Review: TAXIDERMIA – FRISS ODER STIRB (2006)

Taxidermia - Friss oder Stirb: Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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9/10 (1)

Darsteller: Csaba Czene, Gergely Trócsányi, Marc Bischoff
Regie: György Pálfi
Drehbuch: György Pálfi, Lajos Parti Nagy, Zsófia Ruttkay
Länge: 91 Minuten
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 09.02.2006 (Kino)
Verleih/ Vertrieb: I-On New Media
FSK: ab 18

Es gibt Filme, die sich so schwer in ein Genre einordnen lassen, da sie in der Theorie mehreren zuzuordnen sind, in der Praxis aber dann zu keinem ganz gehören. Einer dieser Filme ist TAXIDERMIA von dem ungarischen Regisseur György Pálfi. Da er innerhalb der Störkanal-Reihe von I-On New Media im deutschsprachigen Raum vertrieben wird, ist dies nicht weiter verwunderlich. Immerhin steht die Reihe für extremes Kino jenseits des Mainstreams und lässt sich selten klar einordnen.
Wer sich TAXIDERMIA anschaut, sollte offen für Seltsames, eine eher gemächlich erzählte Geschichte und Körperflüssigkeiten verschiedener Herkunft sein.

Taxidermia - Friss oder Stirb: Schnellesswettbewerb

Inhalt von TAXIDERMIA

Drei Generationen einer Familie werden innerhalb eines Abschnitts ihres Lebens begleitet. Los geht es mit dem Soldaten Vendel Morosgoványi, der während seines Dienstes im Zweiten Weltkrieg ganz eigene Arten zum Abbau sexueller Frustration entwickelt und dabei einen Sohn zeugt.
Der Sohn, Kálmán Balatony, versucht sich als Schnellesser an die Spitze der Schnellesser-Wettkämpfe zu fressen, die zu Zeiten des kalten Krieges eine große Sache sind. Während seiner Bemühungen lernt er seine Frau Gizi kennen und zeugt mit ihr einen Sohn.
Lajoska Balatony wächst zu einem schmächtigen Mann heran, der sein Geld mit dem Ausstopfen von Tieren verdient und sich um seinen mittlerweile immobilen Vater kümmert.

Resümee zu TAXIDERMIA

Wenn man TAXIDERMIA unbedingt in Genres einteilen möchte, handelt es sich wahrscheinlich um eine schwarze Komödie mit Einflüssen aus Drama und Body Horror. Es gibt immer wieder sehr absurde Momente, wie beispielsweise die Esswettbewerbe, wo man als Zuschauerin auch selbst keinen schwachen Magen haben sollte – zum einen sieht das Essen sehr unappetitlich aus, zum anderen gibt es nach jeder Runde eine Kotzpause für die Teilnehmer. Wer also empfindlich auf Szenen mit Erbrechen reagiert, TAXIDERMIA ist der falsche Film. Ähnlich absurd sind die diversen Arten der Selbstbefriedigung von dem Soldaten Morosgoványi, die teils ziemlich explizit gezeigt werden. Es gibt einen echten Penis und offensichtliche Penisattrappen zu sehen.

Taxidermia - Friss oder Stirb: Lajoska

Ganz nüchtern betrachtet ist die Handlung von TAXIDERMIA recht simpel. Und gäbe es nicht diverse absurde und/oder eklige Szenen, würde wahrscheinlich kaum jemand über den Film sprechen. Außer eventuell wegen der wirklich schönen Umsetzung, die mit guter Kameraarbeit und tollen Sets zu überzeugen weiß. Im Endeffekt geht es um drei mehr oder minder psychisch kranke Männer, die ihre jeweilige Obsession bis ins Extrem ausleben. Die dabei entstehenden Situationen sind manchmal einfach nur grotesk, manchmal lustig und ab und an kommt Fremdscham auf, beispielsweise wenn Lajoska wiederholt versucht, die Kassiererin im Supermarkt anzuflirten.
Gegen Ende des Films bekommt man es dann mit einer guten Portion Body Horror zu tun und bekommt die Erklärung, weshalb genau der Film eigentlich TAXIDERMIA heißt. Das Finale ist gut umgesetzt und ist ein würdiger Abschluss für ein Werk, das vor Seltsamkeiten nur so strotzt und sicher die ein oder andere gerunzelte Stirn hervorruft.

Möglicherweise lassen sich die Geschehnisse von TAXIDERMIA besser einordnen, wenn man sich mit der Geschichte von Ungarn befasst und so Verbindungen herstellen kann. Aber auch für sich selbst stehend ist der Film durchaus unterhaltsam, da er mit guter Cinematik und vielen Absurditäten überzeugen kann. Der Streifen wird nicht allen gefallen, dazu ist er zu speziell, aber für Fans des Films abseits des Mainstreams ist er durchaus einen Blick wert.

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