TRAIN – NÄCHSTER HALT: HÖLLE (2008) | Filmkritik

Horrorfilm Train 2026 mit blutiger Hand im Zugfenster.
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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5.4/10 (16)

Darsteller: Thora Birch, Gideon Emery, Kavan Reece
Regie: Gideon Raff
Drehbuch: Gideon Raff
Länge: 83 min / 90 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 10. September 2010 (DVD; ab 18)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 18
FSK: Beschlagnahmt

Die Zahl der in Deutschland beschlagnahmten Filme wird stets kleiner. Einer, der aber noch aus dem Verkehr gezogen ist, ist TRAIN.
Der hat zwar auch eine FSK 18 – Fassung, dieser fehlen aber über 6 Minuten.
Im Umkehrschluss kann man sich ausmalen, dass FSK 18 + 6 Minuten Gewalt ordentlich abliefern.
Wir haben uns mal beide Varianten angesehen.

Die Handlung von TRAIN – NÄCHSTER HALT: HÖLLE

Ein Ringer-Team aus den USA ist für einen Wettkampf nach Osteuropa gereist.
Als die Gruppe nach einer Partynacht ihren Zug Richtung Odessa verpasst, besteigen sie auf Anraten einer Einheimischen den Ersatzzug, der sich aber als fahrende Schlachtbank für Organhändler entpuppt.

„Krank wie SAW, Hart wie HOSTEL, Blutig wie REC“ verspricht das Cover von Train vollmundig.
Wer sich mit den Großen vergleicht, muss sich auch gefallen lassen, dass der Zuschauer das Gleiche macht. SAW, HOSTEL und REC zählen zu den prominenten und besseren Filmen der gewalttätigen Nuller Jahre und man kann schon mal vorwegnehmen, dass sich TRAIN an dieser Messlatte die Zähne ausbeißt.

train - Blutiger Tourist mit Axt

TRAIN macht auf dicke Hose…

Aber schauen wir uns mal an, wie krank, hart und blutig der Film ist:

  • Krank wie SAW –  Zunächst mal hat TRAIN nicht viel mit den abgefahrenen Ideen und Überraschungen von SAW gemein, sondern ist ein recht straight erzählter Streifen, in dem einige junge Menschen auf den falschen Zug nehmen, in dem Organhändler ihr Unwesen treiben.
  • Hart wie HOSTELHOSTEL ist ohne jeden Zweifel das große Vorbild von TRAIN. War der Schauplatz für Eli Roth‘ Torture Porn noch die Slowakei, hat man diesmal gleich den Zug gen Ukraine genommen. Wieder haben wir es mit jungen partywütigen Amerikanern zu tun, die nicht in einem Stück nach Hause zurückkehren.
  • Blutig wie RECSo irrsinnig blutig war REC bei aller vorhandenen Qualität nicht. Wohlwollend kann man TRAIN daher attestieren, dass er zumindest blutiger ist als REC.

Hier stößt aber die geschnittene Version natürlich schnell an ihre Grenzen. Es wird gesägt, geschnitten und zertrennt…aber leider bleibt dem Zuschauer das vorenthalten, weil das Messer nicht von den Übeltätern im Film sondern von der Zensur geführt wurde. Die 6 fehlenden Minuten sind genug, um den Streifen zu entstellen. Wenn man sich als Zuschauer mehrfach fragt, ob man etwas verpasst hat und nicht mehr nachvollziehen kann, wie es zur aktuellen Szene kam, macht das keinen Spaß.
Wer die ungeschnittene Variante sieht, bekommt zwar mehr Input, was aber nicht bedeutet, dass der Streifen dadurch sinnvoller wäre.

Wie HOSTEL mit Bahncard 25

Grimmig dreinschauende Bösewichte im Zug in TRAIN

Wer mal im ICE zwischen Göttingen und Hannover versucht hat eine Herztransplantation durchzuführen, weiß was gemeint ist.
Das Einzige, was wackliger ist als der Zug, dürfte die auf Action getrimmte Kamera sein. Wenn man sich die brachiale Vorgehensweise der Herren Chirurgen ansieht, fragt man aber ohnehin, wie sich herausgerissene Augäpfel wiederverwerten lassen sollen.

Was es in der Komplettfassung aber eben natürlich gibt, ist Brutalität.
Diese fällt aber mehr durch ihre Selbstgefälligkeit, als durch ihre Kreativität oder Einzigartigkeit auf.
Da die Figuren meist passiv und nicht interessant oder sympathisch genug sind, um mit ihnen zu fiebern und die Effekte zwar ok, aber nicht überragend sind, bleibt man als Betrachter immer am Bahnsteig stehen.

Mich persönlich hat die Szene, in der eine der Frauen von vier Soldaten verschleppt wird und man ihr drohendes Schicksal nur erahnen kann, jedenfalls mehr beschäftigt, als die pure Aneinanderreihung von Gore-Sequenzen.

train - Thora Birch vor der Schlachtbank
Gut gelungen sind hingegen die vielen kleinen Szenen im Zug, in denen eine Reihe von Menschen vorgestellt werden, die unter einem Gebrechen leiden, wodurch dem Zuschauer klar wird, wen die wandelnden Ersatzteillager bedienen sollen: normale Menschen, die womöglich nicht einmal wissen, woher die Organe kommen, die aber sicher alles dafür tun würden, um ihr eigenes Leben zu verlängern oder auch nur zu verbessern.

Die schauspielerische Leistung ist mittelprächtig, wobei in einem Film wie Train natürlich nicht die große Klasse gefragt ist. Hauptdarstellerin ist Thora Birch, die als Kind/Jugendliche in bekannteren Filmen wie DAS KARTELL oder AMERICAN BEAUTY auftrat, später aber auch häufiger in Horrorfilmen, wie THE HOLE oder DEADLINE zu finden war.

Fazit zu TRAIN – NÄCHSTER HALT: HÖLLE

TRAIN ist eine fahrende Reisewarnung, stumpf-blutig wie HOSTEL, aber eben auch nicht mehr als eine rollende Kopie, allerdings immer noch weniger stupide wie KILLER INK.

PS: die Punktebewertung bezieht sich auf die ungeschnittene Variante.

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FAQ

Ist TRAIN in Deutschland geschnitten oder beschlagnahmt?

Beides. In Deutschland erschien nur eine FSK-18-Fassung, der über sechs Minuten fehlen. Die ungeschnittene Variante wurde 2012 indiziert und am 20. Juni 2012 vom Amtsgericht Fulda nach §131 StGB (Gewaltverherrlichung) bundesweit beschlagnahmt – sie darf also nicht verbreitet werden. Frei erhältlich ist somit nur die stark gekürzte Fassung, die dadurch aber auch Teile der Handlung verliert.

Wie brutal ist TRAIN?

In der ungeschnittenen Version deutlich: Der Film gehört klar zum Torture Porn und zeigt ausführlich, wie den Opfern bei lebendigem Leib Organe entnommen werden. Die Gewalt fällt allerdings eher durch ihre Selbstgefälligkeit als durch Kreativität auf. Die geschnittene FSK-18-Fassung nimmt einen Großteil davon heraus.

Wer spielt in TRAIN mit?

Hauptrolle ist Thora Birch (bekannt aus AMERICAN BEAUTY und DAS KARTELL) als Alex. Regie und Drehbuch stammen von Gideon Raff, der später die israelische Serie „Hatufim

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