Es gibt einige Filme, über die wir bei Thrill & Kill immer wieder verweisen, denen aber noch ein Review fehlt. PLANET TERROR ist einer von ihnen und auch in der gesamten Wahrnehmung kommt Robert Rodriguez‚ ekliger Retro-Zombie-Film etwas zu kurz. Vom lausigen Einspielergebis im Kino ganz zu schweigen.
Die Handlung von PLANET TERROR
Während eines Militär-Einsatzes in Afghanistan wurde eine Gruppe Soldaten mit einem Mittel namens DC2 vergiftet und mutierte zu Zombies. Zwar kann das Gift selbst unschöne Nebenwirkungen bekämpfen. Doch dann wird der Stoff auch nahe einer Kleinstadt freigesetzt und plötzlich müssen Gogo-Tänzerin Cherry Darling, ihr Ex-Freund El Wray und zahlreiche andere skurrile Gestalten um das Überleben bzw. gegen die Infizierten kämpfen.
PLANET TERROR ist bekanntermaßen der Partnerfilm zu Quentin Tarantinos DEATH PROOF, die zusammen mit ein paar Fake-Trailern das GRINDHOUSE-Double Feature bildeten.
Eines ist klar, um Filme wie PLANET TERROR umsetzen zu können, mussten sich die beiden Star-Regisseure durch eine Reihe fragwürdiger Produktionen der 70er und 80er schauen. Filme, über die damals Kritiker die Augen rollten; Filme, die in der breiten Masse keine Rolle spielten; Filme, bei denen Zeitzeugen eine nostalgische Wärme verspüren.
PLANET TERROR und das GRINDHOUSE-Double-Feature
Trotz der prominenten Regisseure, nicht weniger bekannter Besetzung und beliebter Trademarks spielten die GRINDHOUSE-Streifen nicht annähernd das Budget von 67 Millionen $ ein, was wiederum dafür spricht, dass die Vorbilder, ihr schlechter Geschmack, ihre einfache Qualität, ihre rohe Gewalt, ihr Zeitgeist und ihre Absurdität nicht jedem positiv in Erinnerung blieben.
Es mag auch am mittlerweile unüblichen Doppelformat gelegen haben, das das Mainstream-Publikum überforderte, oder an irgendeinem anderen Grund, aber PLANET TERROR gehört somit auf die Liste der Horrorfilme, die im Kino floppten und wie DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT oder EVENT HORIZON erst über den Heimkinomarkt und die Zeit ihre Fans fanden.
Und dennoch hat man den Eindruck, dass viele Rodriguez‘ Film nicht als Horror- oder genauer Zombie-Film wahrnehmen und er unberechtigterweise ein wenig unter dem Radar fliegt.
Mit dem betont schlechten Bild, das permanent Filmfehler einbaut und daher wirkt, als hätte jemand ein frühes VHS-Tape in Papas Keller oder eine Filmrolle in Opas Dachboden gefunden, muss man natürlich klarkommen, der Effekt ist aber gezielt und wird sogar als Begründung benutzt, warum eine Sexszene zwischen Rose McGowan und Freddy Rodríguez nicht ausführlicher gezeigt wird.
Zwischen Trash-Ästhetik und A-Star-Besetzung
Ganz sicher sind auch übertriebene, trashige Elemente, wie ein Maschinengewehr als Beinprothese zu tragen, Elemente, die PLANET TERROR von vorn herein Ernsthaftigkeit absprechen. Allerdings ist Robert Rodriguez seit seiner DESPERADO-Zeit, als er vollautomatische Waffen in Geigenkästen versteckte, oder dem sagenhaften Penis-Revolver in FROM DUSK TILL DAWN genau dafür bekannt.
Bei all diesem B-Charme spielen A-Stars wie Josh Brolin oder Bruce Willis mit, dazu kommen Horror-Bekanntheiten wie Michael Biehn (ALIENS), Tom Savini (ZOMBIE), unerwartete Gäste wie Sängerin Fergie und auch Quentin Tarantino hat wieder eine kleine Rolle.
Es sind allerdings keine Namen, die den Film tragen, sondern die Tatsache, dass jeder von ihnen wirkt, als wäre er nicht nur wegen dem Gehaltscheck, sondern aus viel Vergnügen an diesem Projekt beteiligt.
Rückblickend bleibt freilich ein gewisser Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass Hauptdarstellerin Rose McGowan und Regisseur Robert Rodriguez zum Drehzeitpunkt ein Paar waren, das sich nicht unbedingt im Guten trennte, aber auch dass McGowan Jahre später Produzent Harvey Weinstein einer Vergewaltigung beschuldigte, die bereits lange vor dem Dreh stattgefunden haben soll.
Weniger dramatisch, aber ebenfalls bemerkenswert ist, dass Robert Rodriguez zwar 2010 noch den starken MACHETE-Langfilm lieferte, dann aber über die Jahre als Regisseur immer ruhiger und gewöhnlicher wurde. Sequels zu SIN CITY und MACHETE waren nicht übel, aber ließen den alten Biss vermissen und SPY KIDS -Filme erreichen zumindest sein altes Publikum nicht mehr.
Fazit zu PLANET TERROR
Die Kombination aus einfacher Geschichte, saftigen Gore- und Ekeleffekten, schreiend komischen Sequenzen, gutem Timing, viel Tempo, großen Knarren und sicher auch einer gewissen politischen Unkorrektheit funktioniert in PLANET TERROR auch 20 Jahre nach Erscheinen und nach dem großen Zombie-Boom der 2010er-Jahre noch ausgezeichnet und sollte Menschen, die ihre Guilty Pleasures der Videotape-Ära und alte Exploitation-Movies lieben, nach wie vor abholen.
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FAQ
Wer führte Regie bei PLANET TERROR?
Regie und Drehbuch stammen von Robert Rodriguez. PLANET TERROR bildete 2007 gemeinsam mit Quentin Tarantinos DEATH PROOF das GRINDHOUSE-Double-Feature – eine Hommage an das Exploitationkino der 70er, für die Rodriguez sein Bild bewusst wie eine ramponierte alte Filmkopie aussehen ließ.
Was hat es mit der „fehlenden Filmrolle
Ein Grindhouse-Gag: Mitten im Film behauptet eine Einblendung, eine Filmrolle sei verlorengegangen, woraufhin die Handlung mit einem harten Sprung weiterläuft. So werden ganze Entwicklungen übersprungen – unter anderem eine Sexszene zwischen Rose McGowan und Freddy Rodríguez, die dadurch nie zu sehen ist.
Sind PLANET TERROR und GRINDHOUSE derselbe Film?
Nicht ganz. GRINDHOUSE ist das US-Doppelprogramm aus PLANET TERROR und DEATH PROOF samt Fake-Trailern. Weil das Format an der Kinokasse floppte, wurde PLANET TERROR international und fürs Heimkino als eigenständiger Film ausgekoppelt – in einer längeren, ungeschnittenen Fassung, die auch die „fehlende Filmrolle







![[REC] (2007) | Filmkritik [REC] (2007) – Offizielles Filmposter](https://www.thrillandkill.com/wordpress/wp-content/uploads/2014/12/rec.jpg)


