Review: HOST (2020)

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Redaktion: 6.5

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4.5/10 (2)

Darsteller: Haley Bishop, Jemma Moore, Emma Louise Webb
Regie: Rob Savage
Drehbuch: Gemma Hurley, Rob Savage, Jed Shepherd
Länge: 57 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 30. Dezember 2021 (Amazon)

Seit einigen Jahren existiert eine Liste mit den furchteinflößendsten Horrorfilmen und das nicht auf Basis von Fanmeinungen, sondern wissenschaftlichen Erkenntnissen, die u.a. die Herzfrequenz von Test-Zuschauern messen.
SINISTER war dort bislang Spitzenreiter, was aufgrund gelungener Atmosphäre und saftigen Jumpscares Sinn ergibt. Doch mit der 2022er Auswertung kommt ein neuer Sheriff in die Stadt und HOST konnte SINISTER knapp von der Spitze verdrängen.

Worum geht es in HOST?
Es ist Corona-Lockdown und sechs Freunde treffen sich per Zoom-Videocall. Ungewöhnlich daran ist nur, dass sie auch ein Medium angeheuert haben, das mit ihnen eine virtuelle Seance durchführen soll.
Es wird geblödelt und herumgealbert und ehe man sich versieht, wird aus Spaß Ernst, denn da eine der Teilnehmerinnen eine Person erfand mit der Kontakt aufgenommen werden soll, konnte sich eine dunkle Präsenz in unsere Welt schmuggeln.

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HOST steht in der Tradition von UNKNOWN USER, d.h. wir schauen nonstop auf einen Bildschirm, als wären wir selbst Teilnehmer der Videokonferenz. Der Unterschied liegt allerdings darin, dass sich UNKNOWN USER durch eine ganze Reihe von Programmen, Websites und Apps klickte und insofern interaktiver wirkte, während wir hier sozusagen unseren eigenen Monitor haben und im bekannten Skype/Zoom/Teams-Look sehen, was die anderen tun.

Das ist erstmal nicht weiter aufregend, denn da wird in die Kamera geprostet und die Stimmung erweckt den Eindruck, dass lockdownbedingte Langweile der Hauptgrund für das Meeting bzw. die Geisterbeschwörung ist.
Doch nachdem sich Möbel verselbständigen und Gläser zerbrechen, wird den Freundinnen (der einzige männliche Teilnehmer klinkt sich rasch wieder aus) klar, dass sie ein gewaltiges Problem haben.

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Wenn Zoom das Böse in unsere Welt holt

Das Problem das HOST hat, ist eigentlich nur, dass er aufgrund des Covid-Themas schon jetzt schlecht gealtert ist. Das ist zwar nicht überpräsent, aber eben doch der Aufhänger. Damit wirkt der Streifen wie ein Weihnachtsfilm, den kurz nach Weihnachten keiner sehen will.
Davon abgesehen muss an anerkennen, dass Regisseur Rob Savage, von dem auch der ähnlich gelagerte DASHCAM stammt, hier mit einfachen Mitteln einen effektiven Film erschuf.
Übrigens: DASHCAM schaffte es ebenfalls auf die oben erwähnte Liste.

Dadurch, dass wir zeitweise einem halben Dutzend Menschen gleichzeitig zuschauen, ist immer was los und während die seltsamen Ereignisse anfangs nur befremdlich anmuten, entfaltet sich das Böse aus der Anderswelt im Laufe des Films mit voller Wucht.

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HOST ist nicht SINISTER

Andererseits: HOST ist nicht SINISTER.
Inhaltlich ohnehin nicht, was gut ist, aber Rob Savage ist auch nicht Scott Derrickson und sein Film wirft dir alles entgegen, ohne dass ein Plan oder ein System zu erkennen wäre.
Das kann man freilich aus zweierlei Perspektive sehen, denn mutmaßlich trifft ein letztlich hektischer, kreischiger, wackliger Film eher den Zeitgeist der Generation TikTok, andererseits baut man wenig Bezug zu den Figuren auf und die rohe, dünne Story geht ohne Kurven nur in eine Richtung.

HOST mag aufgrund des Zoom-Aufbaus etwas anders sein, ist letztlich aber doch ein Found Footage – Film mit allen Stärken, aber auch den bekannten Schwächen und Klischees.

Lässt man die SINISTER-Vergleiche oder das Stigma des „wissenschaftlich grusligsten Films ever“ beiseite, funktioniert HOST für sich genommen und er besitzt die Würde nach weniger als einer Stunde vorbei zu sein, statt wie viele andere 90 oder 120 Minuten lang Lücken mit Langeweile zu füllen.

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