PROPHECY OF THE DEVIL (2025) | Filmkritik

Prophecy of the devil - offizielles Filmplakat
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

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5.5/10 (2)

Darsteller: Nicolas Cage, Noah Jupe, FKA twigs, Isla Johnston, Souheila Yacoub
Regie: Lotfy Nathan
Drehbuch: Lotfy Nathan
Länge: 94 min
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Genre: ,
Veröffentlichung: 27. August 2026 (VOD), 10. September 2026 (DVD+BD)
Verleih/ Vertrieb: Plaion
FSK: ab 16

PROPHECY OF THE DEVIL, das klingt recht plakativ. Subtiler, aber auch gleichzeitig vielsagender ist der Originaltitel THE CARPENTER’S SON, also der Sohn des Zimmermanns. Bekanntester Zimmermann der Geschichte ist Josef, Ziehvater von Jesus Christus und von dem handelt dieser Film.
Das alleine wäre schon Gesprächsstoff. Dass Nicolas Cage Josef spielt und der Film eine ungewöhnliche Herangehensweise an die Jugendzeit der biblischen Figur ist, ist aber ebenfalls erwähnenswert.

Die Handlung von PROPHECY OF THE DEVIL

Nach Jesus Geburt fliehen Josef und Maria vor König Herodes nach Ägypten und ziehen dort ihren Sohn auf.
Im Jugendalter beginnt dieser ungewöhnliche Fähigkeiten zu entwickeln, widersetzt sich Autoritäten und beginnt Fragen zu stellen. Gleichzeitig führen ihn geheimnisvolle Kräfte in Versuchung.

Wir machen es uns an dieser Stelle mal einfach, denn der Film gibt seinen Hauptfiguren keine Namen, aber auch wenn Jesus nur als „der Junge“ bezeichnet wird, ist leicht zu erahnen, wessen Geschichte hier -wenn auch unkonventionell – erzählt wird.

Prophecy of the devil - Der Leprakranke wird von Jesus geheilt

In PROPHECY OF THE DEVIL erleben wir beispielsweise wie dieser unfreiwillig einen Leprakranken heilt. Ein Motiv, das bibelfeste Menschen kennen, hier aber anders dargestellt wird.
Auch eine Schlange, eigentlich wichtiges Element des alten Testaments, taucht wiederholt auf.
Und dann ist da noch ein unheimliches Mädchen, dessen Rolle wir nicht weiter spoilern wollen, die sich aber bei ausreichendem Besuch des Gottesdienstes ebenfalls erklären lässt.

PROPHECY OF THE DEVIL erzählt die verbotene Kindheit von Jesus

Das ist allerdings die erste Schwierigkeit des Films: er setzt einerseits voraus, dass der Zuschauer über die Grundkenntnisse des christlichen Glaubens informiert ist, könnte gläubigen Menschen aber mit unangenehmen Fragen vor den Kopf stoßen.

In der Bibel erfährt man kaum etwas über Jesus Kindheit und Jugend. Darüber ist stattdessen in den sogenannten Apokryphen zu lesen, die quasi die Deleted Scenes darstellen. Speziell diente hier das Kindheitsevangelium nach Thomas als Vorlage, das den Messias mitunter als wütenden jungen Mann darstellt und vielleicht auch deswegen gestrichen wurde.

Das führt zur zweiten Schwierigkeit, denn PROPHECY OF THE DEVIL glänzt nicht gerade mit sympathischen Figuren. Während Jesus und Josef quasi im Dauerclinch liegen und Josef (verständlicherweise) auch Maria misstraut, wer der Vater Jesus ist, gibt es hier niemandem, den man „Held“ nennen könnte, mit dem man mitfiebern möchte.
Allerdings ist dies auch kein Spannungsfilm, sondern vielmehr im Stile eine Biographie episodenhaft erzählt.

Prophecy of the devil - Nicoles Cage als Josef

Wenn Nicolas Cage mitspielt, lohnt es sich natürlich immer über seine schauspielerische Leistung zu sprechen. Der spielt hier angenehm normal und wer Wahnsinn a la MANDY erwartet, wird eindeutig enttäuscht. Gerüchteweise soll Cage ein Drehbuch gesucht haben, das auch ein Robert Eggers (THE WITCH, DER LEUCHTTURM) umsetzen würde. Diese Mission ist nur teilweise geglückt, denn auch wenn sich weder Cage noch Regisseur Lotfy Nathan blamieren und das Setting so dargestellt wird, wie man sich Ägypten kurz nach dem Jahre 0 vorstellt, verfügt PROPHECY OF THE DEVIL nicht über den kompromisslosen Zeitgeist, den Eggers mit seinen Werken vermittelt.

Nicolas Cage als Josef in PROPHECY OF THE DEVIL

Josefs Ehefrau Maria wird von FKA twigs gespielt, die man als Schauspielerin aus der THE CROW–Neuverfilmung kennt. Deren Talent sticht nicht gerade hervor und von einer Chemie zwischen den Eheleuten, die komplett aneinander vorbei spielen, lässt sich überhaupt nicht sprechen.
Man kann sich aber ausmalen, wie konservative Christen, die dem Ku Klux Klan näherstehen als der Lehre Christi, sich empören, dass Maria als dunkelhäutige Frau dargestellt ist. Alle Provokation in Ehren, aber konsequent wäre dann gewesen die restlichen Darsteller, die allesamt weiß sind, entsprechend zu casten.

Prophecy of the devil - FKA twigs als Maria

Gegenwind ist beim Spiel mit religiösen Motiven aber ohnehin immer vorprogrammiert. Das gilt gerade für die Filmnation USA, wo rund ein Drittel der Einwohner regelmäßig Gottesdienste besuchen, während die meisten Mitteleuropäer nur noch zu Weihnachten einen Anstandsbesuch im Gotteshaus abstatten.
Daher verwundert es nicht, dass PROPHECY OF THE DEVIL schon im Vorfeld kontrovers aufgenommen wurde und zwar sowohl von Christen wie auch Muslimen.

Betrachtet man die in der Bibel beschriebenen Grausamkeiten, ist es fast verwunderlich, dass Filmemacher nicht schon häufiger auf den Gedanken kamen die Stoffe für Horrorfilme zu verwenden.
Zwar ist Mel Gibsons DIE PASSION CHRISTI härterer Stoff als die meisten Folterfilme, aber bei aller Grausamkeit kein klassischer Horror.

Prphecy of the devil - THE CARPENTER'S SON - Jesus und die Schlange

Auch die Genre-Verortung von PROPHECY OF THE DEVIL ist diskutabel. Da mag von einem historisch-biografischen Coming-Of-Age-Drama sprechen, man gewinnt aber schon auch den Eindruck, dass hier gezielt auf Schauwerte gezielt wird, die Horrorfans ansprechen.
Leider sind die Effekte mäßig. Eine CGI-Schlange, die der junge Erlöser einer Besessenen (übrigens gespielt von Souheila Yacoub aus EVIL DEAD BURN) aus dem Mund zaubert, überzeugt jedenfalls – wie einige andere Fx – nicht. Einige dieser Szenen werden elegant in der Dunkelheit versteckt, wobei gerade das letzte Filmdrittel in einem recht konstrastarmen Grau-Schwarz versinkt.

Fazit zu PROPHECY OF THE DEVIL

PROPHECY OF THE DEVIL hat technische Schwächen, keine Identifikationsfigur und auf Hochspannung sollte man sich nicht einstellen.
Die Art und Weise, wie Versatzstücke des alten und neuen Testaments, den Apokryphen und erzählerischer Freiheit zu einem Horrorfilm kombiniert werden, ist aber nicht ohne Reiz.

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Wie heißt PROPHECY OF THE DEVIL im Original?

Der Originaltitel lautet THE CARPENTER'S SON – der Sohn des Zimmermanns, also Jesus. Es handelt sich um einen übernatürlichen Thriller aus dem Jahr 2025, gedreht in Griechenland. Der deutsche Verleihtitel PROPHECY OF THE DEVIL rückt das Teuflische stärker in den Vordergrund, als es der neutrale Originaltitel tut.

Worauf basiert PROPHECY OF THE DEVIL?

Vorlage ist das Kindheitsevangelium nach Thomas, ein apokrypher Text aus dem 2. Jahrhundert, der von der frühen Kirche verworfen wurde. Darin wird der junge Jesus als durchaus unheimliches Kind geschildert, das Spielgefährten verdorren lässt oder andere aus Rache blendet. Genau diese düsteren Episoden greift der Film auf – ergänzt um einen frei erfundenen Handlungsstrang rund um den Teufel.

Ist PROPHECY OF THE DEVIL ein Horrorfilm?

Nur bedingt. Der Film ist eher ein düsteres, episodenhaft erzähltes Bibel-Drama mit unheimlichen und übernatürlichen Elementen als klassischer Horror. Auf durchgehende Spannung oder eine Identifikationsfigur sollte man sich nicht einstellen – der Reiz liegt in der ungewöhnlichen Verbindung von biblischem Stoff, apokryphen Quellen und erzählerischer Freiheit.

Wer spielt in PROPHECY OF THE DEVIL mit?

Josef wird von Nicolas Cage gespielt, der hier ungewohnt zurückhaltend agiert, seine Frau Maria von der Musikerin FKA twigs. Den jugendlichen Jesus verkörpert Noah Jupe, den verführerischen Teufel Isla Johnston. Regie und Drehbuch stammen vom ägyptisch-amerikanischen Filmemacher Lotfy Nathan, der aus einem koptisch-christlichen Elternhaus kommt; zeitweise war THE-WITCH-Regisseur Robert Eggers für den Stoff im Gespräch.

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