INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER wirft nach fünf Filmen und dem Abschluss der Lambert-Saga unweigerlich die Frage auf, wie viel Substanz eigentlich noch in diesem langlebigen Horror-Franchise steckt. Die Gefahr, den Zuschauern zum sechsten Mal die immer gleiche Formel zu präsentieren, ist im modernen Genre-Kino schließlich riesig.
Regisseur Jacob Chase versucht mit dem neuesten Ableger nun den schwierigen Spagat: Er bringt frische Gesichter sowie neue Ideen auf den Tisch, vergisst dabei aber zu keinem Zeitpunkt, wo die Reihe einst ihre atmosphärischen Wurzeln geschlagen hat. Man merkt dem Film an, dass hier jemand am Werk war, der das bewährte Universum respektiert, aber gleichzeitig keine Lust auf den immer gleichen, risikolosen Trott hatte.
Die Handlung von INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER
Nachdem wir Patrick Wilson und seine Filmfamilie nun hoffentlich dauerhaft in den verdienten und sicheren Ruhestand geschickt haben, rücken in diesem Teil komplett neue Opfer ins Visier der finsteren Mächte. Die alleinerziehende Mutter Gemma (Amelia Eve) zieht gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Maya (Island Austin) in ihr altes, ziemlich heruntergekommenes Elternhaus. Eine klassische Fehlentscheidung, denn die ungemütliche Bude ist im Inneren noch immer randvoll mit den unbewältigten Traumata ihrer eigenen, düsteren Kindheit.
Gemma besitzt INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER zwar genau wie damals der junge Dalton die seltene Fähigkeit zur Astralprojektion, fungiert hier jedoch unfreiwillig als eine Art Kurier. Das bedeutet konkret: Wenn sie in die Zwischenwelt abdriftet, bringt sie Geister und Dämonen unabsichtlich als blinde Passagiere mit zurück in die reale Welt. Das sorgt in den eigenen vier Wänden extrem schnell für eine bedrohliche Dynamik und jede Menge schlaflose Nächte.
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Psychoterror statt Spukhaus-Einerlei
Das Drehbuch von INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER versucht glücklicherweise, das bekannte Universum um eine spürbare psychologische Komponente zu erweitern. Durch die kreative Nummer mit dem unfreiwilligen Geister-Kurier verlagert sich der Schrecken geschickt weg vom klassischen Türenschlagen und den ewig gleichen Poltergeist-Tricks hin zu einer echten, mentalen Belastungsprobe für die kleine Familie. Man bangt mit den Figuren mit, weil die Bedrohung hier direkter greifbar wird.
Damit die Verbindung zu den alten Teilen für das treue Publikum nicht komplett verloren geht, ist Lin Shaye natürlich wieder als das unverzichtbare Medium Elise Rainier am Start. Die gute Seele des gesamten Franchise hilft dieses Mal allerdings direkt aus dem Ewigreich heraus. Ein klassischer Ruhestand im Jenseits sieht definitiv anders aus, aber für die Fans ist ihre vertraute Präsenz ein absoluter Gewinn, der in INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER die nötige erzählerische Erdung bringt.
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Zahnarzt-Horror und Kissenburgen in INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER
Regisseur Jacob Chase (COME PLAY) bricht in der ersten Hälfte erfreulich oft mit den Mustern, die uns James Wan oder Leigh Whannell in den letzten Jahren präsentiert haben. Da Gemma von Beruf als Zahnhygienikerin arbeitet, nutzt die Inszenierung dieses alltägliche Setting für ein paar sehr gezielte und fiese Body-Horror-Elemente. Wer sowieso schon mit Unbehagen beim jährlichen Zahnarztbesuch zu kämpfen hat, wird bei diesen sterilen Nahaufnahmen im Mundraum ganz freiwillig ein Stück tiefer in den Kinosessel rutschen. Auch bei der optischen Gestaltung der unheimlichen Traumwelt geht der Film eigene, zeitgemäße Wege.
Einige Passagen in INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER erinnern in ihrer beklemmenden Monotonie stark an das bekannte Internet-Phänomen der Backrooms. Besonders gelungen ist hierbei eine Sequenz rund um eine labyrinthartige Kissen- und Bettenburg. Diese zeigt den vernebelten Fluren der Vorgängerfilme, wie moderner und kreativer Albtraum-Look heute funktionieren kann. Für die Verbindung zur Originalreihe sorgt zudem ein punktueller Auftritt des bekannten Lipstick-Face Demon.
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Ein Finale mit Antworten für die Fans
In der zweiten Hälfte bindet INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER die neuen Elemente an die bekannte Mythologie des Franchise an. Die Inszenierung setzt gegen Ende auf ein geradliniges Finale, das sich die Zeit nimmt, die Hintergründe des neuen Konzepts aufzuschlüsseln. Dieser strukturierte Ansatz sorgt für logische Erklärungen und fügt dem Ewigreich neue Facetten hinzu. Das Finale liefert ein rundes Gesamtbild, das die Geschichte der neuen Figuren sauber abschließt. Allerdings nimmt der hohe Erklärungsanteil dem Finale auch ein Stück weit das Mysteriöse unheimliche, da die kreativen optischen Ideen vom Anfang hier wieder einem eher gewohnten Ablauf weichen müssen.
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Wer sind die Wesen aus dem Ewigreich und was wollen sie?
Da in INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER durch Gemmas Fähigkeit viele Geister der Reihe kurze Gastauftritte haben, folgt hier eine kurze Übersicht zu den wichtigsten Entitäten und ihren Absichten. Die Grundregel des Universums ist einfach: Das Ewigreich ist eine Zwischenwelt voller verlorener Seelen. Die Toten dort haben keinen eigenen Körper mehr, besitzen aber ein Bewusstsein. Wenn ein lebender Mensch durch Astralprojektion in dieses Reich reist, lässt er seinen physischen Körper in der echten Welt leer zurück. Die Geister wollen die Menschen dort nicht primär töten, sie wollen deren Körper besetzen, um wieder auf der Erde leben zu können.
Der Lipstick-Face Demon: Er ist kein verstorbener Mensch, sondern ein echter Dämon und einer der mächtigsten Herrscher im Ewigreich. Er sucht gezielt nach talentierten Astralreisenden. Sein Ziel ist es, einen Körper zu stehlen und die Seelen seiner Opfer in seinem Versteck gefangen zu halten, um sich von deren Lebensenergie und Angst zu nähren.
Die Bride in Black: Der Geist eines traumatisierten Serienkillers namens Parker Crane, der von seiner Mutter gezwungen wurde, sich als Mädchen zu kleiden. Er suchte die Familie Lambert schon seit Jahren heim. Sein Ziel war es, einen Körper komplett zu übernehmen, um der eigenen Vergangenheit zu entfliehen und im Diesseits weiterzuleben.
Fazit zu INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER
Der sechste Teil verbindet einen Neustart mit frischen Ideen und den bewährten Elementen der Reihe. Die erste Hälfte überzeugt durch den Body-Horror-Ansatz und die surrealen Kulissen in der Zwischenwelt. Auch wenn der gewohnte Ablauf im Finale den Grusel am Ende etwas ausbremst, erweitert der Film die Mythologie sinnvoll und sorgt für klare Antworten. Für Fans des Franchise bietet der Ausflug ins Ewigreich eine gelungene, atmosphärische und packende Bereicherung des Universums.
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FAQ
Ist INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER das Ende der Reihe?
Nein. Nachdem die Lambert-Saga im fünften Teil abgeschlossen wurde, fungiert INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER als eine Art Neustart mit neuen Hauptfiguren und erweitert das bekannte Universum um frische Konzepte, ohne die alten Wurzeln komplett zu kappen.
Wer sind die neuen Hauptdarsteller in INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER?
Die Hauptrollen übernehmen Amelia Eve als alleinerziehende Mutter Gemma und Island Austin als ihre kleine Tochter Maya. Fans der Reihe dürfen sich zudem auf die Rückkehr von Lin Shaye als Medium Elise Rainier freuen.
Welche bekannten Geister kehren im sechsten Teil zurück?
Durch Gemmas einzigartige Fähigkeit als Geister-Kurier gibt es im Film kurze Gastauftritte bekannter Entitäten aus dem Franchise. Unter anderem kehren der Lipstick-Face Demon (das rote Gesichtsmonster) und The Bride in Black (Parker Crane) punktuell zurück.
Lohnt sich der Kinobesuch von INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER?
Für Fans des Franchise bietet der Film eine gelungene und atmosphärische Bereicherung. Besonders die erste Hälfte überzeugt durch neue visuelle Ideen wie den klinischen Body-Horror und die surrealen Kulissen in der Zwischenwelt, während das Finale solide Antworten liefert.











