Während nur relativ selten thailändische Horrorfilme ihren Weg nach Deutschland finden, scheinen Tausendfüßler dort ein beliebtes Thema zu sein. Zumindest bei den OMUKADE-Regisseuren Chalit Krileadmongkon und Pakphum Wongjinda, die sich vor einigen Jahren mit CREEPY CRAWLY um die vielbeinigen Insekten kümmerten und nun ein noch größeres Exemplar in den Mittelpunkt rücken.
Die Handlung von OMUKADE
Kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs gelingt einigen thailändischen und einem britischen Kriegsgefangenen die Flucht aus einem Lager. Verfolgt von den japanischen Besatzern, versuchen sie durch eine alte Mine die Landesgrenze zu erreichen, doch in den dunklen Höhlen lebt ein mächtiges Ungeheuer.
Der titelgebende Ōmukade ist eine menschenfressende Gestalt der japanischen Mythologie. Trotz der Größe, Aggressivität und anderen übernatürlichen Eigenschaften, hat das Lindwurm- oder eben Tausendfüßler-artige Wesen eine Schwäche gegen menschlichen Speichel.
Das hier also fernöstliche Kriegsscharmützel auf Höhlen-Monster treffen, ist recht unverbraucht, was im Umkehrschluss natürlich ein paar Eigenheiten bedeutet. Außerdem wollen die Regisseure OMUKADE als Preqel zu CREEPY CRAWLY verstanden wissen.
Aber keine Sorge, weder die verpasste Geschichtsstunde noch das fehlende Wissen um japanische Mythen-Monster sind schlachtendscheidend und man muss auch CREEPY CRAWLY nicht kennen, um OMUKADE im Groben zu folgen.
Allerdings scheinen Höhlen-Horrorfilme stets ein Problem zu sein, denn das „Genre“ wird seit über 20 Jahren von THE DESCENT angeführt und Werke wie BLACK WATER: ABYSS, DIE HÖHLE, THE TRENCH, THE DEEP DARK oder THE DEVIL’S MOUTH reihen sich mit Abstand dahinter ein.
Auch OKUMADE schafft es nicht die Atmosphäre, Spannung und Klaustrophobie eines THE DESCENT aufzubauen, ist aber reichlich brutal und bewegt sich im Mittelfeld der thematisch verwandten Filme.
Manko des Films ist eine gewisse Orientierungslosigkeit, die sich vor allem bei Actionszenen und Kämpfen einstellt. Durch rasche Schnittfolge und Perspektivenwechsel kann man als Betrachter schon mal den Überblick verlieren, auch wenn die Auseinandersetzungen an sich ordentlich aussehen.
OMUKADE holt den Tausendfüßler-Yōkai in eine Mine
Was die Effekte angeht, die in einem Monsterfilm natürlich nicht fehlen dürfen, wird quantitativ auch einiges geboten. Mal beißt das Monster selbst zu, an anderen Stellen nistet es sich in einem Wirt ein und manchmal fällt es dem Beobachter auch schwer zu verstehen, was gerade die Intention ist. Hier will der Film lieber zeigen als erklären.
Die Qualität schwankt dabei von Szene zu Szene. Mal scheint Handarbeit angesagt, dann sieht man hübsch eingesetztes CGI, aber einige Male wirken die Computer-FX auch mal wieder künstlich und stehlen damit jeden Grusel.
Hinsichtlich der Charaktere wird das Nötigste geboten, aber weder braucht ein solcher Film schweres Drama noch subtile Figurenzeichnung.
Zwar gibt es Menschen, die in OMUKADE ein Anti-Kriegs-Statement erkennen wollen und ja, dass sich hier verfeindete Parteien gegen einen gemeinsamen Gegner zusammenschließen, mag man als solches deuten. Andererseits muss man nicht so tun, als gäbe es viel Anspruch zu finden und wer OMUKADE schaut wird hinterher nicht mehr Pazifist sein als vorher. Als Ausrede, warum man gerade einen banalen Horrorfilm schaut, kann diese künstliche Intellektualisierung aber herhalten.
Da es an banalen Horrorfilmen aber ohnehin nichts auszusetzen gibt und OKUMADE zwar seine Probleme hat, sich aber trotzdem als unterhaltsam-blutige Angelegenheit entpuppt, die sich seltener selbst ein Bein stellt als einige Werke mit höherem Budget, ist es nicht schlimm, wenn man keinen tieferen Sinn entdeckt.
Fazit zu OMUKADE
Wer CREEPY CRAWLY mochte, sollte OMUKADE nicht links liegen lassen. Nicht nur durch das Tausendfüßler-Monster sind Parallelen gegeben, die Handschrift des Regieduos ist natürlich auch grundsätzlich erkennbar.
Allerdings sind beide Filme eher ok als großartig….und mit dem Posterdesign tut man sich auch keinen Gefallen.
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FAQ
Wer führte Regie bei OMUKADE?
Regie führte das thailändische Duo Pakphum Wongjinda und Chalit Krileadmongkon. Zur Besetzung zählen Narilya Gulmongkolpech und Yasaka Chaisorn, beide aus dem Horrorerfolg THE MEDIUM bekannt.
Was ist ein Ōmukade?
Ein Ōmukade ist in der japanischen Mythologie ein riesenhafter, dämonischer Tausendfüßler – ein Yōkai. Im Film ist er das fleischfressende Monster, das in den Minenschächten lauert.
Ist OMUKADE mit CREEPY CRAWLY verbunden?
Ja. OMUKADE ist ein Prequel zum Tausendfüßler-Horror CREEPY CRAWLY (2022) desselben Regie-Duos, lässt sich aber problemlos eigenständig sehen.










