Mit Zeitreisen und -schleifen kriegt man mich immer.
Na ja, fast immer.
Warum mich PROJECT GENESIS weniger überzeugen konnte als ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT, TRIANGLE, TERMINATOR, DIE ZEITMASCHINE oder zuletzt CADDO LAKE, erfährst du im folgenden Review.
Wovon handelt PROJECT GENESIS?
Stella ist noch ein Kind, das im ländlichen Thailand aufwächst, als ihr amerikanischer Vater eines Nachts nach einer Explosion spurlos verschwindet.
30 Jahre später hat sie das kleine Dorf längst verlassen, ist inzwischen selbst Mutter einer Tochter und kehrt in die Heimat zurück, als sie sich um ihre kranke Mutter kümmern muss.
Womit sie nicht rechnete: mit Hilfe eines ganz besonderen Armbandes besteht die Möglichkeit ihren Vater wiederzutreffen, doch dafür muss sie mit ihrer Tochter und einigen anderen durch Raum und Zeit reisen.
Einerseits muss man den Mut des thailändischen Regisseurs Chookiat Sakveerakul loben, mit PROJECT GENESIS nicht nur Raum und Zeit, sondern auch sämtliche Genre-Barrieren zu durchbrechen, andererseits ist dies mal wieder ein Film der Marke „weniger wäre mehr“.
All you can eat beim Thaiänder
Das ist dem Film zunächst aber nicht anzumerken. Der startet zunächst ruhig, stellt uns Stellas Familie vor, kann durch exotische Schauplätze punkten und gibt sich mysteriös als der Vater in den Wäldern eine Lichtkugel beschwören will, dabei aber von einem Monster verfolgt wird. Dass das Wesen nicht das gelungenste Creature Design aufweist, fällt mehr unter Geschmack als schlechte Qualität und so entsteht zunächst Interesse dranzubleiben.
Doch leider entwickelt sich PROJECT GENESIS immer mehr zu einem Brainstorming, bei dem offenbar jedem was einfiel, dass es dann auch in den Film schaffte. Über Stunden lang sehen wir daher CIA Agenten, Außerirdische, Dinosaurier, Zombies, Stein- und Endzeitmenschen.
Das ist zwar bunt, schnell und laut, rauscht aber bald nur noch wie eine Achterbahnfahrt vorbei. Ja, es bleibt der gleiche Film, aber der Wunsch den mysteriösen Ereignissen vom Anfang auf den Grund zu gehen, weicht rasch banalem Popcornkino.
Und auch gegen Action und Effekte ist natürlich grundsätzlich nichts zu sagen, aber wenn du einen Sci-Fi-Film mit vielen FX für den internationalen Markt machen willst, kannst du 2025 nicht mehr mit zweitklassigem CGI punkten.
Viel hilft nicht immer viel
Im Trailer sind diese optischen Schwächen noch recht gut kaschiert, offenbaren sich beim genaueren Hinsehen aber deutlich. Filme wie der erwähnte CADDO LAKE oder auch COHERENCE hauen zwar weniger auf die Pauke, beweisen aber, dass Science Fiction bei guter Story auch ohne Dauerfeuer funktionieren kann.
Packt man dann noch pathetische Dialoge und Tränendrücker-Momente drauf, entspricht das zwar dem Niveau, das auch viele mainstreamige Hollywoodproduktionen an den Tag legen, die wirken aber oft trotzdem runder.
Bei aller Kritik muss allerdings auch gesagt werden, dass PROJECT GENESIS kein Trash geworden ist, obwohl ich ein paar Mal an SHARKNADO 6: THE LAST ONE denken musste.
Das ist einerseits nicht fair, denn PROJECT GENESIS bemüht sich immerhin, andererseits fehlt ihm dann aber auch die Lockerheit, er nimmt sich zu ernst und bewegt sich trotz viel Bombast letztlich nur im Mittelmaß.
Wer genau daran Spaß hat lediglich einen lockeren roten Faden vorzufinden und mag, dass sich alle fünf Minuten eine andersartige Bedrohungslage auftut, obendrein auch einfach mal sehen möchte, welche Filme man in Thailand so dreht und Quantität der Effekte über Qualität stellt, kann mit PROJECT GENESIS sicher trotzdem eine gute Zeit haben.
Der Titel PROJECT GENESIS wird übrigens gerne gewählt, weswegen womöglich Verwechslungsgefahr droht. Im Original heißt der Streifen TAKLEE GENESIS X WORLDS COLLIDE.
Fazit zu PROJECT GENESIS
Könnte ich eine Zeitmaschine besteigen, würde ich ein paar Jahre zurückreisen, um Chookiat Sakveerakul zu raten, die Story zu kürzen, sich auf eine Sache zu konzentrieren und statt einer Vielzahl mäßiger Effekte nur einige wenige in Top-Qualität einzusetzen.
Hier kannst du PROJECT GENESIS schauen










