KRAKEN – ERWACHEN DER TIEFE (2026) | Filmkritik

kraken - erwachen der tiefe - offizielles Filmposter
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Redaktion: 6.5

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7/10 (1)

Darsteller: Sara Khorami, Mikkel Bratt Silset, Ingvild Holthe Bygdnes, Øyvind Brandtzæg, Jenny Evensen
Regie: Pål Øie
Drehbuch: Vilde Eide
Länge: 94 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 23. Juli 2026 (Kino)
Verleih/ Vertrieb: Splendid
FSK: ab 16

Wem die Unmengen von lieblosen Hai-Filmen zum Hals raushängen, aber trotzdem nautischen Terror wünscht, dem kann geholfen werden.
Mit KRAKEN schickt sich ein anderer Bewohner der Gewässer an Angst und Schrecken auf Leinwand und Bildschirm zu verbreiten.

Nun darf man sich darüber freuen, dass das mal was Neues ist und da wir es mit einem norwegischen Film zu tun haben, der die heimischen Fjordlandschaften prächtig in Szene setzt, stimmt das sogar in doppelter Hinsicht… trotzdem fühlt sich KRAKEN vertraut an.

Die Handlung von KRAKEN – ERWACHEN DER TIEFE

Als sich im Umfeld einer norwegischen Lachsfarm eigenartige Zwischenfälle häufen, wird Meeresforscherin Johanne dorthin bestellt. Sie ist in der Gegend keine Fremde, wollte jedoch lieber nicht mehr zurückkehren.
Während die Lachsfarm gerade um asiatische Investoren buhlt und ein Schall-System vorstellt, dass die parasitäre Lachslaus vertreiben soll, eskaliert die Lage immer mehr. Eigenartige Gegenstände werden angespült, Fische sterben und dann verschwinden auch Menschen.
Johanne stellt fest, dass an der lokalen Sage, dass in den Tiefen des Fjords eine gewaltige Kreatur lebt, etwas dran sein könnte.

kraken - erwachen der tiefe - johanne untersucht riesige parasiten

Was diese Kreatur ist, erklärt sich mit Blick auf Filmtitel, Poster und Trailer von alleine, aber es dauert ungefähr die Hälfte des Films, bis wir den Kraken dann auch zu Gesicht bekommen. Das ist vergleichsweise altmodisch erzählt, ist aber auf Linie mit Steven Spielberg, der den weißen Hai in seinem Film auch erst spät in Gänze präsentierte.

Das heißt aber nicht, dass bis dahin nichts los wäre, denn die Figuren und die Hintergründe werden vorgestellt und die Bedrohungslage aufgebaut.
Nun hatte Spielberg 1975 den Luxus, dass er ein Vorreiter war, während in den letzten 50 Jahren unzählige Male ähnliche Haifilme, Tierhorror-Streifen im Allgemeinen oder Ökohorror auf vergleichbare Weise aufgebaut wurden.

KRAKEN bedient das Creature-Feature-Baukastensystem

Als Zuschauer, der mehr als drei Filme dieser Bauart gesehen hat, weiß man nach der Opening Scene, dass es ein sehr großes Tier ist und spätestens, wenn das System gegen Lachsläuse vorgestellt wird, fragt man sich, ob das der Natur nicht mehr schadet als nutzt.

kraken (2026) - johanne weicht den tentaklen des kraken aus

Soll heißen: KRAKEN hält eine Checkliste parat, die der geneigte Horror-Fan einfach abhaken kann und von diesem Baukastensystem weicht Regisseur Pål Øie (VILLMARK ASYLUM, THE TUNNEL) selten ab.
Hier fehlt nur der Bürgermeister, der sich weigert den Strand sperren zu lassen, aber Massen an Badetouristen wären in Norwegen eher unglaubwürdig.
Ansonsten haben wir neben der smarten Johanne deren Ex-Freund, den sie nach Langem wiedertrifft; wir haben einen übergewichtigen Techniker im Nerd-Look; einen windigen Fischfarmbetreiber und dessen Teenietochter. Mehr Charakterisierung gibt es nicht und braucht es auch nicht, denn uns sind diese Figuren schon oft begegnet.

Allerdings hat das auch was Sympathisches, denn es scheint, dass Filme wie diese selten geworden sind und die eingangs erwähnten Neuerungen (Oktopus und Norwegen) bringen auch bei bekannter Vorgehensweise etwas Frischluft.

Dass der Schrecken einen wahren Kern hat, mag bei vielen verpuffen, aber KRAKEN ist eben auch Öko-Horror, der vor den Eingriffen des Menschen in die Natur warnt.
Zwar ist in der Realität nicht mit einem Ctulhu-artigen Riesen zu rechnen, der durch Schallwellen geweckt wird, dieser steht aber wie der frühe Godzilla letztlich nur für den Ärger, den sich die Menschheit einfängt, wenn sie sich danebenbenimmt.

kraken (2026) - die Teenager auf dem Fjord

Öko-Horror mit wahrem Kern: Fischfarmen und Lachslaus

Der wahre Kern liegt hingegen in Fischfarmen selbst, die trotz romantischer Fjord-Bilder auf der Tiefkühlverpackung nichts anderes sind als eklige Massentierhaltung und nicht nur für die Tiere selbst, sondern auch das Ökosystem eine Belastung darstellen. Das verklärte Bild eines norwegischen Fischers, der am Ufer die Angel auswirft, sollte man daher streichen. Und auch die Lachslaus, die Fische bei lebendigem Leibe Stück für Stück auffrisst, ist realer Schrecken.

Dementsprechend empfindet man als Zuschauer durchaus Sympathien für das Ungeheuer, der nicht unbedingt als „böse“ dargestellt wird, sondern sich nur verteidigt und in einer kurzen Szene versteht das auch Johanne.
Dazu kommt, dass das gewaltige Tier, dessen lange Tentakel quasi selbständig die Fabrik durchsuchen, anständig animiert wurde. Das gilt auch für die übergroßen Parasiten, die als zweite Bedrohung Krebs-artig Jagd auf die Menschen machen, und andere Effekte.
Überhaupt muss sich der Film technisch und schauspielerisch nicht vor der US-Konkurrenz verstecken.

Fazit zu KRAKEN – ERWACHEN DER TIEFE

Dies ist ein geradlinig erzählter Monster-Film mit Ökobotschaft.
Kein Elevated Horror, keine Liminal Spaces, keine Analogie auf psychische Krankheuten.
Ein Film wie KRAKEN hätte es auch in den 70ern und 80ern geben können, nur dass das Creature Design (trotz einiger anatomischer Freiheiten) heute besser ist.
Das ist kurzweilig, aber wenig überraschend und innovativ schon mal gar nicht.

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FAQ

Wie brutal ist KRAKEN - ERWACHEN DER TIEFE?

KRAKEN setzt weniger auf exzessiven Splatter als auf Creature-Action, kommt aber nicht unblutig aus: Es tauchen verstümmelte Leichen auf, und neben dem Kraken machen übergroße Parasiten Jagd auf die Menschen. Der Härtegrad bleibt im Rahmen eines klassischen Monsterfilms.

Basiert KRAKEN - ERWACHEN DER TIEFE auf einer wahren Begebenheit?

Das Monster selbst ist reine Fiktion und geht auf die nordische Sage vom Riesenkraken zurück. Einen realen Kern hat der Film dennoch: Er thematisiert die Schattenseiten industrieller Lachs-Aquakultur und die parasitäre Lachslaus, die Fische bei lebendigem Leib befällt.

Lohnt sich KRAKEN - ERWACHEN DER TIEFE?

Für Fans klassischer Tierhorror- und Creature-Feature-Filme ja: KRAKEN ist geradlinig erzählt, technisch solide getrickst und bringt mit Oktopus statt Hai und norwegischer Fjordkulisse etwas Frischluft. Wer Überraschungen oder innovative Horror-Ansätze erwartet, wird ihn eher konventionell finden.

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