Das Subgenre des Hai-Horrors ist ein ganz Besonderes. Gefühlt jede Woche erscheint ein neuer Ableger und trotzdem fiel uns die Zusammenstellung der besten Hai-Horrorfilme schwerer als in vielen anderen Genres.
Der Grund ist simpel: trotz unzähliger Ableger findet sich nur wenig Qualität. Wie bei den Exorzistenfilmen haben wir das eine große Vorbild in den 70ern und vieles danach ist entweder eine ähnliche Geschichte oder purer Ramsch.
Wir haben dennoch 10 Hai-Filme gefunden, die von purem Horror über Doku, wahre Fälle, Geheimtipps und Popcornkino bis reinem Trash reichen und Fans von Hai- und Meeres-Filmen daher auf die ein oder andere Weise ans Herz gelegt werden können.
Übrigens: Pro Jahr ereignen sich aller Hollywoodmythen zum Trotz weltweit nur etwa 5-10 tödliche Haiangriffe.
In der gleichen Zeit töten Menschen zwischen 75.000.000 und 100.000.000 Haie!
Die besten Hai-Horrorfilme
Inhaltsverzeichnis
DER WEISSE HAI
Sprechen wir zunächst über das Offensichtliche. Steven Spielberg hat 1975 einen der ersten Sommerblockbuster erschaffen und gleichzeitig Weiteres ausgelöst.
Fortan brauchte es vor jeder anbahnenden Film-Katastrophe einen Bürgermeister, der Warnungen in den Wind schlägt, Sätze wie „Sie werden ein größeres Boot brauchen“ wurden legendär, Menschen gingen plötzlich weltweit mit einem unguten Gefühl ins Meer und – auch das ist Teil der Geschichte – Haie wurden plötzlich auf eine Weise dämonisiert, die in keinem Verhältnis zu der realen Gefahr steht. Oft grundlos wurden die Tiere seither gejagt und getötet.
Für Spielberg war der Film der Durchbruch für eine unbeschreibliche Karriere, der Score ist auch ein halbes Jahrhundert später weltbekannt und selbst in Kinderfilmen wie FINDET NEMO finden sich Referenzen. Dort lernen wir einen Hai namens Bruce kennen, eine Anspielung auf die in DER WEISSE HAI verwendete Attrappe.
OPEN WATER
OPEN WATER ist ein minimalistischer Alptraum, der einen wahren Kern hat.
Durch einen simplen Abzählfehler wird ein Paar nach dem Tauchen auf dem Ozean zurückgelassen. Der wahre Fall des Ehepaars Tom und Eileen Lonergan ereignete sich 1988. Ihr Fehlen fiel erst Tage später auf und da ihre Leichen nie gefunden wurden, lässt sich nicht nachvollziehen, ob sich die im Film gezeigten Ereignisse ab dem Moment der Verwechslung wirklich so zutrugen. Dem realistischen Schrecken tut das keinen Abbruch.
Der Film fühlt sich durch seine Kameraführung beinahe wie ein Found Footage – Streifen oder eine Doku an. Wer hier auf Riesenhaie hofft, die sich mit Bauchplatscher auf ihre Opfer stürzen, wird enttäuscht, stattdessen breitet sich paranoider Schrecken inmitten der Weiten des Ozeans aus.
FIN
Ausgerechnet Eli Roth, dem man nach seinen bisherigen Regiearbeiten das Feingefühl einer Steinlawine zutraut, hat sich mit einem ernsten Anliegen beschäftigt und in diesem Dokumentarfilm mit der bitteren Realität.
Andererseits passt die gezeigte Brutalität zum HOSTEL– und THANKSGIVING-Schöpfer, nur dass sie diesmal auf ein reales Problem hinweist.
Für FIN reiste Roth um die Welt, um die grausamen Methoden aufzuzeigen, mit denen Menschen Haie jagen und den Horror zu zeigen, der den Tieren angetan wird.
Leider ist der Film schwer zu bekommen, daher haben wir hier einen Trailer dazu
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THE REEF
THE REEF ist zwar nicht ganz so nüchtern und intim wie OPEN WATER, widmet sich aber ebenfalls einer glaubwürdigen Ausgangslage, auch wenn sie diesmal keinen wahren Kern hat.
Nachdem das Boot einer fünfköpfigen Gruppe an einem Riff kentert und kieloben treibt, beschließen vier der Ausflügler zu einer Insel zu schwimmen, obwohl es dort Haie gibt, während einer von ihnen am Wrack bleibt.
Die Frage, die sich stellt: welches Vorgehen ist besser?
THE REEF stammt von Andrew Traucki, der zuvor den ebenfalls sehenswerten Kroko-Horror BLACK WATER umsetzte und auch für das Sequel THE REEF: STALKED verantwortlich ist.
47 METERS DOWN
Johannes Roberts wuselt seit etlichen Jahren durchs Horrorgenre und während er den echten Volltreffer noch schuldig ist, sind die meisten seiner Filme (z.B. F – LONDON HIGHSCHOOL MASSACRE, THE STRANGERS – OPFERNACHT, PRIMATE) anständige Kost.
47 METERS DOWN, der zwei Urlauberinnen in einem Hai-Käfig im Ozean versenkt, zählt ebenfalls dazu. Den beiden Schwestern bleibt nur eine Stunde Sauerstoff und zwischen ihnen und Wasseroberfläche liegen knappe 50 m Wasser und etliche hungrige Haie.
Roberts drehte übrigens auch den Nachfolger 47 METERS DOWN: UNCAGED.
BEAST OF WAR
BEAST OF WAR-Regisseur Kiah Roache-Turner war bislang eher in humorvollen Horrorgefilden zugange und drehte neben den beiden WYRMWOOD-Filmen den Spinnengrusler STING.
In BEAST OF WAR geht er ernster zur Sache und hier retten sich 1942 einige Soldaten, deren Kriegsschiff von japanischen Bombern versenkt wird auf ein provisorisches Floß. Doch auf dem Ozean müssen sie Haie, Angriffe der Feinde und auch sich selbst fürchten.
BEAST OF WAR ist ein Low Budget – Geheimtipp, der die meiste Zeit im Nebel spielt, um nicht zeigen zu müssen, dass ein Großteil der Szenen im Studio entstand, weiß aber zu unterhalten und fällt inmitten der geringen Haifilm-Qualität positiv auf.
THE SHALLOWS
Nachdem Blake Lively sah, wie sich Ehemann Ryan Reynolds im Ein-Mann-Kammerspiel BURIED quälte, wollte sie gerne einen ähnlichen Film drehen. Der Wunsch wurde ihr 2016 mit THE SHALLOWS erfüllt, wo sie als einsame Surferin vor der mexikanischen Küste von einem Hai attackiert wird und sich verletzt auf einen Felsen retten kann. Obwohl der Strand in Sichtweite ist, scheint das rettende Ufer Meilen entfernt.
Lively ist zwar anders als Reynolds nicht die einzige Schauspielerin, Isolation, Abgeschiedenheit und Spannung der beiden Filme sind aber vergleichbar…trotz eines wirklich blöden Endes.
DEEP BLUE SEA
Wo hört Hollywood-Mainstream auf und wo fängt Trash an?
Egal, wo man DEEP BLUE SEA einordnet, er entstand zu einer Zeit, als Hollywood mit viel Geld nach Horrorfilmen warf, wobei Werke die DAS GEISTERSCHLOSS oder GHOST SHIP, aber eben auch DEEP BLUE SEA entstanden.
Dieser macht nicht nur ein trashiges Grundszenario um supersmarte Haie auf, sondern bietet auch die ein oder andere überzogene Einzelszene. Da springen die klugen Tiere unter Einsatz nicht ausgereifter CGI aus dem Wasser an Land, schnappen sich ihr Opfer und verschwinden wieder, aber solange irgendwer noch einen coole Spruch pfeift, ist die Welt in Ordnung.
Renny Harlin saß hier auf dem Regiestuhl und dass der kein Feingeist ist, bewies er zuletzt mit der THE STRANGERS -Trilogie. Was er aber kann ist hirnlose Action (CLIFFHANGER, STIRB LANGSAM 2) und da zwischen DER WEISSE HAI und DEEP BLUE SEA ein knapp 25 Jahre großes Loch klaffte, in denen außer den Sequels zu Spielbergs Film Haie kaum eine Rolle spielten, fand DEEP BLUE SEA Ende des Jahrhunderts großen Anklang.
Und da der Film bei allen Schwächen gut unterhält und zudem mit Samuel L. Jackson, LL Cool J, Stellan Skarsgård und Thomas Jane prominent besetzt ist, macht er allemal Spaß.
OPERATION HAIFISCH – LAUTLOS KOMMT DER TOD
In einer der besten Szenen in DER WEISSE HAI schildert Quinn den Untergang der U.S.S. Indianpolis, die während des 2. Weltkriegs Teile der Hiroshima-Atombombe nach Japan brachte und auf dem Rückweg vom japanischen Militär torpediert wurde.
Aufgrund der hohen Geheimhaltung war das Schiff uneskortiert unterwegs und die 900 überlebenden Soldaten trieben tagelang im Wasser, wo sie Opfer von Verletzungen, Sonne und Dehydration, aber auch zahlreicher Haiangriffe wurden.
OPERATION HAIFISCH – LAUTLOS KOMMT DER TOD ist kein Horrorfilm, sondern eine realistisch anmutender TV-Film, der aber dem 2016 erschienenen USS INDIANAPOLIS – MEN OF COURAGE mit gleicher Thematik und viel Pathos vorzuziehen ist.
SHARKNADO (komplette Reihe)
Wir haben jeden SHARKNADO-Film, der uns in die Finger kam mit der Minimalnote bewertet und würden es wieder tun, gleichzeitig muss man zwei Dinge anerkennen:
Erstens, auch wenn er nicht der erste extrem billig aussehende Hai-Film seiner Art war (davor gab es z.B. 2-HEADED SHARK ATTACK), löste das Übermaß an Bullshit eine neue Eskalationsstufe dieser cineastischen Unterart aus, weswegen sämtliche Filme bei SchleFaZ gezeigt wurden, die Moderatoren Oliver Kalkofe und Peter Rütten selbst einen Auftritt in der Reihe erhielten und zu mehreren Teilen auch Kino-Events in Deutschland ausgerichtet wurden.
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Während man schon für Teil eins die 90er-Überbleibsel Tara Reid und Ian Ziering für die Hauptrollen gewinnen konnte, gaben sich später Promis wie GAME OF THRONES-Autor George R.R. Martin, Talkmaster Jerry Springer, David Hasselhoff, Slipknot-Sänger Corey Taylor, Skater Tony Hawk, GREASE-Star Olivia Newton-John oder Gary Busey (DER WERWOLF VON TARKER MILLS), aber auch Deutsche wie Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf oder Bela B von DIE ÄRZTE die Klinke in die Hand.
Zweitens, trotz hanebüchener Stories und Effekten aus MS Paint–Niveau wirken die Filme größer als die Konkurrenz. Das liegt nicht nur an den erwähnten Stars, sondern auch daran, dass man nicht nur eine Hai-Attrappe durch einen Baggersee schwimmen ließ, sondern immer wieder sie Locations wechselte und die gefräßigen CGI-Fische letztlich die ganze Welt erobern ließ und sogar durch die Zeit reiste.
Rückblickend bleibt daher der Verdacht, dass sich die Macher von Sharknado dümmer stellten als sie sind. Da die Filme für jeweils wenige Millionen $ produziert wurden, aber insgesamt mehrere hundert Millionen einbrachten, sind sie nun auf jeden Fall reich.














Thrash auf Netflix
https://youtu.be/hzyOsNyDkbM?is=0VtyRoX1Nw-uQqUp
Deep Water
https://youtu.be/xpJmAzAwiiI?is=7n0cKjzWCuOgcwNN
Meg
https://youtu.be/R3YXwUZlQVs?is=Ob5td3QFSdJZ-BXG
Und besagte Fortsetzungen von bereits erwähnte Movies
O.o