Fans von Freddy Krueger und dessen Darsteller Robert Englund kommen um HOLLYWOOD DREAMS AND NIGHTMARES: THE ROBERT ENGLUND STORY nicht herum.
Die bereits 2022 produzierte Doku, die nun auch in Deutschland zu sehen ist, fasst in mehr als zwei Stunden das Leben des Schauspielers zusammen.
Von den Anfängen bis zur Elm Street
Zwei Stunden klingt nach viel Zeit für einen einzelnen Schauspieler, führt man sich aber vor Augen, dass Englund 1947 geboren wurde und seit über 50 Jahren im Geschäft ist, was zu mehr als 175 Film- und Seriencredits führte, ist klar, dass der Mann herumkam, viel zu berichten hat und viel über ihn berichtet werden kann.
THE ROBERT ENGLUND STORY ist chronologisch aufgebaut, beginnt dementsprechend schon in der Kindheit, wo er von ersten Schultheaterauftritten, aber auch dem Widerstand der Eltern spricht, die sich einen anderen Beruf für ihren Sohn erträumt hatten.
Ungefähr die Hälfte der Zeit spricht Englund selbst in verschiedenen Interviews, die andere Hälfte wird von Weggefährten gefüllt.
Die Vielzahl der Menschen, die etwas über Robert zu sagen haben, ist beeindruckend, egal ob es Leute wie Lance Henriksen (ALIENS) oder William Katt (CARRIE) sind, die der gleichen Generation entstammen oder die beiden wichtigen Nancys in seinem Leben, nämlich seine Frau Nancy und Heather Langenkamp, die bekanntermaßen die Nancy in den NIGHTMARE ON ELM STREET – Filmen spielte.
Bekannte Gesichter begleiten THE ROBERT ENGLUND STORY
Dazu kommen Gesichter, die scheinbar in jeder Horror-Doku etwas zu sagen haben: Regisseure Eli Roth (HOSTEL), Mick Garris (SHINING) und Adam Green (HATCHET) oder Schauspieler wie Lin Shaye (INSIDIOUS), Tony Todd (FINAL DESTINATION) oder Kane Hodder (FREITAG, DER 13.).
Die gute Erkenntnis für Horrorfans ist also, dass THE ROBERT ENGLUND STORY nur recht selten auf andere Genres eingeht.
Oberflächlich und wohlwollend
Wenn du die Anzahl von Jahrzehnten und Filmen in zwei Stunden packen willst, wirst du irgendwann feststellen, dass pro Film nur wenige Minuten bleiben und auch wenn das ein oder andere Werk komplett ignoriert wird, bleibt kaum Zeit, um länger zu verharren und Schwerpunkte herauszuarbeiten.
Natürlich wird die Bedeutung, die Freddy Krueger für Englunds Karriere hatte, nicht totgeschwiegen, würde man die Doku aber ohne Vorkenntnisse schauen, wirkt seine Paraderolle dennoch eher wie eine von vielen. Ganz realistisch betrachtet schaut aber niemand Robert Englund an und sagt: „Das ist der Typ aus TOT & BEGRABEN, THE MANGLER, THE FINAL CUT oder THE MIDNIGHT MAN“, sondern man hat Brandnarben und Messerhandschuhe vor Augen.
Das ist dann auch eines der Probleme von THE ROBERT ENGLUND STORY: man geht durch eine Vielzahl von Produktionen und gewichtet alle nahezu gleich. Echte Details, wie die Frage, wie sich Englund auf das Casting als Freddy vorbereitete, tauchen vereinzelt auf, nehmen jedoch wenig Raum ein.
In einem ist man sich aber einig. Einhellig wird Englund als sympathischer Profi gehuldigt.
Wieder und wieder.
Dazu ein paar persönliche Worte: ich hatte zwei Mal das Vergnügen mit ihm im Rahmen von Conventions zu arbeiten, wo ich für die Frage & Antwort- Runden mit den Promis zuständig war. Tatsächlich ist Robert Englund ein sympathischer Profi, der weiß wie es geht, welche Knöpfe er drücken muss und der auch auf der Bühne Geschichten erzählen kann. Der kleine persönliche Eindruck deckt sich daher mit dem, was die Doku vermittelt.
Für diese biographische Dokumentation bedeutet das aber auch, dass keine Kontroversen zu erwarten sind. Niemand berichtet davon, dass Englund ihm 1977 die Freundin ausgespannt hat oder am Set von A NIGHTMARE ON ELM STREET echte Kinder fraß, während Robert selbst uns nur so viel Einblick gibt, wie sie ein Profi eben gibt.
Zur deutschen Fassung von THE ROBERT ENGLUND STORY lässt sich sagen, dass das Voiceover zwar ebenfalls professionell klingt, die Stimme des Sprechers aber weniger markant und akzentuiert rüberkommt. Wer also des Englischen mächtig ist und die Möglichkeit hat, sollte das Original schauen, Robert ist gut verständlich.
Fazit zu HOLLYWOOD DREAMS AND NIGHTMARES: THE ROBERT ENGLUND STORY
THE ROBERT ENGLUND STORY ist wie der Titel es bereits verrät ein Abriss von Roberts Lebenswerk, durch das man sich ihm gegenüber stets wohlwollend in hohem Tempo durchackert. Dabei bleibt die Frage offen, für wenn sich die Dokumentation lohnt.
Wer nur wegen seiner Freddy-Auftritte einschaltet, kommt vergleichsweise kurz, auch wenn viele seiner späteren Auftritte natürlich durch den dadurch begründeten Kultstatus zu erklären sind.
Echte Englund-Fans werden wenig Neues erfahren, aber garantiert nichts Schlechtes über ihn hören.
Wer mit der Person hingegen bislang kaum Berührungspunkte hatte, erhält einen informativ-oberflächlichen Überblick über sein Lebenswerk. Für diese Menschen stellt sich allerdings die Frage, ob sie sich über zwei Stunden anschauen wollen, wie ein Film nach dem anderen auf vergleichbare Weise durchgesprochen wird.
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FAQ
Wer führte Regie bei HOLLYWOOD DREAMS AND NIGHTMARES?
Regie führten Christopher Griffiths und Gary Smart, die auch hinter Genre-Dokus wie PENNYWISE: THE STORY OF IT und ROBODOC: THE CREATION OF ROBOCOP stehen.
Wie lang ist THE ROBERT ENGLUND STORY?
Die Dokumentation läuft rund zwei Stunden (etwa 134 Minuten) und arbeitet sich chronologisch durch Englunds gesamtes Lebenswerk.
Wer kommt in THE ROBERT ENGLUND STORY zu Wort?
Neben Robert Englund selbst sprechen zahlreiche Weggefährten, darunter Lance Henriksen, William Katt, Heather Langenkamp, Eli Roth, Tony Todd und Kane Hodder.









