Review: CARGO (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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7/10 (3)

Darsteller: Martin Freeman, Anthony Hayes, Susie Porter
Regie: Ben Howling, Yolanda Ramke
Drehbuch: Yolanda Ramke
Länge: 105 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 18.05.2018 (Netflix)
Verleih/ Vertrieb: Netflix

In den letzten Jahren erschien eine ganze Reihe von Spielfilmen, die auf Kurzfilmen basierten. Zu MAMA, BABADOOK oder LIGHTS OUT gesellt sich nun auch der siebenminütige CARGO, aus dem Netflix stattliche 105 Minuten machte.

Story:
Die Zivilisation wie wir sie kennen, ist zusammengebrochen. Zombies haben sich auch in Australien ausgebreitet. Irgendwo dort lebt eine kleine Familie auf einem Hausboot, doch als sie ein gekentertes Boot untersuchen, wird die Mutter von einem Angreifer gebissen. In 48 Stunden wird auch sie sich verwandeln. In einer ohnehin aus den Fugen geratenen Welt, versucht Vater Andy seine Frau, sich selbst und vor allem die kleine Tochter zu retten.

Wer den Kurzfilm gesehen hat (siehe ganz unten), weiß das Andy zu einem ungewöhnlichen Trick greift, um die Tochter vor sich selbst zu schützen. Es ist diese Szene, die in Erinnerung bleibt, weil sie gleichermaßen clever, wie auch unsagbar traurig ist.
Wer nun hofft, dass sich der Film an diesem Einfall festhält, wird womöglich enttäuscht sein.

Es ist vielmehr die Stimmung, die CARGO, der Langfilm, beibehält. Wir treffen keine nennenswerte Action an, keinen Humor, sondern eine melancholische Atmosphäre.
Das ist aufgrund des Inhalts aber auch naheliegend. Die Welt, die  Ben Howling und Yolanda Ramke (die schon für den Short verantwortlich waren) hier zeichnen, ist trotz einer wunderschönen Landschaft trist, bösartig und tot.
Das wird schon deutlich als das Hausboot der Familie zu Beginn an einer anderen Familie vorbei kommt und während Andy freundlich winkt, zeigt der andere Mann nur kurz seinen Revolver.

Aber auch das Schicksal der Hauptfiguren bewegt uns und das spricht für den Film, der uns Andy und die anderen Charaktere auf glaubwürdige Weise vorstellt.
Im Laufe der Story kommen weitere Figuren hinzu und hier wird einmal mehr klar, dass es auch in einer Zombieapokalypse die Lebenden sind, die das größte Problem darstellen.
Das geht sogar so weit, dass die Untoten fast zur Nebensache verkommen. Natürlich gibt es einige Kopfschüsse, der Film ist aber vielmehr Drama als Gore-Platte.

Australien als Schauplatz ist sicher keine absurde Idee, trotzdem wird in CARGO die Natur in den Fokus gerückt. Das rotsandige Outback und einige Aborigines greifen ganz gezielt die Eigenheiten des Kontinents auf und erinnern durch das exotische Setting auch etwas an die THE DEAD – Filme, die in der Natur von Afrika und Indien spielten.

Das macht CARGO zwar besonders, allerdings hält der Film nicht viele markante Szenen oder wahre Highlights bereit, lediglich eine Art „Selbsthilfe-Stick bei fortschreitender Infizierung“ bildet ein hübsches Detail.
Mit Martin Freeman hat man zwar einen anständigen Akteur als Hauptfigur (Freeman spielte unter anderem Bilbo Beutlin in den HOBBIT-Filmen), etwas mehr Unterstützung durch das Drehbuch hätte ihm aber gut getan.

Und die berühmte Szene aus dem Short (Spoiler), in dem sich der verwandelnde Vater selbst ein Stück Fleisch vor die Nase bindet, um nicht die kleine Tochter zu beißen? Die ist zwar im Langfilm wieder enthalten, da er aber diesmal nicht alleine ist, letztlich überflüssig.

Fazit:  Für Fans von ruhigen Zombie-Dramen durchaus zu empfehlen, man wird aber den Eindruck nicht los, dass (mal wieder) viel Füllmaterial nötig war, um von Kurz- auf Langfilm zu kommen.

Hier noch mal der Short:

 

 

 

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