Ein „Dust Bunny“ lässt sich im Deutschen am besten mit „Wollmaus“ übersetzen, also jene Ansammlung von Staub, die man oft unterm Bett findet.
Da unten, das weiß jedes Kind, gibt es aber nicht nur Staub, sondern auch Monster und genau damit muss sich die junge Heldin von DUST BUNNY auseinandersetzen.
Wovon handelt DUST BUNNY?
Die 8-jährige Aurora hat Angst vor einer Kreatur, die vermeintlich unter ihrem Bett lebt. Auch den Boden ihres Zimmers betritt sie nur ungern, aus Angst, dass das Wesen nach ihr greift.
Ihre Eltern haben dafür natürlich wenig Verständnis, doch die sind eines Tages verschwunden.
Hilfe sucht das Mädchen bei ihrem Nachbarn, den sie schon einmal verfolgt und gesehen hat, dass er Monster tötet.
Der möchte ihr allerdings nicht sagen, dass er ein Auftragskiller ist und das „Monster“ nur verkleidete Menschen.

Mads Mikkelsen (DIE JAGD) und Sigourney Weaver (ALIEN) dürften als Argument reichen, um auf DUST BUNNY neugierig zu machen, inhaltlich ist der Film aber eine wilde Fahrt, die durch ihren Mix aus Kindheitstrauma und Hitman-Action sowohl faszinieren wie abschrecken könnte.
Mads Mikkelsen und die optische Handschrift von Bryan Fuller
Was man jedenfalls nicht erwarten sollte, ist ein Gruselfilm, a la BOOGEYMAN oder KNOCK KNOCK, bei dem ein Jumpscare nach dem anderen unter der Matratze hervorgekrochen kommt, aber auch kein JOHN WICK-artiges Action-Spektakel.
Stattdessen hat DUST BUNNY zwar relativ kindgerechte Gruselvibes (Spoiler: das wird spätestens dann klar, wenn wir die knuffigen Monster sehen Spoilerende), erinnert aber optisch auch an stilisierte Filme wie SUCKER PUNCH und inhaltlich etwas an LEON – DER PROFI.
Diese Mischung ist nicht alltäglich, und der Score tönt meist fröhlich, während die Locations extravagant ausfallen.
Ein Gefühl der Bedrohung, des Horrors, wird dadurch nicht aufgebaut, sehr wohl aber Interesse erzeugt, wohin DUST BUNNY als nächstes steuert. Dabei fühlen sich die Einzelteile vertraut an, es ist die Mischung, die etwas Eigenes daraus macht.
Action-Abenteuer statt Horror: Was der Film wirklich ist
Verantwortlich für all das ist Bryan Fuller, der Regie und Drehbuch übernahm und auch als Produzent aktiv wurde. Fuller möchte man ein ums andere Mal fragen, warum er nicht einfach den leichten Weg genommen und sich auf ein Genre festgelegt hat, gleichzeitig möchte man ihm aber vor allem danken, dass eben kein Film entstand, den man schon kennt, bevor man ihn gesehen hat.
Fuller ist kein Unbekannter, vor allem nicht für Mads Mikkelsen, denn seine Rolle als Hannibal Lecter in der Serie HANNIBAL basierte auf Fullers Drehbuch.
Als Regisseur, insbesondere als Filmregisseur ist Bryan Fuller allerdings unerfahren und das ist die Schattenseite des Films.
Die Grund-Idee ist da, die Details sind da (die Szene mit der Hühnerlampe ist köstlich), die Dialoge sind da, die Schauspieler sind da, der Look ist da.
Und trotzdem wirkt DUST BUNNY einige Male als würde er auf der Stelle treten, indem er zum Beispiel das „Boden ist Lava“-Prinzip aus- und überreizt, ohne Neues hinzuzufügen. Ähnlich ist es mit Kameraeinstellungen, die Mikkelsen vor dem Hintergrund einer Ringlampe zeigen, wodurch er den Anschein erweckt einen Heiligenschein zu tragen (selbst im Trailer ist dies mehrfach zu sehen).
Danke, die Anspielung war auch beim ersten Mal zu verstehen.
Dadurch wirkt der Film zwar nicht aufgeblasen lange (105 min sind im Rahmen), verdeutlicht aber einige Male das bereits Offensichtliche.
Daher sind es am Ende mehr die Optik, die Einzigartigkeit und ein gut aufgelegter Mads Mikkelsen, der mit seinen Co-Stars den Film trägt.
Neben der bereits genannten Sigourney Weaver, darf auch ein David Dastmalchian (LATE NIGHT WITH THE DEVIL) nicht unerwähnt bleiben. Insbesondere ist aber die Chemie zwischen Mikkelsen und der jungen Sophie Sloan, die Aurora spielt, zu erwähnen.
Fazit zu DUST BUNNY
DUST BUNNY bündelt eine Menge Talent und macht vieles richtig. Insofern ist alle Kritik auf hohem Niveau angesiedelt. Mehr Kompaktheit mit einigen Abwechslungen hätte ihm in der zweiten Filmhälfte aber gutgetan.
Dass sicher nicht jeder mit dem Genremix warm wird, ist allerdings keine Kritik, sondern Geschmacksfrage.









