Review: MARCO (2024)

marco filmkritik 2025
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

Please rate this

Noch keine User-Ratings

Darsteller: Unni Mukundan, Siddique, Jagadish
Regie: Haneef Adeni
Drehbuch: Haneef Adeni
Länge: 142 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 27. November 2025 (Kino)
Verleih/ Vertrieb: Busch Media
FSK: ab 18

Indische Filme werden oft noch immer mit bunten Bollywood-Schnulzen inklusive Singsang gleichgesetzt, dabei deutete zuletzt schon KILL an, dass eine der größten Filmnationen auch anders zu Werke gehen kann.
Und meine Güte, MARCO geht ordentlich ans Werk!

Wovon handelt MARCO?

Als sein blinder Bruder von einem rivalisierenden Gangsterclan getötet wird, indem man ihn in einen Behälter mit hochprozentiger Säure wirft, schwört Marco bittere Rache.

Belassen wir es dabei, mehr müsst ihr nicht wissen und die Säure wurde auch nur erwähnt, damit ihr schon mal wisst, dass der Film keine Gefangenen macht.

marco 2025 rezension

Marco ist eine One Man Army, wie man sie schon lange nicht mehr erlebt hat und das schließt die JOHN WICK – Reihe und diverse Kopien ein.
Dabei geht es aber nicht nur um den Bodycount, der sich – ein paar Dutzend Leichen hin oder her – gar nicht nennenswert unterscheidet, sondern auch den Splattergehalt.

Egal ob bloße Hände, Kettensäge oder Minigun, Marco meuchelt sich wie ein Berserker durch Massen von Gegnern.

„Ihr habt genau den falschen Mann“

Dabei verbindet der Film moderne Action, die durch perfekte Choreografie glänzt, verzichtet aber auch nicht auf räudige Elemente, die man von „früher“ (wann auch immer das war) kennt.
Das beginnt bei Banalem, denn während saubere US-Produktionen gerne auf Zigaretten verzichten, sieht man hier dauernd irgendwen an Klimmstengeln aller Art ziehen und unser Held findet sogar im Nahkampf Zeit eine zu paffen.

marco 2024

Das ist natürlich Quatsch, also nicht nur das Rauchen, sondern auch das Einbinden in Actionszenen, aber das ist genau, was dieser Film bietet.
Es macht keinen Sinn zu argumentieren, dass eine Pistole den Racheengel schnell gestoppt hätte, wenn der mal wieder mit Muskelkraft agiert oder dass man Autotüren nicht einfach aus den Angeln tritt, sodass sie samt der dahinterstehenden Menschen meterweit fliegen. Diese Gesetze gelten in der realen Welt, sicher auch in Indien, aber eben nicht in diesem Film.

MARCO geht aber noch weiter und lässt Menschen leiden, die in Hollywood meist Schonzeit haben.
Und das zudem in Momenten, die rein vom Timing her unkonventionell erscheinen.

Dass zu Beginn eines Rachefilme der Grund für die Rache geschaffen werden muss, steht außer Frage. Das ist beim Rape & Revenge eine Vergewaltigung, das war bei JOHN WICK der ermordete Hund und das ist in MARCO der getötete Bruder.
SPOILER:
Dass aber kurz vor Ende nahezu jeder von Marcos Mitstreitern und darunter zahlreiche Kinder brutal und detailreich massakriert werden, kommt unerwartet.
SPOILERENDE.

Extreme Härte aus Indien inklusive indischer Eigenheiten

Für westliche Sehgewohnheiten ist MARCO aber auch in anderer Hinsicht unkonventionell. Das beginnt bei der Optik und die Anzahl dunkelhäutiger Männer mit dichten Bärten in schwarzer Kleidung ist für sich schon rekordverdächtig.
Auffällig ist neben weiteren optischer Trademarks (Indien sieht nun mal nicht aus wie die USA) aber auch die Musik, die gewöhnungsbedürftig ist.

Zwar ist der Sound modern und treibend und untermalt in den besseren Momenten Szenen, die visuell auch aus einem Hiphop-Video stammen könnten, dürfte für westliche Pop-Ohren aber mindestens exotisch klingen und ist zudem dauerpräsent, was bei weit über 2 Stunden Laufzeit nervig werden kann.

marco review

Die Filmdauer wäre aber auch mit weniger Musik jenseits der Obergrenze, was wiederum für die meisten Actionfilme, egal welcher Herkunft gilt. So beeindruckend und „Drüber“ der physische Part inszeniert wird, so dünn bleibt doch das Drehbuch, so dusslig die Dialoge.

An dieser Stelle fragt man sich, ob der italienisch anmutende Titel bzw. Hauptfigur nicht tatsächlich durch italienische Filme inspiriert wurde, die zum einen gerne das Gangstermilieu aufgreifen und im Horrorbereich zwar lausig erzählt sind, dabei aber mehr als die Summe ihrer Einzelteile ergeben und mit Gewalt nie geizten.

Fazit zu MARCO

Ich gebe es zu, ich habe anfangs mit einem Billig-Werk gerechnet, was auch an einem hässlichen CGI-Intro lag. Aber durch konsequentes Ausknipsen des Hirns, Ignoranz bei fragwürdigen Messages und grundsätzlichem Gefallen an stumpfer Gewalt, habe ich den Streifen liebgewonnen.
Das wird natürlich nicht jedem so gehen, wer es im Actionbereich aber auch mal härter mag und zudem ein Faible für Filme exotischer Herkunft hat, findet in MARCO womöglich einen schlagkräftigen Verbündeten, dem man keinen Intellekt vorgaukeln muss.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert