite Film vom Regisseur Grégory Beghin. Der Streifen verspricht laut Cover und Beschreibung ein blutiger Nazi-Zombie-Horrorfilm zu sein, aber wer schon einmal ohne den Film zu kennen DVDs oder Blu-Rays gekauft hat, weiß dass auf dem Cover oft mehr versprochen wird als eingehalten werden kann. Schauen wir mal, wie es sich bei DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN verhält.

Deep Fear - Reich der Untoten: Blick in den Tunnel

Inhalt von DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN

Paris 1991: Sonia, Max und Henry wollen die letzten Tage vor Henrys Antritt zur Wehrpflicht in vollen Zügen genießen. Als Überraschung zum Abschluss hat Sonia eine private und illegale Führung in den Pariser Katakomben durch ihren Bekannten Ramy organisiert. Unter der Erde treffen sie auf eine Gruppe Neo-Nazis und verirren sich auf der Flucht immer tiefer in den engen und dunklen Gängen. Als sie vollkommen unbekanntes Gebiet betreten merken sie, dass sie nicht allein sind. Es beginnt ein Kampf ums Überleben.

DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN ist mehr KATAKOMBEN als DEAD SNOW

Titel und offizielle Beschreibung lassen vermuten, dass es bei DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN nur so vor Nazi-Zombies wimmelt. Allerdings sei vorab gesagt, dass dies mitnichten so ist. Der Film beginnt wie so viele mit jungen Leuten in ausgelassener Stimmung, die sich aus Leichtsinn in eine gefährliche Situation begeben. Bereits zu Beginn der illegalen Katakomben-Führung kommt es zu Szenen die an THE DESCENT erinnern, es wird sich durch sehr enge Tunnel gequetscht – immer mit der Angst steckenzubleiben. Etwas später fühlt man sich an KATAKOMBEN erinnert, wenn die Gruppe durch die Gänge irrt und versucht irgendwie wieder ans Tageslicht zu finden; ohne genauen Plan ist dies natürlich ein schwieriges Unterfangen. Durch die düsteren Kulissen und der bedrückenden Enge an vielen Stellen wird eine stimmige Atmosphäre aufgebaut. Allerdings erwartet man Dank des Covers und auch des Titels, dass die Drei relativ fix auf die angekündigten Untoten treffen und sich mit diesen auseinandersetzen müssen. Wenn man es ganz genau nimmt sind Untote aber erst 15 Minuten vor der Endszene zu sehen. Erste Anzeichen von Nazis gibt es etwas früher, da fällt vor allem auf, dass die Requisiten überzeugend sind.
Wer sich DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN mit der Hoffnung auf einen ausführlichen Kampf mit einer Horde Nazi-Zombies anschaut wird leider enttäuscht.

Deep Fear - Reich der Untoten: Max wehrt sich gegen den Nazi-Zombie

Die Story an sich ist in sich recht schlüssig. Hier und da gibt es ein paar Momente wo man ins Überlegen kommt, beispielsweise wenn Panzergranaten oder Pervitin aus den 40ern noch immer problemlos Wirkung zeigen. Es ist auch nicht ganz klar warum die Neo-Nazis ein wenig ins Lächerliche gezogen werden, wo sie doch anfänglich eine echte Bedrohung darstellen. Es hätte nicht geschadet ein paar weniger Nebenhandlungen anzufangen, da die meisten ohnehin nicht zu Ende geführt werden.
Das Ende ist recht typisch für einen Film dieser Art und lässt theoretisch Raum für eine Fortsetzung.

Womit DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN jedoch überzeugen kann ist die Qualität des Films. Bei dem Titel kommen schnell Assoziationen zu eher günstig produzierten Filmen in den Sinn denen man genau das auch ansieht. Das Werk von Beghin macht jedoch einen soliden ersten Eindruck und fällt weder mit Kameraarbeit, Soundtrack oder Spezialeffekten negativ auf. Zugegeben gibt es nicht sonderlich viele Spezialeffekte, immerhin wird die meiste Zeit nur durch dunkle Gänge geirrrt, aber die vorhandenen sind in Ordnung – von einem CGI-Nazi-Schäferhund einmal abgesehen.
Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt anständig und teils wirklich gut. Einen Teil macht hier sicher auch die gute Synchronisierung aus, die im Gegensatz so manchem Film bei Prime Video sehr überzeugend ist.

DEEP FEAR – REICH DER UNTOTEN ist kein schlechter Film, läuft aber in eine ganz andere Richtung, als das Marketing vermuten lässt. Wenn man Lust auf einen Film hat der in die Richtung von KATAKOMBEN und THE DESCENT (aber weniger blutig) hat, kann man sich zurücklehnen und auf Play drücken. Wer aber einen Haufen Nazi-Zombies und viel Gemetzel erwartet, greift lieber auf einen der bekannten Filme zurück.

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