THE HANGMAN ist einer dieser Filme, wo man das Cover sieht, die Zusammenfassung liest und sich denkt: Das kann nicht gut werden. Aber wir von Thrill & Kill scheuen natürlich keine Mühen (oder Leiden), um euch vor unterdurchschnittlichen Horrorfilmen zu warnen.
THE HANGMAN ist eine Produktion, die mit wenig Budget gedreht wurde und eine Mischung aus Slasher, Folklore und Rednecks zeigt. Alle Beteiligten haben bereits Erfahrung im Filmgeschäft, aber wirklich bekannte Gesichter sind nicht dabei, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Nun, werfen wir einen näheren Blick auf das Werk von Regisseur Bruce Wemple, der gemeinsam mit LeJon Woods ebenfalls am Drehbuch gearbeitet hat.

Inhalt von THE HANGMAN
Das Vater-Sohn-Gespann Leon und Jesse ist für einen Campingtrip im ländlichen West Virginia unterwegs. Am nächsten Morgen ist Jesse verschwunden und Leon hat die Befürchtung, dass er entführt wurde. Auf der Suche nach seinem Sohn trifft er nicht nur auf Rassismus, sondern auch auf den Kult um den mysteriösen und gefährlichen Hangman.
Resümee zu THE HANGMAN
Bei Low-Budget-Produktionen muss man hier und da mal etwas Nachsicht zeigen. Beispielsweise werden die Effekte nie so gut sein wie in einem Film mit Millionenbudget und es wird keine Starbesetzung zu sehen sein. Aber die Kreativität für die Handlung ist nicht an Geld gekoppelt und somit eine Möglichkeit, trotz wenig finanzieller Möglichkeiten zu punkten. Klappt das bei THE HANGMAN? Teilweise.
Die grundlegende Idee eines Kultes, der einen Dämon versucht, für seine Zwecke einzusetzen, ist nicht unbedingt neu, kann aber funktionieren. Filme wie HEREDITARY oder LORDS OF SALEM haben das bereits unter Beweis gestellt. Allerdings wird in THE HANGMAN keine wirklich überzeugende Geschichte erzählt und die immer wieder auftretenden rassistischen Tendenzen von Figuren helfen dabei nicht unbedingt. Immerhin handelt es sich hier nicht um einen cleveren gesellschaftskritischen Film, sondern um einen recht platten Streifen, der eine simple Geschichte erzählt.
Der namensgebende Bösewicht des Films ist der sogenannte Hangman, ein vom Dämon Baal Besessener, der große Freude am kreativen Erhängen von Menschen hat. Dabei ist nicht ganz eindeutig, ob er wahllos mordet oder dabei ein bestimmtes Ziel verfolgt, denn obwohl er eigentlich im Mittelpunkt von THE HANGMAN stehen sollte, kommt er recht wenig vor und es gibt nur eine grobe Hintergrundgeschichte. Immerhin sieht er für das wenige Budget relativ okay aus, auch wenn man sich fragt, weshalb ihm immer die Haare ins Gesicht hängen.
Die Morde an sich sind nicht spektakulär und einige Dinge geschehen außerhalb des Blicks der Kamera.
Größte Schwäche von THE HANGMAN ist wohl, dass in den 92 Minuten wenig passiert. Leon läuft herum und sucht nach seinem Sohn. Dabei trifft er auf eine Reihe an Personen, die alle irgendeinem Klischee entsprechen. Beispielsweise ist ein Priester dabei und eine allwissende blinde Frau. Das wird nicht näher erklärt und kurz darauf sind sie auch schon tot, so dass auch nicht mehr Hintergrund zu den Personen mehr benötigt wird. Während Leons Suche gibt es ein paar Momente, in denen die aufmerksame Zuschauerin sich fragen wird, ob die Filmmacher ihr Publikum für blöd halten oder es an der Synchronisation hapert. So wird das Haus vom Priester als schwer auffindbar und mitten im Nirgendwo beschrieben, ist dann aber an einer asphaltierten Straße gelegen. Auch die Pforte in die Hölle wirft Fragen auf. Zum Beispiel weshalb sich sämtliche Dämonen der Hölle von einer simplen Holztür aufhalten lassen. Man merkt es wahrscheinlich: THE HANGMAN ist kein Film mit ausgetüftelter Logik.

Nicht alle Filme müssen clevere Wendungen und unvorhergesehene Plotlines haben, aber bei einem Horrorfilm sollte doch eine gewisse Spannung zu erwarten sein. THE HANGMAN hat ein paar spannende Momente, aber die meiste Zeit dümpelt die Geschichte vor sich hin und gibt kaum Anlass, aufmerksam zu sein. Besonders negativ fällt ein Monolog des anscheinenden Kultanführers auf, der etwas wie Colonel Sanders von KFC aussieht, aber leider kein schmackhaftes Essen dabei hat.
Zusammengefasst: THE HANGMAN kann man getrost im Regal stehen lassen und verpasst nichts. Es passiert so wenig, dass die Geschichte in maximal 40 Minuten erzählt werden könnte, und was passiert, ist nicht spannend oder originell.











